Rezension: Diane Chamberlain – Der Tag, an dem wir dich vergaßen

Viel zu lange wartet meine Rezension schon darauf veröffentlicht zu werden. Zuerst einmal vielen Dank an harpercollins für mein Rezensionsexemplar, ich habe mich sehr darüber gefreut. Nun aber zum Buch, es handelt sich hierbei um Der Tag, an dem wir dich vergaßen von Diane Chamberlain. Von der Autorin habe ich vorher noch nichts gelesen, deswegen habe ich völlig ohne Erwartungshaltung mit dem Lesen begonnen.

BUCHDETAILS:
taschenbuch
12,00 euro
480 seiten
erschienen im 05/2017
harpercollins

ZUM INHALT:
Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Riley MacPherson nach North Carolina zurück. Jahrelang hat sie diesen Ort gemieden – zu zerrüttet war ihre Familie seit dem Selbstmord ihrer Schwester vor über 20 Jahren. Als Riley ihr Elternhaus ausräumt, findet sie eine Schachtel mit alten Zeitungsartikeln und macht eine schockierende Entdeckung: Lebt ihre totgeglaubte Schwester etwa noch?  Was ist damals geschehen? Doch bei ihren Nachforschungen stößt Riley auf eine undurchdringliche Mauer des Schweigens …

„Ein absoluter Pageturner und ein Muss für alle Mystery-Fans!“
Library Journal
(Quelle: harpercollins.de)

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MEINE MEINUNG:
Das Buch beginnt mit einem Epilog aus dem Jahr 1990, der zu Beginn direkt schon die Neugier weckt. Als Leser möchte man natürlich wissen, was dahinter steckt. Danach wechselt der Roman zur Gegenwart und in die Ich-Perspektive der Protagonistin Riley. Zu Beginn erfährt man, dass sie vor kurzem ihren Vater verloren hat und nur noch ihr Bruder Danny am Leben ist. Auch ihre Mutter und Schwester Lisa sind gestorben, Letztere beging Selbstmord als Riley noch ein Kleinkind war. Sie liebt ihren Bruder abgöttisch, jedoch lässt dieser sie nicht wirklich an ihn heran. Zu tief sitzen die traumatischen Erlebnisse des Krieges, in dem als Soldat gekämpft hat. Dennoch schließt man auch Danny ins Herz und fühlt mit Riley mit, die sich nichts mehr wünscht als ein normales und glückliches Leben für ihren großen Bruder.

Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil kümmert sich Riley um den Nachlass ihres Vaters, wobei sie auf Ungereimtheiten in der Vergangenheit stößt. Sie setzt alles daran diese aufzuklären und beginnt nachzuforschen. Im zweiten Teil kommt es zu Zeitsprüngen, denn nun wird die Geschichte von Lisa, Rileys Schwester erzählt. Sie war ein begnadetes, musikalisches Talent und Riley ist fasziniert von den Videoaufnahmen ihrer Schwester mit ihrer Violine, die sie in den Sachen ihres Vaters entdeckt. Das führt dazu, dass sie mehr über ihre Schwester erfahren will, vor allem was sie zum Suizid getrieben hat. Außerdem kommt dadurch die Frage auf, ob Lisa ihren Selbstmord nur vorgetäuscht hatte. Durch die Zeitsprünge erfährt der Leser viel über Lisas Charakter, wird mit ihren Ängsten konfrontiert und kann sehr gut mifühlen.

Im dritten Teil begibt sich Riley auf die Suche nach ihrer Schwester und enthüllt immer größere und schwerwiegendere Geheimnisse.

Es gibt viele Wendungen und Enthüllungen in der Geschichte, die allerdings so gut gewählt sind, dass die Geschichte stets realistisch und nachvollziehbar bleibt. Sie fesselt den Leser an das Buch, denn die Neugier lässt nicht nach. Es wird auf keinen Fall langweilig! Auch die Zeitsprünge sind gut platziert und bringen keinerlei Verwirrung, das hat die Autorin wirklich gut umgesetzt. Das ganze Buch ist sehr emotional und gegen Ende wird die Geschichte immer dramatischer.

Die Autorin hat sehr realistische Charaktere mit Ecken und Kanten geschaffen, vor allem die Protagonistin Riley war mir sehr sympathisch. Auch Lisas Geschichte war höchst emotional und ergreifend. Stück für Stück kommt der Leser hinter das lang gehütete Geheimnis der Familie und wird immer wieder aufs Neue überrascht.

Ein weiterer, großer Pluspunkt war auf jeden Fall der Schreibstil der Autorin. Alles wurde sehr bildhaft beschrieben, was das Kopfkino angeregt hat. Ich hatte immer den Ort des Geschehens vor Augen und konnte mir auch die Charaktere sehr gut ausmalen.

Einzig und allein das Ende hat mich etwas gestört, das hätte meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr ausgebaut werden können. Eine winzige Kleinigkeit hat mir noch gefehlt, aber das ist wohl Geschmackssache und schlecht war es trotzdem keineswegs.

FAZIT:
Es handelt sich hier um eine höchst emotionale Familiengeschichte, keine Spur von Mystery, wie hinten auf dem Buchrücken beworben. Das hat mich nicht gestört, trotzdem finde ich es nicht ganz passend. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und auch der Schreibstil ist mir positiv aufgefallen. Klare Leseempfehlung, denn ich habe in keinem Moment Langeweile empfunden und wurde immer wieder überrascht.

4-herzen

ZUR AUTORIN:
Diane Chamberlain ist in Plainfield, New Jersey, geboren und aufgewachsen. Vor ihrer Karriere als Schriftstellerin arbeitete sie als medizinische Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin. Bisher sind 16 Romane von ihr erschienen, die mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurden. Diane Chamberlain hat drei erwachsene Stieftöchter, einen Enkelsohn und zwei Shelties, die immer dann mit ihr spielen wollen, wenn ihr gerade eine großartige Idee für ein neues Buch gekommen ist. (Quelle: harpercollins.de)

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