Rezension: Brittany C. Cherry – Wie die Luft zum Atmen

Zuerst bedanke ich mich bei LYX für dieses Rezensionsexemplar. Ich habe mich hierüber besonders gefreut, da mich alleine schon der Klappentext überzeugt hatte und ich es unbedingt lesen wollte!

BUCHDETAILS:
e-book
9,99 €
358 seiten
erschienen im 01/2017
lyx

ZUM INHALT:
Er küsste mich, als würde er ertrinken. Er küsste mich, als wäre ich für ihn, wie die Luft zum Atmen

Alle hatten mich vor Tristan Cole gewarnt, mich angefleht, ihm aus dem Weg zu gehen. »Er ist ein Monster, er ist verrückt, und er ist tief verletzt, Liz«, hatten sie gesagt. »Er ist nichts als die hässlichen Narben seiner Vergangenheit.« Doch was sie alle ignorierten, war die Tatsache, dass auch ich ein bisschen verrückt und tief verletzt war, dass auch ich Narben hatte. Und keiner von ihnen bemerkte, dass ich an Tristans Seite endlich wieder atmen konnte. Denn nicht zu vergessen, wie man atmete, das war das Schwierigste, wenn man ohne die Menschen leben musste, die man von ganzem Herzen liebte.
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MEINE MEINUNG:
An dieses Buch stellte ich sehr hohe Erwartungen. Zum Einen finde ich das Cover sehr passend, schwarz-weiß mit einem gut aussehenden Mann, der höchstwahrscheinlich den Protagonisten Tristan darstellen soll. Der Klappentext hat von Beginn an meine Neugier geweckt, ich war sehr gespannt ob mich das Buch ebenfalls so überzeugen würde. Wie ich erwartet habe, konnte mich das Buch fesseln bis zum letzten Satz. Ich habe auch einige Kritikpunkte, die ich im Laufe meiner Rezension äußern werde, aber hauptsächlich überwiegt das Positive.
Von dem Buch erwartete ich besonders emotionale Passagen, auch wenn ich mir von Anfang an dachte, dass die Geschichte vor allem auf dem Klischee „Arschloch-wird-zum-Traummann“ basieren würde. So war es dann auch, allerdings war das gar nicht schlimm, da mich besonders die gefühlvollen Stellen gepackt und mitgezogen haben. Die Autorin hat es perfekt verstanden, die Gefühle der beiden Protagonisten abzubilden. Das lag vor allem an der Erzählperspektive, so erzählten abwechselnd Eilzabeth, genannt Liz und Tristan aus ihrem Leben. Im Vordergrund stand dabei natürlich die Beziehung der beiden, die sich im Laufe der Geschichte aufbaut und entwickelt. Entscheidend ist dabei, dass sie beide einen Verlust zu verkraften haben und sich aus diesem Grund verbunden fühlen. Dabei ist die Beziehung der beiden anfangs sehr kühl, fast schon feindselig, da Tristan sich auf keinen Fall auf eine nähere Bindung einlassen möchte. Liz lässt allerdings nicht locker, so sieht sie doch etwas in ihm, das sie nicht loslässt. Tristan lässt sich immer mehr auf seine Nachbarin ein und man kann Stück für Stück hinter seine Fassade des harten Kerls, des „Monsters“ blicken. So entwickelt sich der wütende Tristan zum Liebling, was von Anfang an absehbar war.
Was allerdings nicht vorhersehbar war, war das Ende der Geschichte, welches mich auch zeitweise vor Spannung den Atem anhalten ließ. Das ging ja schon fast ein bisschen in Richtung Thriller. Das Buch hatte rückblickend tatsächlich von allem etwas zu bieten – die ganz großen Gefühle, Spannung und Erotik waren vertreten. Viele Stellen brachten mich zum lachen und auch die großen Liebesszenen konnten mich überzeugen und ließen mich mitfühlen. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr zugesagt.
Kennst du den Ort zwischen Albträumen und Träumen? Den Ort, wo die Zukunft niemals kommt und die Vergangenheit nicht mehr wehtut? Den Ort, an dem dein Herz im Einklang mit meinem schlägt? Den Ort, wo die Zeit nicht existiert und das Atmen leichtfällt? Dort möchte ich mit dir leben. TC
(Cherry, 2017 Pos. 2394)
Viel zu kritisieren gibt es nicht, klar, das altbekannte Klischee des Badboys, „harte Schale, weicher Kern“ kam mal wieder zum Einsatz, aber so gut umgesetzt, dass es definitiv nicht zum Störfaktor wurde. Ich habe diese Geschichte absolut geglaubt, die Autorin hat dieses Klischee wirklich authentisch zum Leben erweckt. Die Protagonisten waren gut ausgearbeitet und auch die Nebencharaktere, wie zum Beispiel Liz‘ Tochter Emma oder ihre beste Freundin Faye, waren liebenswert. Einziger kleiner Kritikpunkt wäre vielleicht die schnelle Entwicklung der Beziehung von Elizabeth und Tristan, das ging mir doch etwas zu rasch.
 FAZIT:
Ein wirklich tolles Buch, das mich bis zum Schluss fesseln und begeistern konnte! Es liest sich sehr gut, denn auch der Schreibstil der Autorin war ansprechend, vor allem die Emotionen der beiden Protagonisten kamen sehr gut rüber und haben mich mitfühlen lassen. Ich hatte nur kaum was zu meckern und das kommt eher selten vor.
4-herzen

ZUR AUTORIN:

Brittainy C. Cherrys erste große Liebe war die Literatur. Sie hat einen Abschluss der Carroll Universität in Schauspiel und Creative Writing und schreibt hauptberuflich Theaterstücke und Romane. Sie lebt mit ihrer Familie in Milwaukee, Wisconsin.
(Quelle: luebbe.de)
 

Rezension: Sadie Jonies – Jahre wie diese

Zuerst einmal, Vielen Dank an den Penguin Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Zu Beginn einmal, muss ich sagen, dass es mir wahnsinnig schwer fällt, Worte zu diesem Buch zu finden, die in etwa das ausdrücken, was ich darüber denke. Ehrlich gesagt, bin ich mir noch nicht einmal ganz sicher, was ich von diesem Buch halten soll. Bei einer Sache bin ich mir jedoch sicher: das Buch hat mich begeistert. Nur die Frage nach dem ‚Warum‘ ist schwierig in Worte zu fassen. Trotzdem will ich es versuchen.

BUCHDETAILS:
taschenbuch
10,00 €
413 seiten
erschienen 01/2017
penguin

ZUM INHALT:
London in den 70ern: eine Stadt von Partys, Whisky und Drogen beflügelt. Auf den Plattenspielern läuft Soul, man debattiert über Ideologien und die Neuerfindung der Kunst. Für Luke, der in der Provinz aufgewachsen ist, ist es das lang ersehnte Paradies. Zusammen mit Paul und Leigh verwirklicht er sich den Traum von einer eigenen Theaterkompagnie – doch dann trifft er Nina, eine labile Schauspielerin, und seine Liebe zu ihr droht alles zu zerstören, was er sich erkämpft hat … (Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Im Fokus der Handlung stehen ganz klar die beiden Protagonisten Luke und Nina. Zu Beginn kennen sich die beiden nicht, das Geschehen setzt im Jahre 1961 ein, beide noch in der Pubertät. Abwechselnd wird aus dem Leben der Beiden erzählt, man lernt beide Charaktere zunächst einmal kennen und begleitet sie beim Heranwachsen.

Nina und Luke sind sehr zerbrechliche Persönlichkeiten, auch wenn sie nicht immer so wirken. Das Leben macht ihnen zu schaffen, auf ganz unterschiedliche Weisen. Luke musste von klein auf erwachsen sein, für seinen alkoholabhängigen Vater sorgen, denn seine Mutter befindet sich in einer psychiatrischen Anstalt. Er scheint gut damit zurecht zu kommen, auch wenn man bei der Lektüre immer wieder auf Hinweise stößt, die darauf schließen lassen, dass dem in Wahrheit nicht so ist. Luke ist bewundernswert, so hat er sich aus seiner schwierigen Kindheit heraus etwas aufgebaut, nicht aufgegeben und an seinen Träumen festgehalten, auch wenn ihm nicht immer klar war, von was genau er träumt. Er ist ein Träumer, versinkt in Büchern, Musik und in seiner Obsession für das Theater. Zufällig lernt er Leigh und Paul kennen, seine beiden besten Freunde, mit denen er zusammen eine Theaterkompagnie gründet.

Nina wirkt sehr viel schwächer als Luke. Sie definiert sich selbst über die Anerkennung ihrer Mutter, die ihr aber nur selten gegeben wird. Ihre Mutter kümmerte sich nie wirklich um sie, strebte nach einer Schauspielkarriere und versucht nach dem Scheitern dieser, Nina dorthin zu bringen, wo sie selbst gerne gewesen wäre. Nina fügt sich, auch wenn sie es hasst, im Mittelpunkt zu stehen und sich selbst mit der Schauspielerei quält. Ihre Tochter kritisiert sie dauerhaft, achtet streng darauf, dass diese nicht zu viel isst und kümmert sich auch darum, dass Nina einen wichtigen Mann aus der Theaterbranche heiratet, um leichter Fuß fassen zu können. Nina tut alles für ihre Mutter, auch wenn diese kein gutes Haar an ihr lässt und sich herzlich wenig um die Bedürfnisse ihrer Tochter schert. Auch die Ehe zu Tony ist ein Reinfall, im Prinzip gelangt Nina von dem einen Gefängnis in das Nächste. Mit ihren Gefühlen ist sie stets alleine, so kann sie von niemandem wirklich Liebe oder Zuneigung erwarten. Da wundert es nicht, dass sie sich selbst nicht zu lieben scheint und sich selbst einredet, dass alles gut ist, so wie es ist.

Da beide Protagonisten in der Theaterbranche tätig sind, ist es vorhersehbar, dass die beiden früher oder später aufeinander treffen. Auch erfährt man bereits über den Klappentext von der Liebe, die sich zwischen den beiden entwickeln wird. Nina ist durch ihren Ehemann an eine Hauptrolle in einem Stück gekommen. In ihrer Rolle als Inhaftierte berührt sie Luke, auf eine Art und Weise, die er selbst nicht zu begreifen scheint. Von ihrem ersten Bühnenauftritt an, geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf. Der distanzierte Schreibstil der Autorin lässt nicht tief in die Gefühlswelt des Protagonisten blicken, man kann nur erahnen, was sich hier anbahnt. Dies empfand ich allerdings als sehr passend, da beide Charaktere nie wirklich gelernt haben, was Liebe bedeutet und damit ihnen völlig neue, bis zu diesem Zeitpunkt an, unbekannte Emotionen entwickeln.

Er dachte an Nina Jacobs, die blind und gefesselt auf dem Boden gekniet hatte. Das Stück hatte etwas in ihm aufgerissen, und dann war sie da gewesen, hatte sich selbst zur Rettung dargeboten. Alles war von ihm abgefallen, bis nichts mehr von ihm übrig war, und dann – ihr Anblick, wie eine Antwort. Sie war ihm so richtig vorgekommen. Und sie schien nach ihm zu rufen. – ( Jones, s. 156)

Schnell wird deutlich, dass Luke sie retten will und man bekommt den Eindruck, er versuche für sich selbst, etwas wieder gut zu machen. Als hätte er das Gefühl, bis jetzt gescheitert zu sein, so konnte er weder Vater noch Mutter retten. Die Emotionen der Charaktere waren sehr trocken und undurchsichtig dargestellt, trotzdem hat die Autorin es durch ihren Schreibstil geschafft, die Emotionen zu vermitteln. Man muss sich als Leser seinen Teil dazu denken und das hat mir sehr gefallen, weil es die Persönlichkeiten der Charaktere, die Verschlossenheit der Figuren, perfekt unterstreicht.

Auch die Nebencharaktere, die Geschichte um Paul und Leigh hat mir gut gefallen, auch diese waren gut ausgearbeitet. Sie wohnen mit Luke zusammen und unterstützen ihn bei der Entfaltung seines Schreibtalents, werden somit zu seiner neuen Familie und geben ihm damit den Halt und die Zuneigung, die er nie hatte. Mit dem Kennenlernen von Nina beginnt das Ganze allerdings auseinander zu brechen. Luke setzt neue Prioritäten und das Theater, die gemeinsame Leidenschaft der drei Freunde, rückt für ihn in den Hintergrund.

Relativ gegen Ende kommt es dann zu einer überraschenden Wendung, die die Autorin fast vollkommen unkommentiert stehen lässt. Was das Buch vor allem interessant gemacht hat, war die Frage, ob es denn zu einem Happy End kommt oder nicht. Der Ausgang des Buches hat mir überraschenderweise sehr gut gefallen, auch wenn ich mit etwas anderem gerechnet habe.

FAZIT:
Ich muss sagen, dass ich am Anfang Schwierigkeiten hatte, in das Buch reinzufinden. Das lag vor allem an dem etwas ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin, der mir aber mit der Zeit immer besser gefiel und im Endeffekt, haben diese distanzierten Beschreibungen sehr gut gepasst und die Ausarbeitung der Charaktere gefördert. Die Geschichte konnte mich fesseln und überraschen, obwohl nicht allzu viel passiert ist. Im Großen und Ganzen finde ich den Roman von Sadie Jones sehr gelungen und würde ihn weiterempfehlen.

5-herzen

ZUR AUTORIN:
Sadie Jones, 1967 in London geboren, arbeitete als Drehbuchautorin, unter anderem für die BBC. 2005 verfilmte John Irvin ihr Drehbuch „The Fine Art of Love“ mit Jacqueline Bisset in der Hauptrolle. Ihr preisgekröntes Romandebüt „Der Außenseiter“ (2008) wurde in Großbritannien auf Anhieb ein Nr.-1-Bestseller und war auch in Deutschland ein großer Presse- und Publikumserfolg. 2012 erschien bei der DVA „Der ungeladene Gast“. „Jahre wie diese“ ist ihr vierter Roman.

»Sadie Jones hat eine ungemein elegante Art des Erzählens, die Fans bereits zu Vergleichen mit Hemingway und Ian McEwan hinreißen ließ. Sadie Jones hat Stil.«

Bayerischer Rundfunk
(Quelle: randomhouse.de)

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Rezension: Antonia Hayes – Die relative Unberechenbarkeit des Glücks

Heute melde ich mich mal wieder mit einer neuen Rezension zu Die relative Unberechenbarkeit des Glücks von Antonia Hayes! Zuerst einmal ein Dankeschön an den blanvalet Verlag für mein Rezensionsexemplar.

BUCHDETAILS:
hardcover
19,99 €
461 Seiten
erschienen im 08/2016
blanvalet

ZUM INHALT:
»Alles, was geschehen kann, geschieht auch. Und genauso kann man alles vermasseln und trotzdem ein guter Mensch sein.«

Der zwölfjährige Ethan hat ein paar ungewöhnliche Talente. Physik und Astronomie sind für ihn so selbstverständlich wie Lesen und Schreiben, und er sieht die Welt auf eine Weise, die anderen Menschen nicht begreiflich ist. Die wichtigste Person in seinem Leben ist seine Mutter Claire, aber je älter Ethan wird, desto öfter fragt er nach seinem Vater, den er nie kennengelernt hat. Er weiß nicht, dass er als Baby beinahe gestorben wäre und sein Vater in der Folge verurteilt wurde. Doch dann setzt ein unerwartet eintreffender Brief eine dramatische Kette von Ereignissen in Gang … (Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Dieses Buch hat mich wirklich begeistert. Zuerst einmal gefiel mir der Schreibstil der Autorin sehr gut. Viele bedeutungsvolle Szenen waren wirklich sehr ausführlich und gut beschrieben, ich hatte das Gefühl, in die Geschichte eintauchen zu können. Die Geschichte an sich, war sehr gut aufgebaut. Der Protagonist, der zwölfjährige Ethan, der mit seiner alleinerziehenden Mutter in Australien lebt, hat einige außergewöhnliche Talente und verfügt über einen sehr hohen Intelligenzquotienten. Das macht ihn natürlich besonders, aber für seine Mitschüler gilt er als Freak, als Außenseiter und wird regelmäßig in der Schule gemobbt. Bei diesen Szenen konnte ich sehr gut mitfühlen, da man Ethan als süßen und liebenswerten Jungen kennenlernt und somit Mitleid für diesen Charakter entwickelt, da er selbst nicht versteht, was er falsch macht und irgendwann sogar selbst glaubt, mit ihm stimme etwas nicht. Und das stimmt auch in gewisser Weise, so erfährt man reativ schnell, dass in Ethans Leben etwas schlimmes passiert sein muss, was bei ihm bleibende Schäden hinterlassen hat. Hier konnte ich auch gut Hayes‘ Liebe zum Detail herauslesen, Ethans Krankheit wird anschaulich beschrieben, was die Geschichte irgendwie realer wirken lässt. Genauso verhält es sich auch mit der Physik – Ethan ist ein Wunderkind, versteht mit seinen zwölf Jahren mehr von Astronomie und physikalischen Vorgängen als manch anderer ausgebildeter Wissenschaftler. Leider kommt er mit diesen besonderen Fähigkeiten nur bei den Erwachsenen gut an, die ihn bewundern und fansziniert sind. Bei seinen Mitschülern kann er damit natürlich nicht punkten. Trotzdem findet er in Alison eine gute Freundin, zwar ganz anders als er selbst, trotzdem verstehen die beiden sich vom Tag ihrer ersten Begegnung an blendend.

Die Charaktere waren, meiner Meinung nach, sehr schön ausgearbeitet, vor allem auch Ethans Eltern Claire und Mark. Von seinem Vater weiß Ethan so gut wie nichts, da er die kleine Familie schon kurz nach Ethans Geburt verlassen hat. In dem Roman kommt Ethan an den Punkt, das alles zu hinterfragen, er hätte doch so gerne einen Vater. Durch Perspektivenwechsel und Rückblenden bekommt man als Leser einen detaillierten Einblick in das Leben der beiden Elternteile vor Ethan, und auch erzählt das Buch vom Beginn ihrer Liebesgeschichte. Die Autorin hat es geschafft, vor allem diese emotionalen Szenen zu beleben. Besonders rührend war die Rückblende in Ethans Grundschulzeit. Er erzählt von ihrer Aufgabe, eine Vatertagskarte zu gestalten.

„Will?“, flüsterte Ethan.
„Ja“, erwiderte Will, während er eine knallrote Krabbe mit riesigen Scheren malte.
„Darf ich deinen Dad abmalen? Ich weiß nicht, wie meiner aussieht.“ (s.68)

Und auch die Liebesszenen zwischen Ethans Eltern waren wunderschön ausgemalt. Ein wenig anstrengend waren die ganzen physikalischen Vorgänge, die sowohl von Ethan, als auch von seinem Vater Mark immer wieder beschrieben wurden. Aber das gehört nun mal zu den beiden Charakteren und macht das Buch einzigartig. Trotzdem sollte man wissen, dass der Roman wirklich voll von Physik und Astronomie ist! Diese ganzen Details habe ich teilweise natürlich nicht verstanden, aber das hat meine Freude an dem Buch nicht geschmälert. Denn langweilig wurde es nie.

FAZIT:
Dieses Buch hat mir wirklich supergut gefallen, aus dem einfachen Grund, dass so ziemlich alles darin verpackt ist – die große Liebe, Familienzusammenhalt, ein wenig oder auch viel Drama, aber auch Szenen zum lachen und freuen. Der Schreibstil hat mir wirklich sehr gut gefallen und auch die Liebe zum Detail. Man hat durch die vielen Fachbegriffe einfach gemerkt, wieviel Recherche und Arbeit dahinter stecken muss. Antonia Hayes hat Figuren mit Ecken und Kanten erschaffen, keiner der Charaktere ist perfekt und macht Fehler. Das lässt das ganze sehr authentisch wirken und auf 461 Seiten ist auch genug Platz, um Ethan, Claire und Mark kennen zu lernen. Einen kleinen Punkt Abzug nur, da es an manchen Stellen echt ein bisschen Physik weniger hätte sein dürfen. Das war zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. 4/5 Herzen

4-herzen

ZUR AUTORIN:
Antonia Hayes wuchs in Sydney auf, verbrachte ihre Zwanziger in Paris und lebt heute in San Francisco. Ihre Texte wurden in zahlreichen Magazinen veröffentlicht, außerdem arbeitete sie als Publizistin in der Verlagsbranche und als Buchhändlerin. »Ethan und die Schwerelosigkeit des Glücks« ist ihr Debütroman. (Quelle: randomhouse.de)

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Rezension: Jenny Milewski – Angstmädchen

Ich melde mich zurück! Nach einer viiiel zu langen Pause, habe ich nun endlich wieder Zeit mich meinen geliebten Büchern und auch meinem Blog zu widmen und starten würde ich gerne direkt mit einer Rezension zu Jenny Milewskis Angstmädchen. Meine Hausarbeiten sind geschrieben, ich bin endlich komplett umgezogen, wohne jetzt mit meiner besten Freundin in unserer WG. Das war der Grund, weshalb ich hier nicht mehr aktiv war, aber nach einem Monat Internetlosigkeit, kann es nun endlich wieder los gehen!

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, deshalb bedanke ich mich bei zuerst einmal bei Heyne dafür!

BUCHDETAILS:
paperback
13,99 €
335 Seiten
erschienen im 01/2017
heyne

ZUM INHALT:
Die junge, schüchterne Malin zieht in ein Studentenwohnheim ein. Zu ihrer großen Freude bekommt sie das einzige Zimmer, das über eine Badewanne verfügt. Doch dann erfährt sie, dass sich darin ein Mädchen namens Yuko die Pulsadern aufgeschnitten hat. Kurz darauf findet Malin Haarbüschel, die nicht von ihr stammen können, und als sie eines Nachts eine blasse Gestalt sieht, wird ihr klar, dass etwas in ihr Leben getreten ist, das sie nicht mehr loswird. Etwas, das ihr Angst macht – das auf sie wartet – wo immer sie auch hingeht … (Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Besonders angesprochen hat mich die Tatsache, dass es sich bei der Autorin um eine Schwedin handelt und auch die Handlung in Schweden platziert ist. Durch mein Skandinavistik Studium interessiere ich mich sehr für die skandinavischen Länder und damit auch für die daraus stammende Literatur. Allerdings muss man erwähnen, dass man hiervon nicht allzu viel mitbekommt. Viel präsenter sind die japanischen Elemente, die sich durch den Thriller hindurchziehen, da ja die Protagonistin ein aus Asien nach Schweden adoptiertes Kind ist und auch Yuko war eine aus Japan stammende Austauschstudentin in Schweden. Was mir aber hierbei sehr positiv aufgefallen ist, ist die detaillierte Recherche der Autorin, da alle diese japanischen Elemente sehr gut ausgearbeitet sind und man einen sehr guten Einblick in die japanische Mythologie bekommt.

Beim Lesen des Buches war ich immer wieder hin und hergerissen, ob es mir denn jetzt gefällt oder nicht. Irgendwie konnte es mich nicht ganz überzeugen, es hat mich nicht mitgerissen. Das lag wahrscheinlich auch an den Charakteren, die mir sehr platt erschienen. Auch für die Protagonistin Malin konnte ich keine wirkliche Sympathie aufbringen, ich war teilweise richtig genervt von dem ständigen Selbstmitleid. Dauernd fühlt sie sich angegriffen und als Außenseiter, aufgrund ihrer asiatischen Herkunft. Das war für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Und auch ihre Mitbwohner Torbjörn, Camilla, Rebekka, Pelle und Richard waren für mich nicht wirklich ernst zu nehmende Charaktere.

Die Handlung beginnt mit Malins Einzug in das Studentenwohnheim. Sie zieht in Yukos altes Zimmer und schnell erfährt sie auch von dem schrecklichen Ereignis, das sich in der Badewanne des Zimmers ereignet hat. Yuko hatte sich selbst die Pulsadern aufgeschnitten. Malin ist schockiert über diese Tatsache und fühlt sich selbstverständlich nicht mehr wirklich wohl. Sie fühlt sich mit Yuko verbunden und setzt es sich zum Ziel, die tragischen Hintergründe herauszufinden, die Yuko zu diesem Schritt getrieben haben. Nach und nach häufen sich die seltsamen Eregnisse auf ihrem Stockwerk im Wohnheim, seien es Schuhe, die im ganzen Flur verteilt wurden, oder auch ein komplett zerstörtes Wohnzimmer. Das ganze hat mich immer mehr an asiatische Horrorfilme erinnert, weshalb ich auch der Meinung bin, dass das Genre Thriller hier nicht wirklich zutrifft.

Nach einem ziemlich langwierigen Einstieg eskaliert die Situation auf einmal, als die Bewohner des Stockwerks Kontakt zu Yukos Geist aufnehmen und herausfinden, dass diese sich an ihnen rächen möchte. Malin befindet ich dann im Wetllauf gegen die Zeit, da die Vorfälle immer agressiver und brutaler werden. Sie muss dringend herausfinden, was Yuko so wütend gemacht hat. Die Auflösung dieser Frage empfand ich als unbefriedigend und etwas lächerlich.

FAZIT:
Im Großen und Ganzen muss ich also sagen, dass mich dieses Buch nicht wirlich überzeugen konnte. Es wirkt irgendwie wie ein netter Versuch, der missglückt ist. Vielleicht lag das aber auch an meinen Erwartungen, da mich der Klappentext sehr angesprochen hat. Dieses Buch war meiner Meinung nach schwer zu bewerten, weil es wirklich nicht schlecht war, aber irgendwie auch nichts besonderes. Deswegen gebe ich eine mittlere Bewertung und damit 3/5 Herzen!

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ZUR AUTORIN:
Jenny Milewski, geboren 1971, liebt Thriller und Horror. Sie arbeitet in der Werbebranche und hält neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit Vorträge über Spannung in Literatur und Film. In der schwedischen Szene hat sie bereits einen Namen und steht mit ihrem Debütroman Skalpelltanz für eine neue Thrillergeneration. Jenny Milewski lebt mit ihrem Mann in Malmö.
(Quelle: randomhouse.de)

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Rezension: Julie Lawson Timmer – Fünf Tage, die uns bleiben

Bei diesem Buch handeltes sich um ein Rezensionsexemplar, weshalb ich mich zuerst bei netgalley.de und bastei lübbe bedanke!

Da es sich leider nicht um eine Leseempfehlung handelt, verzichte ich darauf, wie sonst üblich, die Buchdetails aufzuführen und das Buch zu verlinken. Dennoch habe ich nicht darauf verzichtet zu schildern, was mich zu meiner Meinung bewegt.

ZUM INHALT:
Mara, erfolgreiche Anwältin und liebevolle Ehefrau und Mutter, lebt seit einigen Jahren mit einer schrecklichen Gewissheit: Sie leidet an einer unheilbaren Krankheit. Um ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter einen qualvollen Leidensweg zu ersparen und ihnen als glücklicher Mensch in Erinnerung zu bleiben, beschließt sie, sich nach dem Auftreten bestimmter Symptome das Leben zu nehmen.

Nun bleiben ihr noch fünf Tage. Fünf Tage, um sich von den Menschen zu verabschieden, die sie am meisten liebt. Fünf Tage, um letzte Spuren in ihren Herzen zu hinterlassen. Fünf Tage, um für immer loszulassen … (Quelle: luebbe.de)
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MEINE MEINUNG:

Die Geschichte handelt von Mara, 42 Jahre alt, verheiratet, Mutter einer fünfjährigen Tochter – und an der tödlichen Krankheit Chorea Huntington erkrankt. Ein wirklich schweres und drückendes Thema, das nicht leicht zu lesen war. Das Buch beginnt vier Jahre nachdem Mara ihre Diagnose bekommen hat und damit fünf Tage bevor sie ihrem Leben durch eigene Hand ein Ende setzen möchte. Als Leser erfährt man nämlich einiges über diese furchtbare Krankheit, unter anderem, dass sie die Gehirnzellen angreift und die Folge daraus der Kontrollverlust über den eigenen Körper, sowie irgendwann auch der Tod ist. Bevor sie zu einem Pflegefall wird und nicht mehr selbst über die Funktionen ihres Körpers entscheiden kann, beschließt Mara, dass Suizid die einzige Option für sie ist. Die Protagonistin lernt man als ehemaligen Workaholic und gewissermaßen als Perfektionistin kennen, von daher wäre es für sie eine Horrorvorstellung, den Rest ihres Lebens auf die Hilfe von anderen Personen, womöglich sogar von Pflegepersonal, angewiesen zu sein. Deshalb stellt Mara sich das Ultimatum, sich das Leben zu nehmen, nachdem bestimmte Symptome aufgetreten sind. Als dies dann passiert, bleiben ihr noch fünf Tage. 5 Tage um sich still und heimlich zu verabschieden, die letzten Momente mit ihren Liebsten nochmal aufzusaugen und eine Liste abzuarbeiten, mit Dingen die sie noch erledigen muss, um ihren Hinterbliebenen nach ihrem Tod die ganze Sache zu erleichtern, auch wenn dies schier unmöglich scheint.

Zugleich existiert jedoch noch eine zweite Handlung, die im Klappentext überhaupt nicht erwähnt wird, was mich ziemlich gewundert hat, da ich den Protagonisten dieser Handlung, Scott, mit Mara sogar gleichsetzen würde. Auch er hat noch fünf Tage, danach wird ihm sein über alles geliebter Pflegesohn Curtis genommen, denn dieser darf wieder zurück zu seiner Mutter ziehen. Scott möchte natürlich auch noch die letzen Momente mit seinem Großen genießen. Meiner Meinung nach spielt diese Handlung eine genauso große Rolle wie die von Mara, deswegen war ich etwas erstaunt, darüber nichts im Klappentext gelesen zu haben. Ich muss auch sagen, dass mich diese zweite Handlung auch wesentlich mehr erreicht hat als die von Mara. Wie Scott sich um seinen Pflegesohn kümmert ist wirklich rührend, auch wenn er sich gegenüber seiner schwangeren Frau meiner Meinung nach nicht wirklich nachvollziehbar verhält, war diese Geschichte sehr viel emotionaler für mich. Andererseits ist das Verhalten seinerseits jedoch auch wahnsinnig seltsam, er bekommt schließlich mit seiner Frau das erste gemeinsame Kind, allerdings erfährt man nur etwas über die Trauer, welche der Velust seines Sohnes mit sich bringt. Beinahe mit keinem Wort wird das große Glück erwähnt, das ihn erwarter. Von daher wirklich verständlich, dass seine Frau Laurie nicht mit seinem Verhalten einverstanden ist.

Die Protagonistin Mara war mir von Anfang an nicht wirklich sympathisch. Sie kommt mir tatsächlich viel zu egoistisch und selbstbezogen vor. Auch in diesem Handlungsstrang gab es einige emotionale Stellen, beispielsweise als ihre fünfjährige Tochter sich von der Mutter blamiert fühlt, als diese in der Schule auftaucht und die anderen Kinder natürlich sofort merken, dass mit Mara etwas nicht stimmt. Der Kampf mit der Krankheit ist meiner Ansicht nach gut geschildert, aber viel mehr ist es für mich nicht – eine Schilderung. Ich muss leider sagen, dass ich nicht wirklich überzeugt wurde, die Autorin konnte die Gefühle nicht gut übermitteln. Die Emotionen kamen einfach nicht an, vielleicht lag das auch an der kühlen und distanzierten Protagonistin, so erschien sie mir zumindest.

Für mich war es auch ziemlich unverständlich, weshalb die Autorin zwei Handlungen miteinader verstrickt und zwei Schicksale schildert. Ich konnte dahinter keinen wirklichen Sinn entdecken, auch wenn sie die beiden Geschichten oberflächlich miteinander verflochten hat. Ich bin der Meinung, das Thema Chorea Huntington bietet genug, um damit einen ganzen Roman zu füllen und auch ist dieses Thema so ernst und für dieses Buch so wichtig, dass es für mich nicht wirklich plausibel war, weshalb ein zweites Thema eingeführt wird und diesen wichtigen Handlunsstrang immer wieder in den Hintergrund rückt.

Erzählt wurde aus der Perspektive eines auktorialen Erzählers, immer abwechselnd Maras und Scotts Geschichte. So konnten auch gut Emotionen von den Nebencharakteren vermittelt werden, allerdings sind diese zu kurz gekommen. Man erfährt kaum etwas über das Innenleben der Beteiligten, die sich mit den Protagonisten das jeweilige Schicksal teilen, beispielsweise die Ehepartner von Mara und Scott. Das war wirklich sehr schade.

FAZIT:
Ich habe ein hochemotionales Buch erwartet und wurde enttäuscht. Für mich sind die vielen positiven Rezensionen zu diesem Buch nicht wirklich nachvollziehbar. Jedes Mal wenn ich etwas von „Tränen vergießen“ für diesen Roman lese, stelle ich mir die Frage, ob ich denn so gefühlskalt bin ?! 😀 Zum Glück darf jeder seinen eigenen Geschmack haben. Meiner war dieses Buch leider nicht. Die emotionale Tiefe hat mir definitiv gefehlt, was nun wirklich erwartbar sein sollte, bei solch einem tieftraurigen Thema. Deshalb kann ich nicht mehr als zwei Herzen vergeben, was ich wirklich sehr schade finde.

2-herzen

Rezension: Molly McAdams – Letting go – Wenn ich falle

Heute eine Rezension zu Letting go – Wenn ich falle von Molly McAdams, welches ich von netgalley.de als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen habe! Vielen Danke auch an den Mira Taschenbuch Verlag.

BUCHDETAILS:
ebook, taschenbuch
9,99€
352 Seiten
erschienen im 12/2016
mira taschenbuch verlag

ZUM INHALT:
Schon mit dreizehn Jahren wusste Grey, dass Ben der Eine ist. Sie war so sicher, dass sie für immer mit ihm zusammen sein würde. Aber drei Tage vor der Hochzeit stirbt er an einem unerkannten Herzfehler. Ihr gemeinsamer bester Freund Jagger ist der Einzige, der Grey durch die schreckliche Trauer und vielleicht zurück ins Leben helfen kann. Sie vertraut ihm bedingungslos und könnte vielleicht mehr für ihn empfinden. Doch würde sie damit nicht ihre Liebe zu Ben verraten? (Quelle: harpercollins.de)

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MEINE MEINUNG:
Das große Thema in Molly McAdams Roman ist der Kampf Greys zurück ins Leben, nachdem ihr Verlobter, die Liebe ihres Lebens, kurz vor der Hochzeit an einem unentdeckten Herzfehler stirbt. Zu Beginn bekommt der Leser einen kleinen Rückblick geliefert, ein paar Tage vor der Hochzeit, an dem Tag, an dem Ben einfach umfällt und nicht mehr aufsteht. Die eigentliche Geschichte beginnt dann genau zwei Jahre später und dreht sich um Grey und Jagger, Bens Verlobte und sein bester Freund.

Was mich ziemlich überrascht hat, war die Tatsache, dass die gedachte Auflösung des Klappentextes ziemlich schnell erfolgt. Ich habe nach dem Lesen des Klappentextes schon eine Ahnung gehabt und mir einen ganz anderen Verlauf des Themas vorgestellt. Trotzdem war ich nicht enttäuscht und habe mich auf den weiteren Verlauf voller Spannung und ohne spezielle Erwartungshaltung eingelassen.

Teilweise war die Geschichte ganz schön kitschig – klar, es ging hauptsächlich um die große Liebe und ganz große Gefühle und die Beschreibung dieser, ist der Autorin auch wirklich gut gelungen. Dennoch bin ich der Meinung, dass es zu viel des Guten war, denn rückblickend kommt es mir vor, als ginge es NUR um Gefühle. Mir kam es vor, als würde die ganze Stadt nur Grey und Jagger als Thema haben, denn jeder Charakter des Buches hatte irgendwas dazu zu sagen und alle waren nur damit beschäftigt sich um ihre Beziehung zu kümmern. Das war mir definitiv zu übertrieben!

Ebenfalls gestört haben mich die Konflikte, die dargestellt wurden. Es kam mir vor, als würde ein großer Konflikt den nächsten jagen und das kam mir alles sehr unrealistisch vor. Zum Einen war da die nervige Exfreundin, Jaggers schwieriges Verhältnis zu seiner intriganten Mutter und seine kleine Schwester, die ihm Probleme bereitet. Mir kam es vor, als wären all diese Konflikte und auch ihre Lösungen, nur leicht angeschnitten und auch schnell wieder beseitigt worden, schließlich konnten die Charaktere sich gegenseitig nicht böse sein, egal wie schwerwiegend die begangene Tat war.

Ein weiterer Kritikpunkt war die kurze Zeitspanne, in der das alles vorfällt. Die Protagonisten bauen sich etwas auf, wofür normale Menschen Jahre brauchen. Zumindest aus meiner Sicht. Das hat mir das Ganze einfach total unrealistisch erscheinen lassen.

Erzählt wurde aus den beiden Perspektiven der Protagonisten Grey und Jagger, immer abwechselnd aus der Ich-Perspektive. Die ermöglichte sehr anschaulich das Nachvollziehen der Gefühle und Gedankengänge und auch eine gewisse Nähe zu den Charakteren wurde dadurch aufgebaut. Trotzdem hat mir nur der Protagonist Jagger gut gefallen, Grey war mir einfach viel zu sehr „Gutmensch“. Auch ihre Eltern und Bruder waren sehr überzogen dargestellt, viel zu überdreht war vor allem auch Greys Mutter, die sie behandelt hat, als wäre sie ein Kind. Das hat es mir sehr schwer gemacht die Geschichte ernst zu nehmen.

Natürlich gab es auch positive Dinge, wie zum Beispiel der Schreibstil der Autorin, der es mir ermöglichte das Buch sehr schnell zu lesen. Auch das Ende hat mir gut gefallen. Ich konnte das ganze Buch über miträtseln und zum Schluss gab es eine überraschende Wendung, die ich eigentlich ganz gelungen fand. Der Hauptgedanke war auch ein ziemlich Guter, einzig und allein das Drumherum hat gestört und die Geschichte überladen. Hier wurde viel Potenzial verschenkt.

FAZIT:
Die Geschichte, zumindest der Grundgedanke, haben mir gut gefallen. Ich mochte auch den Schreibstil der Autorin, vor allem die großen Gefühle wurden, meiner Meinung nach, gut dargestellt. Leider wirkte alles zu überladen und zu rosarot, weshalb ich die Geschichte nicht wirklich ernst nehmen und auch nicht mitfühlen konnte. Weiterempfehlen würde ich die Geschichte nicht unbedingt, sie ist ganz nett, aber es sind leider zu viele Störfaktoren vorhanden!

3-herzen

ZUR AUTORIN:
Molly McAdams wuchs in Kalifornien auf. Heute lebt sie mit ihrem Ehemann und ihren vierbeinigen Hausgenossen in Texas. Wenn sie nicht gerade an ihren erfolgreichen New-Adult-Romanen schreibt, kuschelt sie sich am liebsten daheim auf die Couch und schaut Filme. Sie hat eine besondere Schwäche für frittierte saure Gurken (eine Spezialität im Süden der USA!) und weiche Schmusedecken. (Quelle: hapercollins.de)

Hier geht’s zum Buch!

Rezension: Anne Jacobs – Das Erbe der Tuchvilla

Zuallererst bedanke ich mich bei dem blanvalet Verlag  für das Rezensionsexemplar Das Erbe der Tuchvilla von Anne Jacobs!

BUCHDETAILS:
taschenbuch
9,99€
670 Seiten
erschienen im 12/2016
blanvalet

ZUM INHALT:
Das Schicksal einer Familie in einer bewegten Zeit. Und eine Liebe, die alles überwindet.

Augsburg, 1920. In der Tuchvilla blickt man voller Optimismus in die Zukunft. Paul Melzer ist aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und übernimmt die Leitung der Tuchfabrik, um der Firma wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Seine Schwester Elisabeth zieht mit einer neuen Liebe wieder im Herrenhaus der Familie ein. Und Pauls junge Frau Marie will sich einen lang gehegten Traum erfüllen: ihr eigenes Modeatelier. Ihre Modelle haben großen Erfolg, doch es kommt immer wieder zu Streitigkeiten mit Paul – bis Marie schließlich die Tuchvilla mit den Kindern verlässt … (Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Bei Das Erbe der Tuchvilla von Anne Jacobs handelt es sich um den dritten Teil der Tuchvilla-Reihe. Ich habe ja ein Händchen dafür, solche Buchreihen immer wieder mit dem weiterführenden Teil einer Reihe zu beginnen. Das war mir zu Beginn, als ich es aussuchte, nämlich nicht bewusst, von dieser Reihe hatte ich noch nichts gehört. Trotzdem hatte ich keine Probleme damit, in die Geschichte reinzukommen, denn die jeweiligen Details, die für den Verlauf der Geschichte relevant sind, wurden nacherzählt und ich hatte nicht das Gefühl, irgendetwas nicht zu verstehen.

Zum Einstieg lernt man die Protagonisten und somit die Familie Melzer kennen, die ganz besonders im Mittelpunkt steht. Man stößt hier auf viele Namen und Charaktere, weswegen ich zu Beginn etwas Schwierigkeiten hatte, mitzukommen. Nach einiger Zeit habe ich mich dann aber daran gewöhnt und gut in die Geschichte hinein gefunden.

Was mir besonders gut an dem Erzähl-Stil der Autorin gefallen hat, war die Abwechslung in den verschiedenen Kapiteln, jedes neue Kapitel wirft das Licht auf eine andere Personengruppe. So gibt es Kapitel, die von Paul und Marie, dem Liebespaar, um welches es hauptsächlich geht, handeln, sowie Kapitel über ihre Kinder, oder ihre Angestellten. Sehr interessant ist auch zu beobachten, dass es Unterschiede in der Sprache gibt, je nachdem welche Personengruppe gerade im Mittelpunkt steht. Sind gerade die Angestellten die Protagonisten, so wird die Sprache dialektal und „bäurisch“. Stehen die Kinder im Vordergrund, bekommt der Erzähler ebenso eine naive und infantile Art zu beschreiben. Es gab auch Kapitel über Pauls Schwestern Lisa und Kitty, welche mir auch sehr gut gefallen haben. In den Kapiteln über die Angestellten geht es vor allem um die Geldprobleme welche die Inflation vor allem im Jahr 1923 beschert und um den Zusammenhalt, gegenüber der verhassten Serafina von Dobern, die eingestellt wurde, um sich um Maries und Pauls Kinder zu kümmern, da Marie nun ihr eigenes Mode-Atelier hat und dies viel Zeit verschlingt. Schnell stellt sich heraus, dass Serafina als Hauptquelle allen Übels gilt und keine Gelegenheit auslässt, gegen Marie und Pauls Schwester Kitty zu sticheln, da diese sich fortschreitend entwickeln und emanzipieren, was sich für eine Frau hohen Standes selbstverständlich so gar nicht gehört. Da kommt es Serafina natürlich gerade Recht, dass Alicia Melzer, Pauls Mutter, komplett auf ihrer Seite steht und ihre Ansichten teilt, dabei nicht erkennt, welche Intrigen die Gouvernante spinnt. Stehen die Kinder im Mittelpunkt, so geht es hauptsächlich darum, dass beide Kinder den Ansprüchen ihres Vater nicht gerecht werden. Leo spielt nämlich leidenschaftlich gerne Klavier und Dodo interessiert sich sehr für Flugzeuge und Maschinenbau.

Über ihnen der Himmel, unter ihnen die Hölle, und mitten dazwischen schwebten sie auf Mozarts Flügeln. Das war verrückt. Aber es war das Schönste, was es auf der Welt gab. (Jacobs, s.605f)

Andersrum hätte der Vater sich das gewünscht. Damit hat jede Personengruppe seine eigene Handlung, in welche man abwechselnd Einblicke bekommt. Das ist auch der Grund dafür, dass keine Langeweile aufkommt und man nicht das Gefühl hat, das Buch sei langatmig.

Gewöhnungsbedürftig war vor allem die Sprache, allerdings muss man bedenken, dass das Buch etwa um 1925 spielt und damals auch anders gesprochen wurde als heute. Dadurch wirkt die Geschichte aber auch authentisch und gut vorstellbar und nach einer Weile kam ich damit auch sehr gut klar.

Hauptthema der Geschichte ist – wie der Klappentext bereits verrät – die Ehekrise von Paul und Marie und der damit verbundene Auszug Maries aus der Tuchvilla. Die ganze Geschichte zieht sich meiner Meinung nach viel zu lange hin und ich habe schnell die Lust an diesem Thema verloren. Zum Glück gab es noch spannendere Dinge, die in dem Buch passiert sind. Im Großen und Ganzen handelt es sich bei der Geschichte um einen Bericht, über das Zusammenleben einer Familie mit ihren Höhen und Tiefen über Monate, Jahre hinweg. Klar, dass hier viel passiert, aber bei vielem hatte ich das Gefühl, dass es nicht viel zum Vorankommen der eigentlichen Geschichte beigetragen hat. Bei vielen Geschehnissen, die passiert sind, habe ich mir die Frage gestellt, wieso das denn passiert ist, wo es doch überhaupt keinen Zusammenhang mit dem eigentlichen Thema gibt.

!ACHTUNG SPOILER!

Das war zum Beispiel bei dem Mord an Maria Jordan so… Das ist alles so plötzlich passiert und wurde dann wieder unter den Teppich gekehrt und ich habe mich einfach gefragt: WIESO ? Warum ist das jetzt passiert ? Was mich auch sehr gestört hat, war das plötzliche Kündigen der Gouvernante. Ich hätte Serafina von Dobern eine ordentliche Abreibung und das Aufdecken ihrer bösen Spielchen gegönnt.

SPOILER ENDE.

Das Ende empfand ich als schön, aber nichts besonderes, irgendwie war es vorhersehbar. Trotzdem gab es noch eine kleine Überraschung am Ende, die mir sehr gut gefallen hat.

FAZIT:
Ich war nicht begeistert, muss ich leider sagen, auch wenn die Geschichte gut erzählt war. Sie war leider nicht mehr als ganz nett, ich hatte nicht das Gefühl, ich müsste unbedingt weiterlesen, weil es so spannend war. Deswegen bekommt das Buch eine mittelmäßige Empfehlung, weil es dennoch nicht schlecht war und ich auch nicht das Gefühl hatte, mich zu langweilen.3/5 Herzen!

3-herzen

ZUR AUTORIN:
Anne Jacobs veröffentlichte unter anderem Namen bereits erfolgreich historische Romane und exotische Sagas. Mit Die Tuchvilla erfüllt sie sich einen lange gehegten Wunsch und gestaltet ein Familienschicksal vor dem spannenden Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte. (Quelle: randomhouse.de)

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