Rezension: Die Schule der Nacht – Ann A. MacDonald

Heute eine Rezension zu einem wirklich tollen Buch, endlich mal wieder eins, das mich komplett überzeugen konnte! Vielen Dank für diesen Lesegenuss an penhaligon, ich habe mich sehr gefreut. Es handelt sich um Die Schule der Nacht von Ann A. MacDonald.

BUCHDETAILS:
hardcover
19,99 Euro
442 seiten
erschienen im 05/2017
penhaligon

 

ZUM INHALT:
»Du kannst dich nicht für immer vor der Wahrheit verstecken. Bitte komm zurück, und bring alles zu einem guten Ende.« Diese Nachricht erhält die Amerikanerin Cassandra Blackwell in einem mysteriösen Päckchen, zusammen mit einem alten Foto ihrer verstorbenen Mutter, gekleidet in die schwarze Robe der Oxford Universität. Kurzerhand beschließt sie, nach England zu reisen, um mehr über die geheimnisvolle Vergangenheit ihrer Mutter zu erfahren. Dort entdeckt Cassie eine Welt voller Traditionen und Privilegien und merkt schnell, dass hier eine dunkle Macht am Werk ist – verbunden mit einer geheimen Gesellschaft, die sich Die Schule der Nacht nennt … (Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Geheimnisse, die Suche nach sich selbst, eine Geheimgesellschaft und ein klein wenig Mystik sind die Schlagwörter, die die Geschichte rund um „Die Schule der Nacht“ wohl am besten beschreiben. Somit hält dieses Buch genug für spannungsgeladene Stunden bereit. Nach dem Klappentext musste ich dieses Buch unbedingt lesen und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

Zunächst einmal steigt die Geschichte mit Cassandra Blackwells Ankunft am Raleigh College in England ein. Sie beginnt ihr Auslandssemester, denn ursprünglich studiert sie in Amerika. Aber nicht des Colleges wegen hat Cassandra sich für diesen Schritt entschieden, sondern aufgrund einer geheimnisvollen Nachricht die sie erreicht hat. Sie solle wieder ans College zurückkehren, dabei hat sie anfangs keinerlei Verbindung nach England, die diese Nachricht begründen würde. Die Neugier siegt, denn Cassandra möchte mehr über das Leben ihrer Mutter und ihres Vaters, den sie nie kennengelernt hat, erfahren.

Der Leser taucht ein in die Welt einer alten Universität mit vielen alten Geheimnissen, die es aufzudecken gilt. Allen voran ist das Geheimnis um die sogenannte Schule der Nacht, eine angebliche Geheimgesellschaft, die Cassandras Weg auf der Spurensuche nach ihrer Mutter kreuzt. Das Raleigh College wird so eindrucksvoll beschrieben, dass es erscheint wie eine Traumwelt, mit wunderschönen Bauten und beeindruckenden Persönlichkeiten, die alle der Bildungselite von England angehören. Bei der Spurensuche treten immer weitere, ungeklärte Fragen auf, die die Geschichte am Leben erhalten und die Spannung ankurbeln. So ist es MacDonald gelungen mich an das Buch zu fesseln, ich konnte es kaum aus der Hand legen. Cassandras Ungeduld, das Geheimnis um die Schule der Nacht zu lüften und damit vielleicht auch ihre eigene Herkunft zu klären, wird immer größer und das hat sich auch auf mich übertragen.

Zu Beginn lernt man Cassandra als Einzelgängerin kennen, die lieber für sich bleibt. Verständlich, denn ihr einziges Ziel ihres Auslandssemesters war es, Licht in die Dunkelheit um ihre Herkunft und die Vergangenheit ihrer Mutter, oder Eltern zu bringen. Im Laufe der Geschichte kommt sie aber immer mehr aus sich heraus und lässt den Kontakt zu anderen Menschen zu. Somit wirkt die Protagonistin anfangs zawr distanziert, aber dennoch sympathisch. Das liegt vor allem an den Einblicken in Cassies schwere Kindheit mit einer depressiven Mutter, die ihre Verhaltensweise zumindest erklärt. Zuflucht hat sie im Aneignen von Wissen in ganz verschiedenen Bereichen gefunden. Besonders gefiel mir die Tatsache, dass es sich hier keineswegs um das nette Mädchen von nebenan handelt, sondern durchaus um einen Charakter mit Ecken und Kanten. Ihre Vergangenheit ist geprägt von Drogen, oder auch kriminellen Tätigkeiten. Nicht dass das sympathisch wäre, aber die positive Entwicklung einer starken Persönlichkeit, ist das, was mir bei Cassie besonders aufgefallen ist.

Die Nebencharaktere waren zwar nicht sehr detailreich beschrieben, aber das hatte den Effekt, dass ich als Leser stets rätseln konnte, wer von ihnen denn zu den „Guten“ und wer zu den „Bösen“ gehört.  Da gibt es zum Beispiel Evie, Cassies Mitbewohnerin, immer fröhlich und liebevoll, bis es dann zu einem Wandel kommt, den sich Cassie nicht erklären kann. Auch diesem Geheimnis geht sie auf den Grund. Hugo und Olivia, die Oberschichtkids, spielen auch eine große Rolle. Trotz ihres hohen Standes sind sie herzlich und freundlich und besonders zwischen Hugo und Cassie kommt es immer wieder zu Spannungen, die erahnen lassen, dass da etwas dahinterstecken könnte.

Cassie erstarrte. Sie merkte, wie sie unter der Berührung erschauerte, spürte, wie seine Haut auf ihrer Haut brannte, aber vor allem erkannte sie in seinen Augen jene dunkle Einsamkeit, die sie selbst jeden einzelnen Tag empfand. Einen Hunger, der sie beinahe verschlang. (MacDonald, s. 272)

Dinnerabende mit der hohen Gesellschaft Englands folgen damit für Cassie. Besonders aufgefallen ist auch der Charakter des Professor Tremain, der Cassie aus irgendeinem Grund scheint loswerden zu wollen. Es treten noch einige weitere, spannende Charaktere auf, aber an dieser Stelle will ich ja nicht zu viel verraten.

Anfangs geht die Geschichte etwas schleppend voran, aber mit jedem neuen kleinen Fünkchen Information, wächst der Drang, das Geheimnis endlich aufzudecken. In der Mitte des Buches etwa, kommt der Umschwung, welcher der Autorin sehr gut gelungen ist. Die Ereignisse überschlagen sich förmlich. Sie hat es geschafft eine düstere, mystische Atmosphäre zu schaffen, welche am Ende ihren Höhepunkt erreicht. Bis zum Ende, wusste ich nicht, welchem der Charaktere zu trauen ist. Deswegen konnte mich auch das Ende überzeugen, als endlich alles aufgeklärt wurde. Fasziniert war ich vor allen Dingen vom Aufbau der Geschichte, wie doch alles miteinander zusammenhängt, was auf den ersten Blick nicht so scheint, die Einblicke in die fiktive Universität waren sehr eindrücklich und alle Charaktere waren gut gezeichnet. Durch die bildhaften Beschreibungen hatte ich auch immer ein deutliches Bild vor Augen.

FAZIT:
Ich empfehle dieses Buch ganz klar weiter. Auch wenn Mystery nicht zu meiner liebsten Thematik gehört, hat mich dieses Buch überzeugt. Vielleicht deswegen, weil es zum größten Teil eher einem Krimi ähnelt und die mystischen Passagen erst am Ende auftreten. Es hält viele Rätsel und spannende Wendungen parat, die mich immer wieder überraschen konnten. Mit jedem neuen Kapitel wächst der Drang, das Geheimnis rund um Die Schule der Nacht aufzuklären. Gut geschrieben und gut aufgebaut, ich habe nichts zu bemängeln. Deswegen vergebe ich hier die volle Punktzahl.

5-herzen

ZUR AUTORIN:
Ann A. McDonald wurde in Sussex geboren, studierte Philosophie, Politik und Wirtschaft in Oxford, um anschließend als Musikjournalistin und Unterhaltungskritikerin zu arbeiten. Heute lebt sie in Los Angeles und schreibt hauptberuflich Romane und Drehbücher. (Quelle: randomhouse.de)

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Rezension: Diane Chamberlain – Der Tag, an dem wir dich vergaßen

Viel zu lange wartet meine Rezension schon darauf veröffentlicht zu werden. Zuerst einmal vielen Dank an harpercollins für mein Rezensionsexemplar, ich habe mich sehr darüber gefreut. Nun aber zum Buch, es handelt sich hierbei um Der Tag, an dem wir dich vergaßen von Diane Chamberlain. Von der Autorin habe ich vorher noch nichts gelesen, deswegen habe ich völlig ohne Erwartungshaltung mit dem Lesen begonnen.

BUCHDETAILS:
taschenbuch
12,00 euro
480 seiten
erschienen im 05/2017
harpercollins

ZUM INHALT:
Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Riley MacPherson nach North Carolina zurück. Jahrelang hat sie diesen Ort gemieden – zu zerrüttet war ihre Familie seit dem Selbstmord ihrer Schwester vor über 20 Jahren. Als Riley ihr Elternhaus ausräumt, findet sie eine Schachtel mit alten Zeitungsartikeln und macht eine schockierende Entdeckung: Lebt ihre totgeglaubte Schwester etwa noch?  Was ist damals geschehen? Doch bei ihren Nachforschungen stößt Riley auf eine undurchdringliche Mauer des Schweigens …

„Ein absoluter Pageturner und ein Muss für alle Mystery-Fans!“
Library Journal
(Quelle: harpercollins.de)

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MEINE MEINUNG:
Das Buch beginnt mit einem Epilog aus dem Jahr 1990, der zu Beginn direkt schon die Neugier weckt. Als Leser möchte man natürlich wissen, was dahinter steckt. Danach wechselt der Roman zur Gegenwart und in die Ich-Perspektive der Protagonistin Riley. Zu Beginn erfährt man, dass sie vor kurzem ihren Vater verloren hat und nur noch ihr Bruder Danny am Leben ist. Auch ihre Mutter und Schwester Lisa sind gestorben, Letztere beging Selbstmord als Riley noch ein Kleinkind war. Sie liebt ihren Bruder abgöttisch, jedoch lässt dieser sie nicht wirklich an ihn heran. Zu tief sitzen die traumatischen Erlebnisse des Krieges, in dem als Soldat gekämpft hat. Dennoch schließt man auch Danny ins Herz und fühlt mit Riley mit, die sich nichts mehr wünscht als ein normales und glückliches Leben für ihren großen Bruder.

Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil kümmert sich Riley um den Nachlass ihres Vaters, wobei sie auf Ungereimtheiten in der Vergangenheit stößt. Sie setzt alles daran diese aufzuklären und beginnt nachzuforschen. Im zweiten Teil kommt es zu Zeitsprüngen, denn nun wird die Geschichte von Lisa, Rileys Schwester erzählt. Sie war ein begnadetes, musikalisches Talent und Riley ist fasziniert von den Videoaufnahmen ihrer Schwester mit ihrer Violine, die sie in den Sachen ihres Vaters entdeckt. Das führt dazu, dass sie mehr über ihre Schwester erfahren will, vor allem was sie zum Suizid getrieben hat. Außerdem kommt dadurch die Frage auf, ob Lisa ihren Selbstmord nur vorgetäuscht hatte. Durch die Zeitsprünge erfährt der Leser viel über Lisas Charakter, wird mit ihren Ängsten konfrontiert und kann sehr gut mifühlen.

Im dritten Teil begibt sich Riley auf die Suche nach ihrer Schwester und enthüllt immer größere und schwerwiegendere Geheimnisse.

Es gibt viele Wendungen und Enthüllungen in der Geschichte, die allerdings so gut gewählt sind, dass die Geschichte stets realistisch und nachvollziehbar bleibt. Sie fesselt den Leser an das Buch, denn die Neugier lässt nicht nach. Es wird auf keinen Fall langweilig! Auch die Zeitsprünge sind gut platziert und bringen keinerlei Verwirrung, das hat die Autorin wirklich gut umgesetzt. Das ganze Buch ist sehr emotional und gegen Ende wird die Geschichte immer dramatischer.

Die Autorin hat sehr realistische Charaktere mit Ecken und Kanten geschaffen, vor allem die Protagonistin Riley war mir sehr sympathisch. Auch Lisas Geschichte war höchst emotional und ergreifend. Stück für Stück kommt der Leser hinter das lang gehütete Geheimnis der Familie und wird immer wieder aufs Neue überrascht.

Ein weiterer, großer Pluspunkt war auf jeden Fall der Schreibstil der Autorin. Alles wurde sehr bildhaft beschrieben, was das Kopfkino angeregt hat. Ich hatte immer den Ort des Geschehens vor Augen und konnte mir auch die Charaktere sehr gut ausmalen.

Einzig und allein das Ende hat mich etwas gestört, das hätte meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr ausgebaut werden können. Eine winzige Kleinigkeit hat mir noch gefehlt, aber das ist wohl Geschmackssache und schlecht war es trotzdem keineswegs.

FAZIT:
Es handelt sich hier um eine höchst emotionale Familiengeschichte, keine Spur von Mystery, wie hinten auf dem Buchrücken beworben. Das hat mich nicht gestört, trotzdem finde ich es nicht ganz passend. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und auch der Schreibstil ist mir positiv aufgefallen. Klare Leseempfehlung, denn ich habe in keinem Moment Langeweile empfunden und wurde immer wieder überrascht.

4-herzen

ZUR AUTORIN:
Diane Chamberlain ist in Plainfield, New Jersey, geboren und aufgewachsen. Vor ihrer Karriere als Schriftstellerin arbeitete sie als medizinische Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin. Bisher sind 16 Romane von ihr erschienen, die mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurden. Diane Chamberlain hat drei erwachsene Stieftöchter, einen Enkelsohn und zwei Shelties, die immer dann mit ihr spielen wollen, wenn ihr gerade eine großartige Idee für ein neues Buch gekommen ist. (Quelle: harpercollins.de)

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Rezension: Paula Hawkins – Into the water

Jetzt war ich wieder eine Zeit lang nicht mehr aktiv hier, die Uni lässt es momentan nicht wirklich zu. Zum Glück habe ich aber trotzdem noch ein kleines bisschen Zeit zum lesen. Dafür leider viel zu wenig Schlaf, aber man muss nun mal Prioritäten setzen! 😀 Zuletzt habe ich Lemon Summer  von Kody Kepllinger, DerTag, an dem wir dich vergaßen von Diane Chamberlain und Into the water von Paula Hawkins gelesen und jetzt beginne ich mal mit meiner Rezension zu Hawkins‘ neuestem Spannungsroman. Die nächste Rezension folgt dann auch bald. Vielen Dank an blanvalet für das Rezensionsexemplar! (Zur Info: der volle Titel des Romans ist Into the water – Traue keinem. Auch nicht dir selbst. Das jedes Mal auszuschreiben ist mir aber zu lästig, deswegen nur die Kurzversion.)

BUCHDETAILS:
paperback
14,99 €
476 seiten
erschienen im 05/2017
blanvalet

ZUM INHALT:
»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …« In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …
(Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Into the water – das Buch, an dem momentan wirklich niemand vorbeikommt, sobald er eine Buchhandlung betritt. Überall wird dieses Buch fett beworben, aber ist es das auch wirklich wert? Mit Into the water hat Hawkins einen weiteren Spannungsroman nach Girl on the train geschrieben und da mich das schon schwer begeistert hat, habe ich mich umso mehr auf ihr neues Buch gefreut. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch, allerdings konnten diese nicht erfüllt werden. Im Großen und Ganzen dreht sich die Geschichte um den Drowning Pool, einem Fluss, der schon viele Opfer gefordert hat. Das Neueste ist Danielle Abbott, Fotografin und sehr fasziniert von dem Fluss und seiner Geschichte. Deswegen stellte sie Nachforschungen an und untersuchte die mysteriösen Todesfälle der Frauen, die in diesem Fluss schon ums Leben gekommen sind. Das hat einigen Dorfbewohnern nicht wirklich in den Kram gepasst und so hatte Nel viele Feinde, die nicht unglücklich darüber waren, als auch sie im Drowning Pool zu Tode kam. Nel hinterlässt ihre Schwester, zu der sie jahrelang keinen Kontakt hatte und eine fünfzehnjährige Tochter, Lena. Sie glauben beide nicht an einen Selbstmord und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Die Geschichte beginnt mir Julia, genannt Jules. Sie erzählt in der Ich-Perspektive und richtet sich dabei an eine noch unbekannte Person. Es wird klar, dass sie ein sehr schwieriges Verhältnis zu dieser Person hat und schnell wird auch deutlich, dass es sich dabei um ihre Schwester Nel handelt. Das Ganze spielt  im Jahr 2015. Insgesamt lässt Hawkins elf Personen in ihrer Geschichte zu Wort kommen. Meiner Meinung nach, hätte man hier auch durchaus etwas sparen können, zumal es einige Zeit dauert, bis man jede der Personen genau zuordnen kann. Alle Charaktere sind dabei Bekannte des Opfers, Bewohner des Dorfs rund um den Drowning Pool. Somit sind sie alle Nachbarn, jeder kennt jeden und doch niemanden tatsächlich. Die Perspektiven wechseln hier, mal wird aus der Ich-Perspektive erzählt, mal in der dritten Person. Ein Pluspunkt, da ich die Erzählweise der Autorin als sehr spannend und abwechslungsreich empfand. Man erfährt viel über die einzelnen Charaktere, aber gleichzeitig auch zu wenig, da alle Charaktere scheinbar ihr eigenes, kleines Geheimnis hüten. Dadurch verfügt die gesamte Story über sehr viele kleinere Handlungsstränge, was mit der Zeit einfach zu viel war. Das Buch wirkte einfach überladen, irgendwie hat mir die Konzentration auf das Wesentliche gefehlt. Die Geschichte plätschert vor sich hin, was wirklich sehr schade ist, denn ich habe immer auf etwas „Krasses“ gewartet, das sicherlich bald passieren würde. Ich wurde enttäuscht, mir scheint, als wäre wirklich rein gar nichts passiert. Das Positive daran, war dann natürlich, dass sich das Buch sehr schnell gelesen hat, immer in Erwartung der Überraschung, dem Schockmoment. Das mag auch am Schreibstil der Autorin gelegen haben, dieser konnte mich, im Gegensatz zur Geschichte an sich, wieder vollkommen überzeugen. Paula Hawkins schafft es, allein durch Worte eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen und Spannung aufzubauen. Sie hat eine ganz eigene, unkonventionelle Art zu Erzählen, was mich auch schon bei Girl on the train mitreißen konnte. Aber das war nun mal leider nicht genug.

Durch die hohe Personenanzahl war es wohl leider nicht möglich, die einzelnen Charaktere näher kennen zu lernen. Sogar die Protagonistin Jules war mir immer ein Rätsel und obwohl sie wiederholt von ihrer schweren Zeit als Jugendliche erzählt, wie sie unter ihrer großen Schwester litt, konnte ich nicht wirklich mitfühlen. Jeder Charakter blieb auf Distanz. Sympathisch erschien tatsächlich keiner von ihnen, bis auf Lena, Nels Tochter, die sich als eine starke, kämpfersiche Persönlichkeit erwies. Ich hatte das Gefühl, nur diese eine Person wirklich kennenlernen zu können, was bei einer Anzahl von etwa 475 Seiten doch eher ernüchternd ist.

Sehr gut haben mir die Passagen um den Drowning Pool gefallen, eine Einsicht in die Recherchen Nel Abbotts. Sie haben einen Einblick in die Vergangenheit geliefert und von den Frauen berichtet, die im Fluss ihr Leben ließen.

Einen Schritt nach dem anderen, bis sie aus dem Gehölz kam, einen Schritt nach dem anderen, vom Weg ab, leicht stolpernd die Uferböschung hinab, und dann, einen Schritt nach dem anderen, ins Wasser. (Hawkins, S. 220)

Das Ende war sehr unbefriedigend. Vielleicht auch deshalb, weil ich mit mehr gerechnet habe. Jede Person ist irgendwie mal verdächtig und man kann auch miträtseln, was das Ende wohl bringen mag – es gibt verschiedene Möglichkeiten, aber keine davon wäre wirklich überraschend. Deswegen hatte ich bis zum Schluss mit einem anderen Ausgang gerechnet.

FAZIT:
Ich finde nicht, dass hier ein Spannungsroman im Sinne von „spannender Roman“ vorliegt. Es ist mir schlichtweg einfach zu wenig passiert! Das Ende ist vorhersehbar, obwohl ich mir die ganze Zeit doch etwas anderes vorgestellt habe. So einfach würde Hawkins das doch nicht stehen lassen. Aber sie hat es so stehen lassen. Vielleicht waren meine Erwartungen auch zu hoch. Ihre Art zu schreiben muss ich aber dennoch loben, sie konnte mich zumindest damit an das Buch binden und deshalb würde ich auch ein weiteres Buch von Hawkins lesen. Die Bewertung ist mir hier wirklich nicht leicht gefallen, aber ich kann Into the water leider nur als mittelmäßig bewerten.

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ZUR AUTORIN:
Paula Hawkins wuchs in Simbabwe auf. 1989 zog sie nach London, wo sie bis heute lebt. Sie arbeitete fünfzehn Jahre lang als Journalistin, bevor sie mit dem Schreiben von Romanen begann. Ihr erster Spannungsroman Girl on the Train wurde zu einem internationalen Phänomen. Der Roman wurde in über 40 Sprachen übersetzt, eroberte weltweit die Bestsellerlisten und wurde 2016 mit Emily Blunt in der Hauptrolle verfilmt. Paula Hawkins‘ zweiter Spannungsroman Into the Water erscheint im Mai 2017.
(Quelle: randomhouse.de)

Rezension: Brittany C. Cherry – Wie die Luft zum Atmen

Zuerst bedanke ich mich bei LYX für dieses Rezensionsexemplar. Ich habe mich hierüber besonders gefreut, da mich alleine schon der Klappentext überzeugt hatte und ich es unbedingt lesen wollte!

BUCHDETAILS:
e-book
9,99 €
358 seiten
erschienen im 01/2017
lyx

ZUM INHALT:
Er küsste mich, als würde er ertrinken. Er küsste mich, als wäre ich für ihn, wie die Luft zum Atmen

Alle hatten mich vor Tristan Cole gewarnt, mich angefleht, ihm aus dem Weg zu gehen. »Er ist ein Monster, er ist verrückt, und er ist tief verletzt, Liz«, hatten sie gesagt. »Er ist nichts als die hässlichen Narben seiner Vergangenheit.« Doch was sie alle ignorierten, war die Tatsache, dass auch ich ein bisschen verrückt und tief verletzt war, dass auch ich Narben hatte. Und keiner von ihnen bemerkte, dass ich an Tristans Seite endlich wieder atmen konnte. Denn nicht zu vergessen, wie man atmete, das war das Schwierigste, wenn man ohne die Menschen leben musste, die man von ganzem Herzen liebte.
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MEINE MEINUNG:
An dieses Buch stellte ich sehr hohe Erwartungen. Zum Einen finde ich das Cover sehr passend, schwarz-weiß mit einem gut aussehenden Mann, der höchstwahrscheinlich den Protagonisten Tristan darstellen soll. Der Klappentext hat von Beginn an meine Neugier geweckt, ich war sehr gespannt ob mich das Buch ebenfalls so überzeugen würde. Wie ich erwartet habe, konnte mich das Buch fesseln bis zum letzten Satz. Ich habe auch einige Kritikpunkte, die ich im Laufe meiner Rezension äußern werde, aber hauptsächlich überwiegt das Positive.
Von dem Buch erwartete ich besonders emotionale Passagen, auch wenn ich mir von Anfang an dachte, dass die Geschichte vor allem auf dem Klischee „Arschloch-wird-zum-Traummann“ basieren würde. So war es dann auch, allerdings war das gar nicht schlimm, da mich besonders die gefühlvollen Stellen gepackt und mitgezogen haben. Die Autorin hat es perfekt verstanden, die Gefühle der beiden Protagonisten abzubilden. Das lag vor allem an der Erzählperspektive, so erzählten abwechselnd Eilzabeth, genannt Liz und Tristan aus ihrem Leben. Im Vordergrund stand dabei natürlich die Beziehung der beiden, die sich im Laufe der Geschichte aufbaut und entwickelt. Entscheidend ist dabei, dass sie beide einen Verlust zu verkraften haben und sich aus diesem Grund verbunden fühlen. Dabei ist die Beziehung der beiden anfangs sehr kühl, fast schon feindselig, da Tristan sich auf keinen Fall auf eine nähere Bindung einlassen möchte. Liz lässt allerdings nicht locker, so sieht sie doch etwas in ihm, das sie nicht loslässt. Tristan lässt sich immer mehr auf seine Nachbarin ein und man kann Stück für Stück hinter seine Fassade des harten Kerls, des „Monsters“ blicken. So entwickelt sich der wütende Tristan zum Liebling, was von Anfang an absehbar war.
Was allerdings nicht vorhersehbar war, war das Ende der Geschichte, welches mich auch zeitweise vor Spannung den Atem anhalten ließ. Das ging ja schon fast ein bisschen in Richtung Thriller. Das Buch hatte rückblickend tatsächlich von allem etwas zu bieten – die ganz großen Gefühle, Spannung und Erotik waren vertreten. Viele Stellen brachten mich zum lachen und auch die großen Liebesszenen konnten mich überzeugen und ließen mich mitfühlen. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr zugesagt.
Kennst du den Ort zwischen Albträumen und Träumen? Den Ort, wo die Zukunft niemals kommt und die Vergangenheit nicht mehr wehtut? Den Ort, an dem dein Herz im Einklang mit meinem schlägt? Den Ort, wo die Zeit nicht existiert und das Atmen leichtfällt? Dort möchte ich mit dir leben. TC
(Cherry, 2017 Pos. 2394)
Viel zu kritisieren gibt es nicht, klar, das altbekannte Klischee des Badboys, „harte Schale, weicher Kern“ kam mal wieder zum Einsatz, aber so gut umgesetzt, dass es definitiv nicht zum Störfaktor wurde. Ich habe diese Geschichte absolut geglaubt, die Autorin hat dieses Klischee wirklich authentisch zum Leben erweckt. Die Protagonisten waren gut ausgearbeitet und auch die Nebencharaktere, wie zum Beispiel Liz‘ Tochter Emma oder ihre beste Freundin Faye, waren liebenswert. Einziger kleiner Kritikpunkt wäre vielleicht die schnelle Entwicklung der Beziehung von Elizabeth und Tristan, das ging mir doch etwas zu rasch.
 FAZIT:
Ein wirklich tolles Buch, das mich bis zum Schluss fesseln und begeistern konnte! Es liest sich sehr gut, denn auch der Schreibstil der Autorin war ansprechend, vor allem die Emotionen der beiden Protagonisten kamen sehr gut rüber und haben mich mitfühlen lassen. Ich hatte nur kaum was zu meckern und das kommt eher selten vor.
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ZUR AUTORIN:

Brittainy C. Cherrys erste große Liebe war die Literatur. Sie hat einen Abschluss der Carroll Universität in Schauspiel und Creative Writing und schreibt hauptberuflich Theaterstücke und Romane. Sie lebt mit ihrer Familie in Milwaukee, Wisconsin.
(Quelle: luebbe.de)
 

Rezension: Sadie Jonies – Jahre wie diese

Zuerst einmal, Vielen Dank an den Penguin Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Zu Beginn einmal, muss ich sagen, dass es mir wahnsinnig schwer fällt, Worte zu diesem Buch zu finden, die in etwa das ausdrücken, was ich darüber denke. Ehrlich gesagt, bin ich mir noch nicht einmal ganz sicher, was ich von diesem Buch halten soll. Bei einer Sache bin ich mir jedoch sicher: das Buch hat mich begeistert. Nur die Frage nach dem ‚Warum‘ ist schwierig in Worte zu fassen. Trotzdem will ich es versuchen.

BUCHDETAILS:
taschenbuch
10,00 €
413 seiten
erschienen 01/2017
penguin

ZUM INHALT:
London in den 70ern: eine Stadt von Partys, Whisky und Drogen beflügelt. Auf den Plattenspielern läuft Soul, man debattiert über Ideologien und die Neuerfindung der Kunst. Für Luke, der in der Provinz aufgewachsen ist, ist es das lang ersehnte Paradies. Zusammen mit Paul und Leigh verwirklicht er sich den Traum von einer eigenen Theaterkompagnie – doch dann trifft er Nina, eine labile Schauspielerin, und seine Liebe zu ihr droht alles zu zerstören, was er sich erkämpft hat … (Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Im Fokus der Handlung stehen ganz klar die beiden Protagonisten Luke und Nina. Zu Beginn kennen sich die beiden nicht, das Geschehen setzt im Jahre 1961 ein, beide noch in der Pubertät. Abwechselnd wird aus dem Leben der Beiden erzählt, man lernt beide Charaktere zunächst einmal kennen und begleitet sie beim Heranwachsen.

Nina und Luke sind sehr zerbrechliche Persönlichkeiten, auch wenn sie nicht immer so wirken. Das Leben macht ihnen zu schaffen, auf ganz unterschiedliche Weisen. Luke musste von klein auf erwachsen sein, für seinen alkoholabhängigen Vater sorgen, denn seine Mutter befindet sich in einer psychiatrischen Anstalt. Er scheint gut damit zurecht zu kommen, auch wenn man bei der Lektüre immer wieder auf Hinweise stößt, die darauf schließen lassen, dass dem in Wahrheit nicht so ist. Luke ist bewundernswert, so hat er sich aus seiner schwierigen Kindheit heraus etwas aufgebaut, nicht aufgegeben und an seinen Träumen festgehalten, auch wenn ihm nicht immer klar war, von was genau er träumt. Er ist ein Träumer, versinkt in Büchern, Musik und in seiner Obsession für das Theater. Zufällig lernt er Leigh und Paul kennen, seine beiden besten Freunde, mit denen er zusammen eine Theaterkompagnie gründet.

Nina wirkt sehr viel schwächer als Luke. Sie definiert sich selbst über die Anerkennung ihrer Mutter, die ihr aber nur selten gegeben wird. Ihre Mutter kümmerte sich nie wirklich um sie, strebte nach einer Schauspielkarriere und versucht nach dem Scheitern dieser, Nina dorthin zu bringen, wo sie selbst gerne gewesen wäre. Nina fügt sich, auch wenn sie es hasst, im Mittelpunkt zu stehen und sich selbst mit der Schauspielerei quält. Ihre Tochter kritisiert sie dauerhaft, achtet streng darauf, dass diese nicht zu viel isst und kümmert sich auch darum, dass Nina einen wichtigen Mann aus der Theaterbranche heiratet, um leichter Fuß fassen zu können. Nina tut alles für ihre Mutter, auch wenn diese kein gutes Haar an ihr lässt und sich herzlich wenig um die Bedürfnisse ihrer Tochter schert. Auch die Ehe zu Tony ist ein Reinfall, im Prinzip gelangt Nina von dem einen Gefängnis in das Nächste. Mit ihren Gefühlen ist sie stets alleine, so kann sie von niemandem wirklich Liebe oder Zuneigung erwarten. Da wundert es nicht, dass sie sich selbst nicht zu lieben scheint und sich selbst einredet, dass alles gut ist, so wie es ist.

Da beide Protagonisten in der Theaterbranche tätig sind, ist es vorhersehbar, dass die beiden früher oder später aufeinander treffen. Auch erfährt man bereits über den Klappentext von der Liebe, die sich zwischen den beiden entwickeln wird. Nina ist durch ihren Ehemann an eine Hauptrolle in einem Stück gekommen. In ihrer Rolle als Inhaftierte berührt sie Luke, auf eine Art und Weise, die er selbst nicht zu begreifen scheint. Von ihrem ersten Bühnenauftritt an, geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf. Der distanzierte Schreibstil der Autorin lässt nicht tief in die Gefühlswelt des Protagonisten blicken, man kann nur erahnen, was sich hier anbahnt. Dies empfand ich allerdings als sehr passend, da beide Charaktere nie wirklich gelernt haben, was Liebe bedeutet und damit ihnen völlig neue, bis zu diesem Zeitpunkt an, unbekannte Emotionen entwickeln.

Er dachte an Nina Jacobs, die blind und gefesselt auf dem Boden gekniet hatte. Das Stück hatte etwas in ihm aufgerissen, und dann war sie da gewesen, hatte sich selbst zur Rettung dargeboten. Alles war von ihm abgefallen, bis nichts mehr von ihm übrig war, und dann – ihr Anblick, wie eine Antwort. Sie war ihm so richtig vorgekommen. Und sie schien nach ihm zu rufen. – ( Jones, s. 156)

Schnell wird deutlich, dass Luke sie retten will und man bekommt den Eindruck, er versuche für sich selbst, etwas wieder gut zu machen. Als hätte er das Gefühl, bis jetzt gescheitert zu sein, so konnte er weder Vater noch Mutter retten. Die Emotionen der Charaktere waren sehr trocken und undurchsichtig dargestellt, trotzdem hat die Autorin es durch ihren Schreibstil geschafft, die Emotionen zu vermitteln. Man muss sich als Leser seinen Teil dazu denken und das hat mir sehr gefallen, weil es die Persönlichkeiten der Charaktere, die Verschlossenheit der Figuren, perfekt unterstreicht.

Auch die Nebencharaktere, die Geschichte um Paul und Leigh hat mir gut gefallen, auch diese waren gut ausgearbeitet. Sie wohnen mit Luke zusammen und unterstützen ihn bei der Entfaltung seines Schreibtalents, werden somit zu seiner neuen Familie und geben ihm damit den Halt und die Zuneigung, die er nie hatte. Mit dem Kennenlernen von Nina beginnt das Ganze allerdings auseinander zu brechen. Luke setzt neue Prioritäten und das Theater, die gemeinsame Leidenschaft der drei Freunde, rückt für ihn in den Hintergrund.

Relativ gegen Ende kommt es dann zu einer überraschenden Wendung, die die Autorin fast vollkommen unkommentiert stehen lässt. Was das Buch vor allem interessant gemacht hat, war die Frage, ob es denn zu einem Happy End kommt oder nicht. Der Ausgang des Buches hat mir überraschenderweise sehr gut gefallen, auch wenn ich mit etwas anderem gerechnet habe.

FAZIT:
Ich muss sagen, dass ich am Anfang Schwierigkeiten hatte, in das Buch reinzufinden. Das lag vor allem an dem etwas ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin, der mir aber mit der Zeit immer besser gefiel und im Endeffekt, haben diese distanzierten Beschreibungen sehr gut gepasst und die Ausarbeitung der Charaktere gefördert. Die Geschichte konnte mich fesseln und überraschen, obwohl nicht allzu viel passiert ist. Im Großen und Ganzen finde ich den Roman von Sadie Jones sehr gelungen und würde ihn weiterempfehlen.

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ZUR AUTORIN:
Sadie Jones, 1967 in London geboren, arbeitete als Drehbuchautorin, unter anderem für die BBC. 2005 verfilmte John Irvin ihr Drehbuch „The Fine Art of Love“ mit Jacqueline Bisset in der Hauptrolle. Ihr preisgekröntes Romandebüt „Der Außenseiter“ (2008) wurde in Großbritannien auf Anhieb ein Nr.-1-Bestseller und war auch in Deutschland ein großer Presse- und Publikumserfolg. 2012 erschien bei der DVA „Der ungeladene Gast“. „Jahre wie diese“ ist ihr vierter Roman.

»Sadie Jones hat eine ungemein elegante Art des Erzählens, die Fans bereits zu Vergleichen mit Hemingway und Ian McEwan hinreißen ließ. Sadie Jones hat Stil.«

Bayerischer Rundfunk
(Quelle: randomhouse.de)

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Rezension: Antonia Hayes – Die relative Unberechenbarkeit des Glücks

Heute melde ich mich mal wieder mit einer neuen Rezension zu Die relative Unberechenbarkeit des Glücks von Antonia Hayes! Zuerst einmal ein Dankeschön an den blanvalet Verlag für mein Rezensionsexemplar.

BUCHDETAILS:
hardcover
19,99 €
461 Seiten
erschienen im 08/2016
blanvalet

ZUM INHALT:
»Alles, was geschehen kann, geschieht auch. Und genauso kann man alles vermasseln und trotzdem ein guter Mensch sein.«

Der zwölfjährige Ethan hat ein paar ungewöhnliche Talente. Physik und Astronomie sind für ihn so selbstverständlich wie Lesen und Schreiben, und er sieht die Welt auf eine Weise, die anderen Menschen nicht begreiflich ist. Die wichtigste Person in seinem Leben ist seine Mutter Claire, aber je älter Ethan wird, desto öfter fragt er nach seinem Vater, den er nie kennengelernt hat. Er weiß nicht, dass er als Baby beinahe gestorben wäre und sein Vater in der Folge verurteilt wurde. Doch dann setzt ein unerwartet eintreffender Brief eine dramatische Kette von Ereignissen in Gang … (Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Dieses Buch hat mich wirklich begeistert. Zuerst einmal gefiel mir der Schreibstil der Autorin sehr gut. Viele bedeutungsvolle Szenen waren wirklich sehr ausführlich und gut beschrieben, ich hatte das Gefühl, in die Geschichte eintauchen zu können. Die Geschichte an sich, war sehr gut aufgebaut. Der Protagonist, der zwölfjährige Ethan, der mit seiner alleinerziehenden Mutter in Australien lebt, hat einige außergewöhnliche Talente und verfügt über einen sehr hohen Intelligenzquotienten. Das macht ihn natürlich besonders, aber für seine Mitschüler gilt er als Freak, als Außenseiter und wird regelmäßig in der Schule gemobbt. Bei diesen Szenen konnte ich sehr gut mitfühlen, da man Ethan als süßen und liebenswerten Jungen kennenlernt und somit Mitleid für diesen Charakter entwickelt, da er selbst nicht versteht, was er falsch macht und irgendwann sogar selbst glaubt, mit ihm stimme etwas nicht. Und das stimmt auch in gewisser Weise, so erfährt man reativ schnell, dass in Ethans Leben etwas schlimmes passiert sein muss, was bei ihm bleibende Schäden hinterlassen hat. Hier konnte ich auch gut Hayes‘ Liebe zum Detail herauslesen, Ethans Krankheit wird anschaulich beschrieben, was die Geschichte irgendwie realer wirken lässt. Genauso verhält es sich auch mit der Physik – Ethan ist ein Wunderkind, versteht mit seinen zwölf Jahren mehr von Astronomie und physikalischen Vorgängen als manch anderer ausgebildeter Wissenschaftler. Leider kommt er mit diesen besonderen Fähigkeiten nur bei den Erwachsenen gut an, die ihn bewundern und fansziniert sind. Bei seinen Mitschülern kann er damit natürlich nicht punkten. Trotzdem findet er in Alison eine gute Freundin, zwar ganz anders als er selbst, trotzdem verstehen die beiden sich vom Tag ihrer ersten Begegnung an blendend.

Die Charaktere waren, meiner Meinung nach, sehr schön ausgearbeitet, vor allem auch Ethans Eltern Claire und Mark. Von seinem Vater weiß Ethan so gut wie nichts, da er die kleine Familie schon kurz nach Ethans Geburt verlassen hat. In dem Roman kommt Ethan an den Punkt, das alles zu hinterfragen, er hätte doch so gerne einen Vater. Durch Perspektivenwechsel und Rückblenden bekommt man als Leser einen detaillierten Einblick in das Leben der beiden Elternteile vor Ethan, und auch erzählt das Buch vom Beginn ihrer Liebesgeschichte. Die Autorin hat es geschafft, vor allem diese emotionalen Szenen zu beleben. Besonders rührend war die Rückblende in Ethans Grundschulzeit. Er erzählt von ihrer Aufgabe, eine Vatertagskarte zu gestalten.

„Will?“, flüsterte Ethan.
„Ja“, erwiderte Will, während er eine knallrote Krabbe mit riesigen Scheren malte.
„Darf ich deinen Dad abmalen? Ich weiß nicht, wie meiner aussieht.“ (s.68)

Und auch die Liebesszenen zwischen Ethans Eltern waren wunderschön ausgemalt. Ein wenig anstrengend waren die ganzen physikalischen Vorgänge, die sowohl von Ethan, als auch von seinem Vater Mark immer wieder beschrieben wurden. Aber das gehört nun mal zu den beiden Charakteren und macht das Buch einzigartig. Trotzdem sollte man wissen, dass der Roman wirklich voll von Physik und Astronomie ist! Diese ganzen Details habe ich teilweise natürlich nicht verstanden, aber das hat meine Freude an dem Buch nicht geschmälert. Denn langweilig wurde es nie.

FAZIT:
Dieses Buch hat mir wirklich supergut gefallen, aus dem einfachen Grund, dass so ziemlich alles darin verpackt ist – die große Liebe, Familienzusammenhalt, ein wenig oder auch viel Drama, aber auch Szenen zum lachen und freuen. Der Schreibstil hat mir wirklich sehr gut gefallen und auch die Liebe zum Detail. Man hat durch die vielen Fachbegriffe einfach gemerkt, wieviel Recherche und Arbeit dahinter stecken muss. Antonia Hayes hat Figuren mit Ecken und Kanten erschaffen, keiner der Charaktere ist perfekt und macht Fehler. Das lässt das ganze sehr authentisch wirken und auf 461 Seiten ist auch genug Platz, um Ethan, Claire und Mark kennen zu lernen. Einen kleinen Punkt Abzug nur, da es an manchen Stellen echt ein bisschen Physik weniger hätte sein dürfen. Das war zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. 4/5 Herzen

4-herzen

ZUR AUTORIN:
Antonia Hayes wuchs in Sydney auf, verbrachte ihre Zwanziger in Paris und lebt heute in San Francisco. Ihre Texte wurden in zahlreichen Magazinen veröffentlicht, außerdem arbeitete sie als Publizistin in der Verlagsbranche und als Buchhändlerin. »Ethan und die Schwerelosigkeit des Glücks« ist ihr Debütroman. (Quelle: randomhouse.de)

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Rezension: Jenny Milewski – Angstmädchen

Ich melde mich zurück! Nach einer viiiel zu langen Pause, habe ich nun endlich wieder Zeit mich meinen geliebten Büchern und auch meinem Blog zu widmen und starten würde ich gerne direkt mit einer Rezension zu Jenny Milewskis Angstmädchen. Meine Hausarbeiten sind geschrieben, ich bin endlich komplett umgezogen, wohne jetzt mit meiner besten Freundin in unserer WG. Das war der Grund, weshalb ich hier nicht mehr aktiv war, aber nach einem Monat Internetlosigkeit, kann es nun endlich wieder los gehen!

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, deshalb bedanke ich mich bei zuerst einmal bei Heyne dafür!

BUCHDETAILS:
paperback
13,99 €
335 Seiten
erschienen im 01/2017
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ZUM INHALT:
Die junge, schüchterne Malin zieht in ein Studentenwohnheim ein. Zu ihrer großen Freude bekommt sie das einzige Zimmer, das über eine Badewanne verfügt. Doch dann erfährt sie, dass sich darin ein Mädchen namens Yuko die Pulsadern aufgeschnitten hat. Kurz darauf findet Malin Haarbüschel, die nicht von ihr stammen können, und als sie eines Nachts eine blasse Gestalt sieht, wird ihr klar, dass etwas in ihr Leben getreten ist, das sie nicht mehr loswird. Etwas, das ihr Angst macht – das auf sie wartet – wo immer sie auch hingeht … (Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Besonders angesprochen hat mich die Tatsache, dass es sich bei der Autorin um eine Schwedin handelt und auch die Handlung in Schweden platziert ist. Durch mein Skandinavistik Studium interessiere ich mich sehr für die skandinavischen Länder und damit auch für die daraus stammende Literatur. Allerdings muss man erwähnen, dass man hiervon nicht allzu viel mitbekommt. Viel präsenter sind die japanischen Elemente, die sich durch den Thriller hindurchziehen, da ja die Protagonistin ein aus Asien nach Schweden adoptiertes Kind ist und auch Yuko war eine aus Japan stammende Austauschstudentin in Schweden. Was mir aber hierbei sehr positiv aufgefallen ist, ist die detaillierte Recherche der Autorin, da alle diese japanischen Elemente sehr gut ausgearbeitet sind und man einen sehr guten Einblick in die japanische Mythologie bekommt.

Beim Lesen des Buches war ich immer wieder hin und hergerissen, ob es mir denn jetzt gefällt oder nicht. Irgendwie konnte es mich nicht ganz überzeugen, es hat mich nicht mitgerissen. Das lag wahrscheinlich auch an den Charakteren, die mir sehr platt erschienen. Auch für die Protagonistin Malin konnte ich keine wirkliche Sympathie aufbringen, ich war teilweise richtig genervt von dem ständigen Selbstmitleid. Dauernd fühlt sie sich angegriffen und als Außenseiter, aufgrund ihrer asiatischen Herkunft. Das war für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Und auch ihre Mitbwohner Torbjörn, Camilla, Rebekka, Pelle und Richard waren für mich nicht wirklich ernst zu nehmende Charaktere.

Die Handlung beginnt mit Malins Einzug in das Studentenwohnheim. Sie zieht in Yukos altes Zimmer und schnell erfährt sie auch von dem schrecklichen Ereignis, das sich in der Badewanne des Zimmers ereignet hat. Yuko hatte sich selbst die Pulsadern aufgeschnitten. Malin ist schockiert über diese Tatsache und fühlt sich selbstverständlich nicht mehr wirklich wohl. Sie fühlt sich mit Yuko verbunden und setzt es sich zum Ziel, die tragischen Hintergründe herauszufinden, die Yuko zu diesem Schritt getrieben haben. Nach und nach häufen sich die seltsamen Eregnisse auf ihrem Stockwerk im Wohnheim, seien es Schuhe, die im ganzen Flur verteilt wurden, oder auch ein komplett zerstörtes Wohnzimmer. Das ganze hat mich immer mehr an asiatische Horrorfilme erinnert, weshalb ich auch der Meinung bin, dass das Genre Thriller hier nicht wirklich zutrifft.

Nach einem ziemlich langwierigen Einstieg eskaliert die Situation auf einmal, als die Bewohner des Stockwerks Kontakt zu Yukos Geist aufnehmen und herausfinden, dass diese sich an ihnen rächen möchte. Malin befindet ich dann im Wetllauf gegen die Zeit, da die Vorfälle immer agressiver und brutaler werden. Sie muss dringend herausfinden, was Yuko so wütend gemacht hat. Die Auflösung dieser Frage empfand ich als unbefriedigend und etwas lächerlich.

FAZIT:
Im Großen und Ganzen muss ich also sagen, dass mich dieses Buch nicht wirlich überzeugen konnte. Es wirkt irgendwie wie ein netter Versuch, der missglückt ist. Vielleicht lag das aber auch an meinen Erwartungen, da mich der Klappentext sehr angesprochen hat. Dieses Buch war meiner Meinung nach schwer zu bewerten, weil es wirklich nicht schlecht war, aber irgendwie auch nichts besonderes. Deswegen gebe ich eine mittlere Bewertung und damit 3/5 Herzen!

3-herzen

ZUR AUTORIN:
Jenny Milewski, geboren 1971, liebt Thriller und Horror. Sie arbeitet in der Werbebranche und hält neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit Vorträge über Spannung in Literatur und Film. In der schwedischen Szene hat sie bereits einen Namen und steht mit ihrem Debütroman Skalpelltanz für eine neue Thrillergeneration. Jenny Milewski lebt mit ihrem Mann in Malmö.
(Quelle: randomhouse.de)

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