Rezension: Diane Chamberlain – Der Tag, an dem wir dich vergaßen

Viel zu lange wartet meine Rezension schon darauf veröffentlicht zu werden. Zuerst einmal vielen Dank an harpercollins für mein Rezensionsexemplar, ich habe mich sehr darüber gefreut. Nun aber zum Buch, es handelt sich hierbei um Der Tag, an dem wir dich vergaßen von Diane Chamberlain. Von der Autorin habe ich vorher noch nichts gelesen, deswegen habe ich völlig ohne Erwartungshaltung mit dem Lesen begonnen.

BUCHDETAILS:
taschenbuch
12,00 euro
480 seiten
erschienen im 05/2017
harpercollins

ZUM INHALT:
Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Riley MacPherson nach North Carolina zurück. Jahrelang hat sie diesen Ort gemieden – zu zerrüttet war ihre Familie seit dem Selbstmord ihrer Schwester vor über 20 Jahren. Als Riley ihr Elternhaus ausräumt, findet sie eine Schachtel mit alten Zeitungsartikeln und macht eine schockierende Entdeckung: Lebt ihre totgeglaubte Schwester etwa noch?  Was ist damals geschehen? Doch bei ihren Nachforschungen stößt Riley auf eine undurchdringliche Mauer des Schweigens …

„Ein absoluter Pageturner und ein Muss für alle Mystery-Fans!“
Library Journal
(Quelle: harpercollins.de)

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MEINE MEINUNG:
Das Buch beginnt mit einem Epilog aus dem Jahr 1990, der zu Beginn direkt schon die Neugier weckt. Als Leser möchte man natürlich wissen, was dahinter steckt. Danach wechselt der Roman zur Gegenwart und in die Ich-Perspektive der Protagonistin Riley. Zu Beginn erfährt man, dass sie vor kurzem ihren Vater verloren hat und nur noch ihr Bruder Danny am Leben ist. Auch ihre Mutter und Schwester Lisa sind gestorben, Letztere beging Selbstmord als Riley noch ein Kleinkind war. Sie liebt ihren Bruder abgöttisch, jedoch lässt dieser sie nicht wirklich an ihn heran. Zu tief sitzen die traumatischen Erlebnisse des Krieges, in dem als Soldat gekämpft hat. Dennoch schließt man auch Danny ins Herz und fühlt mit Riley mit, die sich nichts mehr wünscht als ein normales und glückliches Leben für ihren großen Bruder.

Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil kümmert sich Riley um den Nachlass ihres Vaters, wobei sie auf Ungereimtheiten in der Vergangenheit stößt. Sie setzt alles daran diese aufzuklären und beginnt nachzuforschen. Im zweiten Teil kommt es zu Zeitsprüngen, denn nun wird die Geschichte von Lisa, Rileys Schwester erzählt. Sie war ein begnadetes, musikalisches Talent und Riley ist fasziniert von den Videoaufnahmen ihrer Schwester mit ihrer Violine, die sie in den Sachen ihres Vaters entdeckt. Das führt dazu, dass sie mehr über ihre Schwester erfahren will, vor allem was sie zum Suizid getrieben hat. Außerdem kommt dadurch die Frage auf, ob Lisa ihren Selbstmord nur vorgetäuscht hatte. Durch die Zeitsprünge erfährt der Leser viel über Lisas Charakter, wird mit ihren Ängsten konfrontiert und kann sehr gut mifühlen.

Im dritten Teil begibt sich Riley auf die Suche nach ihrer Schwester und enthüllt immer größere und schwerwiegendere Geheimnisse.

Es gibt viele Wendungen und Enthüllungen in der Geschichte, die allerdings so gut gewählt sind, dass die Geschichte stets realistisch und nachvollziehbar bleibt. Sie fesselt den Leser an das Buch, denn die Neugier lässt nicht nach. Es wird auf keinen Fall langweilig! Auch die Zeitsprünge sind gut platziert und bringen keinerlei Verwirrung, das hat die Autorin wirklich gut umgesetzt. Das ganze Buch ist sehr emotional und gegen Ende wird die Geschichte immer dramatischer.

Die Autorin hat sehr realistische Charaktere mit Ecken und Kanten geschaffen, vor allem die Protagonistin Riley war mir sehr sympathisch. Auch Lisas Geschichte war höchst emotional und ergreifend. Stück für Stück kommt der Leser hinter das lang gehütete Geheimnis der Familie und wird immer wieder aufs Neue überrascht.

Ein weiterer, großer Pluspunkt war auf jeden Fall der Schreibstil der Autorin. Alles wurde sehr bildhaft beschrieben, was das Kopfkino angeregt hat. Ich hatte immer den Ort des Geschehens vor Augen und konnte mir auch die Charaktere sehr gut ausmalen.

Einzig und allein das Ende hat mich etwas gestört, das hätte meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr ausgebaut werden können. Eine winzige Kleinigkeit hat mir noch gefehlt, aber das ist wohl Geschmackssache und schlecht war es trotzdem keineswegs.

FAZIT:
Es handelt sich hier um eine höchst emotionale Familiengeschichte, keine Spur von Mystery, wie hinten auf dem Buchrücken beworben. Das hat mich nicht gestört, trotzdem finde ich es nicht ganz passend. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und auch der Schreibstil ist mir positiv aufgefallen. Klare Leseempfehlung, denn ich habe in keinem Moment Langeweile empfunden und wurde immer wieder überrascht.

4-herzen

ZUR AUTORIN:
Diane Chamberlain ist in Plainfield, New Jersey, geboren und aufgewachsen. Vor ihrer Karriere als Schriftstellerin arbeitete sie als medizinische Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin. Bisher sind 16 Romane von ihr erschienen, die mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurden. Diane Chamberlain hat drei erwachsene Stieftöchter, einen Enkelsohn und zwei Shelties, die immer dann mit ihr spielen wollen, wenn ihr gerade eine großartige Idee für ein neues Buch gekommen ist. (Quelle: harpercollins.de)

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Neuerscheinungen im Juli 2017 THRILLER

Uns erwartet bereits der siebte Monat dieses Jahres, ein weiterer Monat voller vielversprechender Neuerscheinungen. Beim Stöbern bin ich dabei vor allem auf Thriller und Krimis gestoßen, weshalb ich mich in diesem Beitrag auf dieses Genre beschränken möchte. Vielleicht bring ich euch ja auch auf den Geschmack! Ich freue mich schon auf einen mörderischen Sommermonat.


Totenkalt
von Stuart MacBride (17.Juli 2017)

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Martin Milne wird bereits seit drei Tagen vermisst, als Sergeant Logan McRae und sein Team eine Leiche finden. Der Tote liegt nackt, gefesselt und mit einer Plastiktüte über dem Kopf in einem Wald nahe der schottischen Küste. Doch es ist nicht Milne – es ist dessen Geschäftspartner. Ganz in der Nähe hatte man kurz zuvor die Studentin Emily Benton erschlagen aufgefunden. Hängen die Fälle womöglich zusammen? Die Ermittlungen leitet DCI Roberta Steel, die mit ihren Leuten aus Aberdeen in das Küstenstädtchen Banff kommt. Steel war früher McRaes Vorgesetzte, und das Verhältnis der beiden ist äußerst angespannt. Nun müssen sie sich zusammenraufen, um die beiden Morde aufzuklären. Oder sind es längst drei Morde? Von Martin Milne fehlt nämlich noch immer jedes Lebenszeichen … (Quelle: randomhouse.de)

Dieser Thriller verspricht vor allem einige Rätsel die gelöst werden müssen. Mein Rezensionsexemplar hat mich bereits heute erreicht, worüber ich mich sehr freue, und ich muss sagen, es ist ziemlich dick mit seinen 635 Seiten. Deswegen erwarte ich hier auch eine sehr gut ausgebaute Geschichte mit vielen Details. Ich bin gespannt, die Rezension folgt dann im Juli!


Solange du atmest
von Joy Fielding (24. Juli 2017)

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Als Psychotherapeutin und mit eigener verkorkster Familiengeschichte glaubt Robin, alle menschlichen Abgründe zu kennen. Doch dann erhält sie eines Tages während einer Sitzung einen Anruf, der sie völlig aus der Fassung bringt. Ihre Schwester Melanie, zu der sie jahrelang keinen Kontakt hatte, teilt ihr mit, dass jemand brutal auf ihren Vater, seine neue Frau Tara und deren zwölfjährige Tochter geschossen hat. Tara erliegt kurz darauf ihren Verletzungen. Obwohl Robin zweifelt, dass es das Richtige ist, sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen, macht sie sich auf den Weg in ihren Heimatort. Ihr ist klar, dass es viele Menschen gibt, die einen Grund hätten, ihren Vater zu hassen – allen voran ihre eigene Familie. Aber was für ein Monster schießt auf eine Zwölfjährige? (Quelle: randomhouse.de)

Auf diesen Roman bin ich wegen der Autorin aufmerksam geworden. Meine Mama ist ein großer Fan und dadurch habe ich auch schon einige Bücher von Joy Fielding gelesen. Ich erinnere mich da besonders an den Roman Lauf, Jane, Lauf aus dem Jahr 1991, das mich wochenlang nicht mehr losgelassen hat. 😀 Ich wurde bis jetzt noch nicht enttäuscht und werde es auch hoffentlich nicht bei diesem Buch. Der Klappentext verspricht auf jeden Fall schon mal eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack.


Nummer 25
von Frank Kodiak (03. Juli 2017)

978-3-426-52009-3_Druck.jpg.37301374Klappentext:
Psychopath gegen Psychopath: ein nervenzerrender Thriller, ein unerbittliches Duell auf Leben und Tod.

Der Schriftsteller Andreas Zordan ist Dauergast auf den Bestsellerlisten. Die riesige Fangemeinde kann nicht genug kriegen von seinen Thrillern. Nichts bereitet Zordan mehr Freude als das detailgenaue Beschreiben ausgefallener Tötungsmethoden. Das gelingt dem Einzelgänger nur, weil er sich selbst für einen Psychopathen hält. Er ist kontaktscheu, meidet andere Menschen und lebt einsam in einem ehemaligen Forsthaus im Wald. Er weiß: Würde er nicht in seinen Büchern töten, müsste er auf die Realität ausweichen.
Als er eines Morgens im Garten die übel zugerichtete Leiche eines Mädchens im Teenageralter findet, meldet er es nicht der Polizei, sondern lässt sich auf ein Psychoduell mit einem Mörder ein, der ihn offenbar herausfordert. Und muss erkennen, dass er selbst weit entfernt ist von dessen kaltblütiger Grausamkeit.
(Quelle: droemer-knaur.de)

Von Frank Kodiak habe ich bis jetzt noch nichts gelesen, aber der Klappentext klingt schon mal sehr reizvoll. Hier geht es wahrscheinlich schon in Richtung Psychothriller – der Protagonist sieht sich selbst als Psychopathen und duelliert mit einem kaltblütigen Mörder, der ein grausames Spiel treibt.


Fashion Victim
von Corrie Jackson (03. Juli 2017)

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»Rose Hotel. Zimmer 538. Sie ist tot.« Als Sophie Kent, eine junge, aufstrebende Journalistin eines Nachts diese anonyme SMS bekommt, ist ihr sofort klar: Das könnte die Story ihres Lebens sein. Doch als sie die übel zugerichtete Frauenleiche in Zimmer 538 sieht, ist Sophie erschüttert. Das Opfer ist Natalia, ihre Informantin und Model der Londoner Fashion Week. Sophie beginnt zu recherchieren. Nach und nach deckt sie grausame Abgründe der Mode-Industrie auf – und riskiert für die Wahrheit schließlich ihr eigenes Leben. (Quelle: piper.de)

Ein Thriller der etwas anderen Art. Hier ermittelt kein FBI-Agent, sondern eine Journalistin und auch das Milieu ist ungewöhnlich – die Modelbranche, die Modeindustrie. Deswegen hab ich auch dieses Buch in meinen Beitrag aufgenommen und freue mich schon sehr, es zu lesen.


Sooo. Das waren auch schon meine Favoriten im nächsten Monat, vielleicht gefällt euch ja auch eines davon. Ich wünsche schon mal allen ein schönes Wochenende! 🙂

Rezension: Paula Hawkins – Into the water

Jetzt war ich wieder eine Zeit lang nicht mehr aktiv hier, die Uni lässt es momentan nicht wirklich zu. Zum Glück habe ich aber trotzdem noch ein kleines bisschen Zeit zum lesen. Dafür leider viel zu wenig Schlaf, aber man muss nun mal Prioritäten setzen! 😀 Zuletzt habe ich Lemon Summer  von Kody Kepllinger, DerTag, an dem wir dich vergaßen von Diane Chamberlain und Into the water von Paula Hawkins gelesen und jetzt beginne ich mal mit meiner Rezension zu Hawkins‘ neuestem Spannungsroman. Die nächste Rezension folgt dann auch bald. Vielen Dank an blanvalet für das Rezensionsexemplar! (Zur Info: der volle Titel des Romans ist Into the water – Traue keinem. Auch nicht dir selbst. Das jedes Mal auszuschreiben ist mir aber zu lästig, deswegen nur die Kurzversion.)

BUCHDETAILS:
paperback
14,99 €
476 seiten
erschienen im 05/2017
blanvalet

ZUM INHALT:
»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …« In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …
(Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Into the water – das Buch, an dem momentan wirklich niemand vorbeikommt, sobald er eine Buchhandlung betritt. Überall wird dieses Buch fett beworben, aber ist es das auch wirklich wert? Mit Into the water hat Hawkins einen weiteren Spannungsroman nach Girl on the train geschrieben und da mich das schon schwer begeistert hat, habe ich mich umso mehr auf ihr neues Buch gefreut. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch, allerdings konnten diese nicht erfüllt werden. Im Großen und Ganzen dreht sich die Geschichte um den Drowning Pool, einem Fluss, der schon viele Opfer gefordert hat. Das Neueste ist Danielle Abbott, Fotografin und sehr fasziniert von dem Fluss und seiner Geschichte. Deswegen stellte sie Nachforschungen an und untersuchte die mysteriösen Todesfälle der Frauen, die in diesem Fluss schon ums Leben gekommen sind. Das hat einigen Dorfbewohnern nicht wirklich in den Kram gepasst und so hatte Nel viele Feinde, die nicht unglücklich darüber waren, als auch sie im Drowning Pool zu Tode kam. Nel hinterlässt ihre Schwester, zu der sie jahrelang keinen Kontakt hatte und eine fünfzehnjährige Tochter, Lena. Sie glauben beide nicht an einen Selbstmord und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Die Geschichte beginnt mir Julia, genannt Jules. Sie erzählt in der Ich-Perspektive und richtet sich dabei an eine noch unbekannte Person. Es wird klar, dass sie ein sehr schwieriges Verhältnis zu dieser Person hat und schnell wird auch deutlich, dass es sich dabei um ihre Schwester Nel handelt. Das Ganze spielt  im Jahr 2015. Insgesamt lässt Hawkins elf Personen in ihrer Geschichte zu Wort kommen. Meiner Meinung nach, hätte man hier auch durchaus etwas sparen können, zumal es einige Zeit dauert, bis man jede der Personen genau zuordnen kann. Alle Charaktere sind dabei Bekannte des Opfers, Bewohner des Dorfs rund um den Drowning Pool. Somit sind sie alle Nachbarn, jeder kennt jeden und doch niemanden tatsächlich. Die Perspektiven wechseln hier, mal wird aus der Ich-Perspektive erzählt, mal in der dritten Person. Ein Pluspunkt, da ich die Erzählweise der Autorin als sehr spannend und abwechslungsreich empfand. Man erfährt viel über die einzelnen Charaktere, aber gleichzeitig auch zu wenig, da alle Charaktere scheinbar ihr eigenes, kleines Geheimnis hüten. Dadurch verfügt die gesamte Story über sehr viele kleinere Handlungsstränge, was mit der Zeit einfach zu viel war. Das Buch wirkte einfach überladen, irgendwie hat mir die Konzentration auf das Wesentliche gefehlt. Die Geschichte plätschert vor sich hin, was wirklich sehr schade ist, denn ich habe immer auf etwas „Krasses“ gewartet, das sicherlich bald passieren würde. Ich wurde enttäuscht, mir scheint, als wäre wirklich rein gar nichts passiert. Das Positive daran, war dann natürlich, dass sich das Buch sehr schnell gelesen hat, immer in Erwartung der Überraschung, dem Schockmoment. Das mag auch am Schreibstil der Autorin gelegen haben, dieser konnte mich, im Gegensatz zur Geschichte an sich, wieder vollkommen überzeugen. Paula Hawkins schafft es, allein durch Worte eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen und Spannung aufzubauen. Sie hat eine ganz eigene, unkonventionelle Art zu Erzählen, was mich auch schon bei Girl on the train mitreißen konnte. Aber das war nun mal leider nicht genug.

Durch die hohe Personenanzahl war es wohl leider nicht möglich, die einzelnen Charaktere näher kennen zu lernen. Sogar die Protagonistin Jules war mir immer ein Rätsel und obwohl sie wiederholt von ihrer schweren Zeit als Jugendliche erzählt, wie sie unter ihrer großen Schwester litt, konnte ich nicht wirklich mitfühlen. Jeder Charakter blieb auf Distanz. Sympathisch erschien tatsächlich keiner von ihnen, bis auf Lena, Nels Tochter, die sich als eine starke, kämpfersiche Persönlichkeit erwies. Ich hatte das Gefühl, nur diese eine Person wirklich kennenlernen zu können, was bei einer Anzahl von etwa 475 Seiten doch eher ernüchternd ist.

Sehr gut haben mir die Passagen um den Drowning Pool gefallen, eine Einsicht in die Recherchen Nel Abbotts. Sie haben einen Einblick in die Vergangenheit geliefert und von den Frauen berichtet, die im Fluss ihr Leben ließen.

Einen Schritt nach dem anderen, bis sie aus dem Gehölz kam, einen Schritt nach dem anderen, vom Weg ab, leicht stolpernd die Uferböschung hinab, und dann, einen Schritt nach dem anderen, ins Wasser. (Hawkins, S. 220)

Das Ende war sehr unbefriedigend. Vielleicht auch deshalb, weil ich mit mehr gerechnet habe. Jede Person ist irgendwie mal verdächtig und man kann auch miträtseln, was das Ende wohl bringen mag – es gibt verschiedene Möglichkeiten, aber keine davon wäre wirklich überraschend. Deswegen hatte ich bis zum Schluss mit einem anderen Ausgang gerechnet.

FAZIT:
Ich finde nicht, dass hier ein Spannungsroman im Sinne von „spannender Roman“ vorliegt. Es ist mir schlichtweg einfach zu wenig passiert! Das Ende ist vorhersehbar, obwohl ich mir die ganze Zeit doch etwas anderes vorgestellt habe. So einfach würde Hawkins das doch nicht stehen lassen. Aber sie hat es so stehen lassen. Vielleicht waren meine Erwartungen auch zu hoch. Ihre Art zu schreiben muss ich aber dennoch loben, sie konnte mich zumindest damit an das Buch binden und deshalb würde ich auch ein weiteres Buch von Hawkins lesen. Die Bewertung ist mir hier wirklich nicht leicht gefallen, aber ich kann Into the water leider nur als mittelmäßig bewerten.

3-herzen

ZUR AUTORIN:
Paula Hawkins wuchs in Simbabwe auf. 1989 zog sie nach London, wo sie bis heute lebt. Sie arbeitete fünfzehn Jahre lang als Journalistin, bevor sie mit dem Schreiben von Romanen begann. Ihr erster Spannungsroman Girl on the Train wurde zu einem internationalen Phänomen. Der Roman wurde in über 40 Sprachen übersetzt, eroberte weltweit die Bestsellerlisten und wurde 2016 mit Emily Blunt in der Hauptrolle verfilmt. Paula Hawkins‘ zweiter Spannungsroman Into the Water erscheint im Mai 2017.
(Quelle: randomhouse.de)

Rezension: Brittany C. Cherry – Wie die Luft zum Atmen

Zuerst bedanke ich mich bei LYX für dieses Rezensionsexemplar. Ich habe mich hierüber besonders gefreut, da mich alleine schon der Klappentext überzeugt hatte und ich es unbedingt lesen wollte!

BUCHDETAILS:
e-book
9,99 €
358 seiten
erschienen im 01/2017
lyx

ZUM INHALT:
Er küsste mich, als würde er ertrinken. Er küsste mich, als wäre ich für ihn, wie die Luft zum Atmen

Alle hatten mich vor Tristan Cole gewarnt, mich angefleht, ihm aus dem Weg zu gehen. »Er ist ein Monster, er ist verrückt, und er ist tief verletzt, Liz«, hatten sie gesagt. »Er ist nichts als die hässlichen Narben seiner Vergangenheit.« Doch was sie alle ignorierten, war die Tatsache, dass auch ich ein bisschen verrückt und tief verletzt war, dass auch ich Narben hatte. Und keiner von ihnen bemerkte, dass ich an Tristans Seite endlich wieder atmen konnte. Denn nicht zu vergessen, wie man atmete, das war das Schwierigste, wenn man ohne die Menschen leben musste, die man von ganzem Herzen liebte.
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MEINE MEINUNG:
An dieses Buch stellte ich sehr hohe Erwartungen. Zum Einen finde ich das Cover sehr passend, schwarz-weiß mit einem gut aussehenden Mann, der höchstwahrscheinlich den Protagonisten Tristan darstellen soll. Der Klappentext hat von Beginn an meine Neugier geweckt, ich war sehr gespannt ob mich das Buch ebenfalls so überzeugen würde. Wie ich erwartet habe, konnte mich das Buch fesseln bis zum letzten Satz. Ich habe auch einige Kritikpunkte, die ich im Laufe meiner Rezension äußern werde, aber hauptsächlich überwiegt das Positive.
Von dem Buch erwartete ich besonders emotionale Passagen, auch wenn ich mir von Anfang an dachte, dass die Geschichte vor allem auf dem Klischee „Arschloch-wird-zum-Traummann“ basieren würde. So war es dann auch, allerdings war das gar nicht schlimm, da mich besonders die gefühlvollen Stellen gepackt und mitgezogen haben. Die Autorin hat es perfekt verstanden, die Gefühle der beiden Protagonisten abzubilden. Das lag vor allem an der Erzählperspektive, so erzählten abwechselnd Eilzabeth, genannt Liz und Tristan aus ihrem Leben. Im Vordergrund stand dabei natürlich die Beziehung der beiden, die sich im Laufe der Geschichte aufbaut und entwickelt. Entscheidend ist dabei, dass sie beide einen Verlust zu verkraften haben und sich aus diesem Grund verbunden fühlen. Dabei ist die Beziehung der beiden anfangs sehr kühl, fast schon feindselig, da Tristan sich auf keinen Fall auf eine nähere Bindung einlassen möchte. Liz lässt allerdings nicht locker, so sieht sie doch etwas in ihm, das sie nicht loslässt. Tristan lässt sich immer mehr auf seine Nachbarin ein und man kann Stück für Stück hinter seine Fassade des harten Kerls, des „Monsters“ blicken. So entwickelt sich der wütende Tristan zum Liebling, was von Anfang an absehbar war.
Was allerdings nicht vorhersehbar war, war das Ende der Geschichte, welches mich auch zeitweise vor Spannung den Atem anhalten ließ. Das ging ja schon fast ein bisschen in Richtung Thriller. Das Buch hatte rückblickend tatsächlich von allem etwas zu bieten – die ganz großen Gefühle, Spannung und Erotik waren vertreten. Viele Stellen brachten mich zum lachen und auch die großen Liebesszenen konnten mich überzeugen und ließen mich mitfühlen. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr zugesagt.
Kennst du den Ort zwischen Albträumen und Träumen? Den Ort, wo die Zukunft niemals kommt und die Vergangenheit nicht mehr wehtut? Den Ort, an dem dein Herz im Einklang mit meinem schlägt? Den Ort, wo die Zeit nicht existiert und das Atmen leichtfällt? Dort möchte ich mit dir leben. TC
(Cherry, 2017 Pos. 2394)
Viel zu kritisieren gibt es nicht, klar, das altbekannte Klischee des Badboys, „harte Schale, weicher Kern“ kam mal wieder zum Einsatz, aber so gut umgesetzt, dass es definitiv nicht zum Störfaktor wurde. Ich habe diese Geschichte absolut geglaubt, die Autorin hat dieses Klischee wirklich authentisch zum Leben erweckt. Die Protagonisten waren gut ausgearbeitet und auch die Nebencharaktere, wie zum Beispiel Liz‘ Tochter Emma oder ihre beste Freundin Faye, waren liebenswert. Einziger kleiner Kritikpunkt wäre vielleicht die schnelle Entwicklung der Beziehung von Elizabeth und Tristan, das ging mir doch etwas zu rasch.
 FAZIT:
Ein wirklich tolles Buch, das mich bis zum Schluss fesseln und begeistern konnte! Es liest sich sehr gut, denn auch der Schreibstil der Autorin war ansprechend, vor allem die Emotionen der beiden Protagonisten kamen sehr gut rüber und haben mich mitfühlen lassen. Ich hatte nur kaum was zu meckern und das kommt eher selten vor.
4-herzen

ZUR AUTORIN:

Brittainy C. Cherrys erste große Liebe war die Literatur. Sie hat einen Abschluss der Carroll Universität in Schauspiel und Creative Writing und schreibt hauptberuflich Theaterstücke und Romane. Sie lebt mit ihrer Familie in Milwaukee, Wisconsin.
(Quelle: luebbe.de)
 

LIEBE Neuerscheinungen im Mai 2017

Ich habe mal wieder ein bisschen gestöbert und mir die Neuerscheinungen in diesem Monat angesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die meisten Bücher, die mich interessieren, in die Kategorie Liebesroman fallen. Eigentlich keine Überraschung, momentan spricht mich dieses Genre einfach am meisten an. Deswegen möchte ich hier mal meine Favoriten vorstellen, vielleicht wecke ich ja auch bei dem Ein oder Anderen die Lust auf eines dieser Bücher. Ich freu‘ mich auf jeden Fall schon und bin gespannt, welcher dieser Schätze in mein Bücherregal einziehen darf.


Anything for love
von Sarah Dessen (5. Mai 2017)

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Klappentext:
Eine Liebesgeschichte wie ein Sommerregen – zart, frisch und wunderschön

 Dass Sydneys Leben auf den Kopf gestellt wird, nur weil sie eine Pizzeria betritt, hätte sie nicht für möglich gehalten. Doch so, wie es im Moment läuft, kann ihr Leben einige Änderungen gut gebrauchen. Ihr Grundgefühl: unsichtbar. Denn zu Hause dreht sich alles nur um ihren Bruder, weil er betrunken einen Jungen angefahren hat und nun im Gefängnis sitzt. Dass ihre Mutter seine Schuld an dem Unfall ignoriert, macht die Sache nicht leichter für Sydney. Bis sie in der Seaside Pizzeria Mac und Layla kennenlernt, deren Familie so ganz anders ist als ihre: chaotisch und warm, laut und liebenswert. Unvoreingenommen wird Sydney willkommen geheißen. Und wenn Mac sie ansieht, fühlt sie sich alles andere als unsichtbar … (Quelle: dtv.de)
Hier geht es scheinbar nicht nur um eine Lovestory, sondern auch um die Liebe einer Familie. Der Klappentext verrät nicht allzu viel, das ist auch der Grund, weshalb mich dieses Buch sehr neugierig macht. Von der Autorin habe ich noch nichts gelesen, aber diesem Buch würde ich gern eine Chance geben.
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Fair Game (1) – Jade & Shep
von Monica Murphy (09. Mai 2017)
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Klappentext:
Schlimm genug, dass Jades Freund sie zu einem langweiligen Pokerspiel mitschleppt. Er benutzt sie auch noch als Spieleinsatz … und verliert. Die perfekte Gelegenheit für Jade, ihn zu ihrem Ex-Freund zu machen. „Gewonnen“ hat sie angeblich der superreiche und extrem gut aussehende Shep Prescott. Ein Mann, der alles haben kann, aber scheinbar nur hinter ihr her ist. Nichts hält ihn zurück, egal wie abweisend Jade sich verhält. Und je widerspenstiger sie wird, desto mehr will er sie für sich …
(Quelle: randomhouse.de)
Dieses Buch ist der Auftakt einer ganzen Reihe und irgendwie klingt die Story doch ganz vielversprechend. Einerseits dieses total klischeehafte „perfekter-gutaussehender-superreicher“ Traummann, aber andererseits ist dieser Traummann mal nicht der Unerreichbare, den alle Frauen wollen, aber keine kann ihn haben, erst die, die hinter seine harte Schale blicken kann… langer Satz, aber ich denke die Botschaft ist klar. 😀
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 Lemon Summer
von Kody Keplinger (09. Mai 2017)
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Klappentext:
Die Liebe findet dich, wo du auch steckst

Seit ihre Eltern geschieden sind, verbringt Whitley die Sommerferien bei ihrem Dad. Doch was für sie sonst die beste Zeit des Jahres war, entpuppt sich diesmal als reinster Albtraum. Denn ihr Dad – Überraschung! – hat eine neue Verlobte. Und die hat einen Sohn. Der sich ausgerechnet als Whitleys One-Night-Stand entpuppt. Weil Gefühle aber so gar nicht ihr Ding sind, lenkt Whitley sich ab: Party bis zum Umfallen. Dabei übersieht sie fast die guten Dinge direkt vor ihrer Nase. Wie den Jungen, dem wirklich etwas an ihr liegt …
(Quelle: randomhouse.de)

Am liebsten lese ich Jugendbücher, deswegen ist dieses wohl auch mein Favorit der hier vorgestellten Bücher. Die Geschichte klingt sehr erfrischend und auch das Cover finde ich sehr ansprechend, deswegen werde ich diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben.

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Er & Sie
von Marc Levy (22. Mai 2017)

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Klappentext:
Es war einmal in Paris …

Sie ist Schauspielerin. Er ist Schriftsteller. Sie heißt Mia. Er heißt Paul. Sie ist eine Engländerin aus London. Er ist ein Amerikaner aus Los Angeles. Sie versteckt sich in Montmartre. Er lebt im Marais. Sie hat sehr viel Erfolg. Er nicht wirklich. Mia ist sogar ein weltweit gefeierter Star, aber Paul hat noch nie von ihr gehört, weil er in seiner ganz eigenen Bücherwelt lebt. Beide fühlen sich einsam, bis sie sich eines Tages in einem kleinen Restaurant begegnen. Obwohl Paul sie zum Lachen bringt und er Mias Ungeschicklichkeit unwiderstehlich findet, wissen beide, dass sie sich nicht verlieben dürfen … (Quelle: randomhouse.de)

Eine Liebesgeschichte in Paris, das muss ja gut sein oder ? Naja, hauptsächlich spricht mich die Tatsache an, dass der Klappentext nicht wirklich etwas über die Geschichte preisgibt. Sie wissen beide, sie dürfen sich nicht verlieben, aber wieso nicht ? Das macht doch neugierig. Außerdem gefällt mir das Cover wahnsinnig gut.

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Meine Bücherregal ist eigentlich voll mit ungelesenen Bücher, aber die Verlockung ist mal wieder sehr groß! Vier Romane, die sehr vielversprechend klingen und ich bin gespannt, ob sie meine Erwartungen erfüllen können.

Rezension: Sadie Jonies – Jahre wie diese

Zuerst einmal, Vielen Dank an den Penguin Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Zu Beginn einmal, muss ich sagen, dass es mir wahnsinnig schwer fällt, Worte zu diesem Buch zu finden, die in etwa das ausdrücken, was ich darüber denke. Ehrlich gesagt, bin ich mir noch nicht einmal ganz sicher, was ich von diesem Buch halten soll. Bei einer Sache bin ich mir jedoch sicher: das Buch hat mich begeistert. Nur die Frage nach dem ‚Warum‘ ist schwierig in Worte zu fassen. Trotzdem will ich es versuchen.

BUCHDETAILS:
taschenbuch
10,00 €
413 seiten
erschienen 01/2017
penguin

ZUM INHALT:
London in den 70ern: eine Stadt von Partys, Whisky und Drogen beflügelt. Auf den Plattenspielern läuft Soul, man debattiert über Ideologien und die Neuerfindung der Kunst. Für Luke, der in der Provinz aufgewachsen ist, ist es das lang ersehnte Paradies. Zusammen mit Paul und Leigh verwirklicht er sich den Traum von einer eigenen Theaterkompagnie – doch dann trifft er Nina, eine labile Schauspielerin, und seine Liebe zu ihr droht alles zu zerstören, was er sich erkämpft hat … (Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Im Fokus der Handlung stehen ganz klar die beiden Protagonisten Luke und Nina. Zu Beginn kennen sich die beiden nicht, das Geschehen setzt im Jahre 1961 ein, beide noch in der Pubertät. Abwechselnd wird aus dem Leben der Beiden erzählt, man lernt beide Charaktere zunächst einmal kennen und begleitet sie beim Heranwachsen.

Nina und Luke sind sehr zerbrechliche Persönlichkeiten, auch wenn sie nicht immer so wirken. Das Leben macht ihnen zu schaffen, auf ganz unterschiedliche Weisen. Luke musste von klein auf erwachsen sein, für seinen alkoholabhängigen Vater sorgen, denn seine Mutter befindet sich in einer psychiatrischen Anstalt. Er scheint gut damit zurecht zu kommen, auch wenn man bei der Lektüre immer wieder auf Hinweise stößt, die darauf schließen lassen, dass dem in Wahrheit nicht so ist. Luke ist bewundernswert, so hat er sich aus seiner schwierigen Kindheit heraus etwas aufgebaut, nicht aufgegeben und an seinen Träumen festgehalten, auch wenn ihm nicht immer klar war, von was genau er träumt. Er ist ein Träumer, versinkt in Büchern, Musik und in seiner Obsession für das Theater. Zufällig lernt er Leigh und Paul kennen, seine beiden besten Freunde, mit denen er zusammen eine Theaterkompagnie gründet.

Nina wirkt sehr viel schwächer als Luke. Sie definiert sich selbst über die Anerkennung ihrer Mutter, die ihr aber nur selten gegeben wird. Ihre Mutter kümmerte sich nie wirklich um sie, strebte nach einer Schauspielkarriere und versucht nach dem Scheitern dieser, Nina dorthin zu bringen, wo sie selbst gerne gewesen wäre. Nina fügt sich, auch wenn sie es hasst, im Mittelpunkt zu stehen und sich selbst mit der Schauspielerei quält. Ihre Tochter kritisiert sie dauerhaft, achtet streng darauf, dass diese nicht zu viel isst und kümmert sich auch darum, dass Nina einen wichtigen Mann aus der Theaterbranche heiratet, um leichter Fuß fassen zu können. Nina tut alles für ihre Mutter, auch wenn diese kein gutes Haar an ihr lässt und sich herzlich wenig um die Bedürfnisse ihrer Tochter schert. Auch die Ehe zu Tony ist ein Reinfall, im Prinzip gelangt Nina von dem einen Gefängnis in das Nächste. Mit ihren Gefühlen ist sie stets alleine, so kann sie von niemandem wirklich Liebe oder Zuneigung erwarten. Da wundert es nicht, dass sie sich selbst nicht zu lieben scheint und sich selbst einredet, dass alles gut ist, so wie es ist.

Da beide Protagonisten in der Theaterbranche tätig sind, ist es vorhersehbar, dass die beiden früher oder später aufeinander treffen. Auch erfährt man bereits über den Klappentext von der Liebe, die sich zwischen den beiden entwickeln wird. Nina ist durch ihren Ehemann an eine Hauptrolle in einem Stück gekommen. In ihrer Rolle als Inhaftierte berührt sie Luke, auf eine Art und Weise, die er selbst nicht zu begreifen scheint. Von ihrem ersten Bühnenauftritt an, geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf. Der distanzierte Schreibstil der Autorin lässt nicht tief in die Gefühlswelt des Protagonisten blicken, man kann nur erahnen, was sich hier anbahnt. Dies empfand ich allerdings als sehr passend, da beide Charaktere nie wirklich gelernt haben, was Liebe bedeutet und damit ihnen völlig neue, bis zu diesem Zeitpunkt an, unbekannte Emotionen entwickeln.

Er dachte an Nina Jacobs, die blind und gefesselt auf dem Boden gekniet hatte. Das Stück hatte etwas in ihm aufgerissen, und dann war sie da gewesen, hatte sich selbst zur Rettung dargeboten. Alles war von ihm abgefallen, bis nichts mehr von ihm übrig war, und dann – ihr Anblick, wie eine Antwort. Sie war ihm so richtig vorgekommen. Und sie schien nach ihm zu rufen. – ( Jones, s. 156)

Schnell wird deutlich, dass Luke sie retten will und man bekommt den Eindruck, er versuche für sich selbst, etwas wieder gut zu machen. Als hätte er das Gefühl, bis jetzt gescheitert zu sein, so konnte er weder Vater noch Mutter retten. Die Emotionen der Charaktere waren sehr trocken und undurchsichtig dargestellt, trotzdem hat die Autorin es durch ihren Schreibstil geschafft, die Emotionen zu vermitteln. Man muss sich als Leser seinen Teil dazu denken und das hat mir sehr gefallen, weil es die Persönlichkeiten der Charaktere, die Verschlossenheit der Figuren, perfekt unterstreicht.

Auch die Nebencharaktere, die Geschichte um Paul und Leigh hat mir gut gefallen, auch diese waren gut ausgearbeitet. Sie wohnen mit Luke zusammen und unterstützen ihn bei der Entfaltung seines Schreibtalents, werden somit zu seiner neuen Familie und geben ihm damit den Halt und die Zuneigung, die er nie hatte. Mit dem Kennenlernen von Nina beginnt das Ganze allerdings auseinander zu brechen. Luke setzt neue Prioritäten und das Theater, die gemeinsame Leidenschaft der drei Freunde, rückt für ihn in den Hintergrund.

Relativ gegen Ende kommt es dann zu einer überraschenden Wendung, die die Autorin fast vollkommen unkommentiert stehen lässt. Was das Buch vor allem interessant gemacht hat, war die Frage, ob es denn zu einem Happy End kommt oder nicht. Der Ausgang des Buches hat mir überraschenderweise sehr gut gefallen, auch wenn ich mit etwas anderem gerechnet habe.

FAZIT:
Ich muss sagen, dass ich am Anfang Schwierigkeiten hatte, in das Buch reinzufinden. Das lag vor allem an dem etwas ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin, der mir aber mit der Zeit immer besser gefiel und im Endeffekt, haben diese distanzierten Beschreibungen sehr gut gepasst und die Ausarbeitung der Charaktere gefördert. Die Geschichte konnte mich fesseln und überraschen, obwohl nicht allzu viel passiert ist. Im Großen und Ganzen finde ich den Roman von Sadie Jones sehr gelungen und würde ihn weiterempfehlen.

5-herzen

ZUR AUTORIN:
Sadie Jones, 1967 in London geboren, arbeitete als Drehbuchautorin, unter anderem für die BBC. 2005 verfilmte John Irvin ihr Drehbuch „The Fine Art of Love“ mit Jacqueline Bisset in der Hauptrolle. Ihr preisgekröntes Romandebüt „Der Außenseiter“ (2008) wurde in Großbritannien auf Anhieb ein Nr.-1-Bestseller und war auch in Deutschland ein großer Presse- und Publikumserfolg. 2012 erschien bei der DVA „Der ungeladene Gast“. „Jahre wie diese“ ist ihr vierter Roman.

»Sadie Jones hat eine ungemein elegante Art des Erzählens, die Fans bereits zu Vergleichen mit Hemingway und Ian McEwan hinreißen ließ. Sadie Jones hat Stil.«

Bayerischer Rundfunk
(Quelle: randomhouse.de)

Hier geht’s zum Buch!

Versatile Blogger Award

Zuerst einmal bedanke ich mich bei der lieben Natalie für die Nominierung zu diesem Award!

Hier noch einmal kurz die Regeln:

  1. Danke dem Blogger, der dich nominiert hat
  2. Verrate 7 Fakten über dich
  3. Nominiere andere Blogger

Bitteschön, hier sind meine 7 Fakten über mich selbst:) :

  1. Wie ich ja schon oftmals erwähnt habe, studiere ich Germanistik im Hauptfach, weshalb sich bei mir so ziemlich alles um Literatur und Sprachwissenschaft dreht. Meine Freizeit besteht aus Büchern (klar, nicht nur aus Büchern), mein Studium ebenfalls, sowie aus Texten und der Untersuchung von Wörtern, Gesprächen oder auch den kleinsten Lauten bis ins winzigste Detail. Später würde ich deswegen gerne bei einem Verlag arbeiten, als Lektorin vielleicht oder auch in Richtung Journalismus gehen. Hauptsache es dreht sich dabei um das geschriebene Wort, das ist es, was mich glücklich machen würde.
  2. Ich liebe Musik, wollte immer Musikwissenschaft studieren und dann in den Musikjournalismus einsteigen. Allerdings habe ich nach einem Semester Musikwissenschaft ( na gut okay, ich habe eigentlich nur zwei Vorlesungen besucht :D) festgestellt, dass ich in der Musiktheorie doch eine ziemliche Niete bin und war froh, dass ich mich dann für das Deutschstudium entschieden habe. Trotzdem liebe ich es in meiner Freizeit Gitarre zu spielen, dazu zu singen und wenn es mein Zeitplan zulässt, setze ich mich bei meinen Eltern zu Hause auch gerne mal an mein Klavier.
  3. Ich wohne mit meiner besten Freundin zusammen in einer WG. Irgendwie haben wir uns vor gut einem halben Jahr diese Idee zusammengesponnen und nun hat es tatsächlich geklappt. Es ist toll, jeden Tag die beste Freundin zu sehen, auch wenn wir noch nicht perfekt damit klar kommen ohne unsere Mamis und Papis zu leben.
  4. Ich hätte gerne einen Mops. Ich finde diese Rasse so unglaublich süß und würde mich so gerne eine Mopsmama nennen. Allerdings schaffe ich es nicht einmal unsere Basilikumpflanze am Leben zu erhalten, weshalb ich denke, dass die Möpse dieser Welt besser ohne mich klar kommen.
  5. Ich bin der unsportlichste Mensch dieser Welt. Ganz ehrlich, ich wohne im vierten Stock und jedes Mal wenn ich die Treppen hochlaufe, frage ich mich, ob es das wirklich wert war in diese Wohnung zu ziehen… Ich bin seit drei Jahren in einem Fitnesscentervertrag und das einzige, was mir das gebracht hat, sind Unmengen an verschwendetem Geld, die ich so viel besser hätte investieren können. Aber ja, damals mit 18 habe ich fest daran geglaubt, nach dem Abi werd ich so richtig sportlich, da hat man ja auch jede Menge Zeit. Ja klar.
  6. Ich habe ein Lieblingscafé und mein Lieblingsgetränk dort ist Latte Macchiato mit Zimt. Dort bin ich oft mit meiner besten Freundin und die trinkt immer Latte Macchiato mit Karamell. Wenn der Chef des Cafés da ist, müssen wir nicht einmal bestellen, weil er inzwischen weiß was wir trinken und meistens gibt’s dazu noch ne Ladung Kekse, die bekommt man eigentlich nur zu normalem Kaffee serviert!
  7. Ich bin nagellacksüchtig, ich habe Unmengen an Nagellack und kaufe mir immer wieder neuen, dabei hab ich nur selten lackierte Fingernägel. Ich weiß nicht einmal, wieso das so ist, aber trotzdem ist es so.

So, das waren meine 7 Fakten, ich danke nochmal frau nat , das hat wirklich Spaß gemacht! Allerdings werde ich jetzt einfach mal rebellisch sein, die Regeln brechen und keine weiteren Nominierungen aussprechen.

Ich wünsche euch allen ein tolles Wochenende! ♥