Rezension: Brittany C. Cherry – Wie die Luft zum Atmen

Zuerst bedanke ich mich bei LYX für dieses Rezensionsexemplar. Ich habe mich hierüber besonders gefreut, da mich alleine schon der Klappentext überzeugt hatte und ich es unbedingt lesen wollte!

BUCHDETAILS:
e-book
9,99 €
358 seiten
erschienen im 01/2017
lyx

ZUM INHALT:
Er küsste mich, als würde er ertrinken. Er küsste mich, als wäre ich für ihn, wie die Luft zum Atmen

Alle hatten mich vor Tristan Cole gewarnt, mich angefleht, ihm aus dem Weg zu gehen. »Er ist ein Monster, er ist verrückt, und er ist tief verletzt, Liz«, hatten sie gesagt. »Er ist nichts als die hässlichen Narben seiner Vergangenheit.« Doch was sie alle ignorierten, war die Tatsache, dass auch ich ein bisschen verrückt und tief verletzt war, dass auch ich Narben hatte. Und keiner von ihnen bemerkte, dass ich an Tristans Seite endlich wieder atmen konnte. Denn nicht zu vergessen, wie man atmete, das war das Schwierigste, wenn man ohne die Menschen leben musste, die man von ganzem Herzen liebte.
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MEINE MEINUNG:
An dieses Buch stellte ich sehr hohe Erwartungen. Zum Einen finde ich das Cover sehr passend, schwarz-weiß mit einem gut aussehenden Mann, der höchstwahrscheinlich den Protagonisten Tristan darstellen soll. Der Klappentext hat von Beginn an meine Neugier geweckt, ich war sehr gespannt ob mich das Buch ebenfalls so überzeugen würde. Wie ich erwartet habe, konnte mich das Buch fesseln bis zum letzten Satz. Ich habe auch einige Kritikpunkte, die ich im Laufe meiner Rezension äußern werde, aber hauptsächlich überwiegt das Positive.
Von dem Buch erwartete ich besonders emotionale Passagen, auch wenn ich mir von Anfang an dachte, dass die Geschichte vor allem auf dem Klischee „Arschloch-wird-zum-Traummann“ basieren würde. So war es dann auch, allerdings war das gar nicht schlimm, da mich besonders die gefühlvollen Stellen gepackt und mitgezogen haben. Die Autorin hat es perfekt verstanden, die Gefühle der beiden Protagonisten abzubilden. Das lag vor allem an der Erzählperspektive, so erzählten abwechselnd Eilzabeth, genannt Liz und Tristan aus ihrem Leben. Im Vordergrund stand dabei natürlich die Beziehung der beiden, die sich im Laufe der Geschichte aufbaut und entwickelt. Entscheidend ist dabei, dass sie beide einen Verlust zu verkraften haben und sich aus diesem Grund verbunden fühlen. Dabei ist die Beziehung der beiden anfangs sehr kühl, fast schon feindselig, da Tristan sich auf keinen Fall auf eine nähere Bindung einlassen möchte. Liz lässt allerdings nicht locker, so sieht sie doch etwas in ihm, das sie nicht loslässt. Tristan lässt sich immer mehr auf seine Nachbarin ein und man kann Stück für Stück hinter seine Fassade des harten Kerls, des „Monsters“ blicken. So entwickelt sich der wütende Tristan zum Liebling, was von Anfang an absehbar war.
Was allerdings nicht vorhersehbar war, war das Ende der Geschichte, welches mich auch zeitweise vor Spannung den Atem anhalten ließ. Das ging ja schon fast ein bisschen in Richtung Thriller. Das Buch hatte rückblickend tatsächlich von allem etwas zu bieten – die ganz großen Gefühle, Spannung und Erotik waren vertreten. Viele Stellen brachten mich zum lachen und auch die großen Liebesszenen konnten mich überzeugen und ließen mich mitfühlen. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr zugesagt.
Kennst du den Ort zwischen Albträumen und Träumen? Den Ort, wo die Zukunft niemals kommt und die Vergangenheit nicht mehr wehtut? Den Ort, an dem dein Herz im Einklang mit meinem schlägt? Den Ort, wo die Zeit nicht existiert und das Atmen leichtfällt? Dort möchte ich mit dir leben. TC
(Cherry, 2017 Pos. 2394)
Viel zu kritisieren gibt es nicht, klar, das altbekannte Klischee des Badboys, „harte Schale, weicher Kern“ kam mal wieder zum Einsatz, aber so gut umgesetzt, dass es definitiv nicht zum Störfaktor wurde. Ich habe diese Geschichte absolut geglaubt, die Autorin hat dieses Klischee wirklich authentisch zum Leben erweckt. Die Protagonisten waren gut ausgearbeitet und auch die Nebencharaktere, wie zum Beispiel Liz‘ Tochter Emma oder ihre beste Freundin Faye, waren liebenswert. Einziger kleiner Kritikpunkt wäre vielleicht die schnelle Entwicklung der Beziehung von Elizabeth und Tristan, das ging mir doch etwas zu rasch.
 FAZIT:
Ein wirklich tolles Buch, das mich bis zum Schluss fesseln und begeistern konnte! Es liest sich sehr gut, denn auch der Schreibstil der Autorin war ansprechend, vor allem die Emotionen der beiden Protagonisten kamen sehr gut rüber und haben mich mitfühlen lassen. Ich hatte nur kaum was zu meckern und das kommt eher selten vor.
4-herzen

ZUR AUTORIN:

Brittainy C. Cherrys erste große Liebe war die Literatur. Sie hat einen Abschluss der Carroll Universität in Schauspiel und Creative Writing und schreibt hauptberuflich Theaterstücke und Romane. Sie lebt mit ihrer Familie in Milwaukee, Wisconsin.
(Quelle: luebbe.de)
 

LIEBE Neuerscheinungen im Mai 2017

Ich habe mal wieder ein bisschen gestöbert und mir die Neuerscheinungen in diesem Monat angesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die meisten Bücher, die mich interessieren, in die Kategorie Liebesroman fallen. Eigentlich keine Überraschung, momentan spricht mich dieses Genre einfach am meisten an. Deswegen möchte ich hier mal meine Favoriten vorstellen, vielleicht wecke ich ja auch bei dem Ein oder Anderen die Lust auf eines dieser Bücher. Ich freu‘ mich auf jeden Fall schon und bin gespannt, welcher dieser Schätze in mein Bücherregal einziehen darf.


Anything for love
von Sarah Dessen (5. Mai 2017)

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Klappentext:
Eine Liebesgeschichte wie ein Sommerregen – zart, frisch und wunderschön

 Dass Sydneys Leben auf den Kopf gestellt wird, nur weil sie eine Pizzeria betritt, hätte sie nicht für möglich gehalten. Doch so, wie es im Moment läuft, kann ihr Leben einige Änderungen gut gebrauchen. Ihr Grundgefühl: unsichtbar. Denn zu Hause dreht sich alles nur um ihren Bruder, weil er betrunken einen Jungen angefahren hat und nun im Gefängnis sitzt. Dass ihre Mutter seine Schuld an dem Unfall ignoriert, macht die Sache nicht leichter für Sydney. Bis sie in der Seaside Pizzeria Mac und Layla kennenlernt, deren Familie so ganz anders ist als ihre: chaotisch und warm, laut und liebenswert. Unvoreingenommen wird Sydney willkommen geheißen. Und wenn Mac sie ansieht, fühlt sie sich alles andere als unsichtbar … (Quelle: dtv.de)
Hier geht es scheinbar nicht nur um eine Lovestory, sondern auch um die Liebe einer Familie. Der Klappentext verrät nicht allzu viel, das ist auch der Grund, weshalb mich dieses Buch sehr neugierig macht. Von der Autorin habe ich noch nichts gelesen, aber diesem Buch würde ich gern eine Chance geben.
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Fair Game (1) – Jade & Shep
von Monica Murphy (09. Mai 2017)
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Klappentext:
Schlimm genug, dass Jades Freund sie zu einem langweiligen Pokerspiel mitschleppt. Er benutzt sie auch noch als Spieleinsatz … und verliert. Die perfekte Gelegenheit für Jade, ihn zu ihrem Ex-Freund zu machen. „Gewonnen“ hat sie angeblich der superreiche und extrem gut aussehende Shep Prescott. Ein Mann, der alles haben kann, aber scheinbar nur hinter ihr her ist. Nichts hält ihn zurück, egal wie abweisend Jade sich verhält. Und je widerspenstiger sie wird, desto mehr will er sie für sich …
(Quelle: randomhouse.de)
Dieses Buch ist der Auftakt einer ganzen Reihe und irgendwie klingt die Story doch ganz vielversprechend. Einerseits dieses total klischeehafte „perfekter-gutaussehender-superreicher“ Traummann, aber andererseits ist dieser Traummann mal nicht der Unerreichbare, den alle Frauen wollen, aber keine kann ihn haben, erst die, die hinter seine harte Schale blicken kann… langer Satz, aber ich denke die Botschaft ist klar. 😀
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 Lemon Summer
von Kody Keplinger (09. Mai 2017)
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Klappentext:
Die Liebe findet dich, wo du auch steckst

Seit ihre Eltern geschieden sind, verbringt Whitley die Sommerferien bei ihrem Dad. Doch was für sie sonst die beste Zeit des Jahres war, entpuppt sich diesmal als reinster Albtraum. Denn ihr Dad – Überraschung! – hat eine neue Verlobte. Und die hat einen Sohn. Der sich ausgerechnet als Whitleys One-Night-Stand entpuppt. Weil Gefühle aber so gar nicht ihr Ding sind, lenkt Whitley sich ab: Party bis zum Umfallen. Dabei übersieht sie fast die guten Dinge direkt vor ihrer Nase. Wie den Jungen, dem wirklich etwas an ihr liegt …
(Quelle: randomhouse.de)

Am liebsten lese ich Jugendbücher, deswegen ist dieses wohl auch mein Favorit der hier vorgestellten Bücher. Die Geschichte klingt sehr erfrischend und auch das Cover finde ich sehr ansprechend, deswegen werde ich diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben.

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Er & Sie
von Marc Levy (22. Mai 2017)

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Klappentext:
Es war einmal in Paris …

Sie ist Schauspielerin. Er ist Schriftsteller. Sie heißt Mia. Er heißt Paul. Sie ist eine Engländerin aus London. Er ist ein Amerikaner aus Los Angeles. Sie versteckt sich in Montmartre. Er lebt im Marais. Sie hat sehr viel Erfolg. Er nicht wirklich. Mia ist sogar ein weltweit gefeierter Star, aber Paul hat noch nie von ihr gehört, weil er in seiner ganz eigenen Bücherwelt lebt. Beide fühlen sich einsam, bis sie sich eines Tages in einem kleinen Restaurant begegnen. Obwohl Paul sie zum Lachen bringt und er Mias Ungeschicklichkeit unwiderstehlich findet, wissen beide, dass sie sich nicht verlieben dürfen … (Quelle: randomhouse.de)

Eine Liebesgeschichte in Paris, das muss ja gut sein oder ? Naja, hauptsächlich spricht mich die Tatsache an, dass der Klappentext nicht wirklich etwas über die Geschichte preisgibt. Sie wissen beide, sie dürfen sich nicht verlieben, aber wieso nicht ? Das macht doch neugierig. Außerdem gefällt mir das Cover wahnsinnig gut.

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Meine Bücherregal ist eigentlich voll mit ungelesenen Bücher, aber die Verlockung ist mal wieder sehr groß! Vier Romane, die sehr vielversprechend klingen und ich bin gespannt, ob sie meine Erwartungen erfüllen können.

Rezension: Sadie Jonies – Jahre wie diese

Zuerst einmal, Vielen Dank an den Penguin Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Zu Beginn einmal, muss ich sagen, dass es mir wahnsinnig schwer fällt, Worte zu diesem Buch zu finden, die in etwa das ausdrücken, was ich darüber denke. Ehrlich gesagt, bin ich mir noch nicht einmal ganz sicher, was ich von diesem Buch halten soll. Bei einer Sache bin ich mir jedoch sicher: das Buch hat mich begeistert. Nur die Frage nach dem ‚Warum‘ ist schwierig in Worte zu fassen. Trotzdem will ich es versuchen.

BUCHDETAILS:
taschenbuch
10,00 €
413 seiten
erschienen 01/2017
penguin

ZUM INHALT:
London in den 70ern: eine Stadt von Partys, Whisky und Drogen beflügelt. Auf den Plattenspielern läuft Soul, man debattiert über Ideologien und die Neuerfindung der Kunst. Für Luke, der in der Provinz aufgewachsen ist, ist es das lang ersehnte Paradies. Zusammen mit Paul und Leigh verwirklicht er sich den Traum von einer eigenen Theaterkompagnie – doch dann trifft er Nina, eine labile Schauspielerin, und seine Liebe zu ihr droht alles zu zerstören, was er sich erkämpft hat … (Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Im Fokus der Handlung stehen ganz klar die beiden Protagonisten Luke und Nina. Zu Beginn kennen sich die beiden nicht, das Geschehen setzt im Jahre 1961 ein, beide noch in der Pubertät. Abwechselnd wird aus dem Leben der Beiden erzählt, man lernt beide Charaktere zunächst einmal kennen und begleitet sie beim Heranwachsen.

Nina und Luke sind sehr zerbrechliche Persönlichkeiten, auch wenn sie nicht immer so wirken. Das Leben macht ihnen zu schaffen, auf ganz unterschiedliche Weisen. Luke musste von klein auf erwachsen sein, für seinen alkoholabhängigen Vater sorgen, denn seine Mutter befindet sich in einer psychiatrischen Anstalt. Er scheint gut damit zurecht zu kommen, auch wenn man bei der Lektüre immer wieder auf Hinweise stößt, die darauf schließen lassen, dass dem in Wahrheit nicht so ist. Luke ist bewundernswert, so hat er sich aus seiner schwierigen Kindheit heraus etwas aufgebaut, nicht aufgegeben und an seinen Träumen festgehalten, auch wenn ihm nicht immer klar war, von was genau er träumt. Er ist ein Träumer, versinkt in Büchern, Musik und in seiner Obsession für das Theater. Zufällig lernt er Leigh und Paul kennen, seine beiden besten Freunde, mit denen er zusammen eine Theaterkompagnie gründet.

Nina wirkt sehr viel schwächer als Luke. Sie definiert sich selbst über die Anerkennung ihrer Mutter, die ihr aber nur selten gegeben wird. Ihre Mutter kümmerte sich nie wirklich um sie, strebte nach einer Schauspielkarriere und versucht nach dem Scheitern dieser, Nina dorthin zu bringen, wo sie selbst gerne gewesen wäre. Nina fügt sich, auch wenn sie es hasst, im Mittelpunkt zu stehen und sich selbst mit der Schauspielerei quält. Ihre Tochter kritisiert sie dauerhaft, achtet streng darauf, dass diese nicht zu viel isst und kümmert sich auch darum, dass Nina einen wichtigen Mann aus der Theaterbranche heiratet, um leichter Fuß fassen zu können. Nina tut alles für ihre Mutter, auch wenn diese kein gutes Haar an ihr lässt und sich herzlich wenig um die Bedürfnisse ihrer Tochter schert. Auch die Ehe zu Tony ist ein Reinfall, im Prinzip gelangt Nina von dem einen Gefängnis in das Nächste. Mit ihren Gefühlen ist sie stets alleine, so kann sie von niemandem wirklich Liebe oder Zuneigung erwarten. Da wundert es nicht, dass sie sich selbst nicht zu lieben scheint und sich selbst einredet, dass alles gut ist, so wie es ist.

Da beide Protagonisten in der Theaterbranche tätig sind, ist es vorhersehbar, dass die beiden früher oder später aufeinander treffen. Auch erfährt man bereits über den Klappentext von der Liebe, die sich zwischen den beiden entwickeln wird. Nina ist durch ihren Ehemann an eine Hauptrolle in einem Stück gekommen. In ihrer Rolle als Inhaftierte berührt sie Luke, auf eine Art und Weise, die er selbst nicht zu begreifen scheint. Von ihrem ersten Bühnenauftritt an, geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf. Der distanzierte Schreibstil der Autorin lässt nicht tief in die Gefühlswelt des Protagonisten blicken, man kann nur erahnen, was sich hier anbahnt. Dies empfand ich allerdings als sehr passend, da beide Charaktere nie wirklich gelernt haben, was Liebe bedeutet und damit ihnen völlig neue, bis zu diesem Zeitpunkt an, unbekannte Emotionen entwickeln.

Er dachte an Nina Jacobs, die blind und gefesselt auf dem Boden gekniet hatte. Das Stück hatte etwas in ihm aufgerissen, und dann war sie da gewesen, hatte sich selbst zur Rettung dargeboten. Alles war von ihm abgefallen, bis nichts mehr von ihm übrig war, und dann – ihr Anblick, wie eine Antwort. Sie war ihm so richtig vorgekommen. Und sie schien nach ihm zu rufen. – ( Jones, s. 156)

Schnell wird deutlich, dass Luke sie retten will und man bekommt den Eindruck, er versuche für sich selbst, etwas wieder gut zu machen. Als hätte er das Gefühl, bis jetzt gescheitert zu sein, so konnte er weder Vater noch Mutter retten. Die Emotionen der Charaktere waren sehr trocken und undurchsichtig dargestellt, trotzdem hat die Autorin es durch ihren Schreibstil geschafft, die Emotionen zu vermitteln. Man muss sich als Leser seinen Teil dazu denken und das hat mir sehr gefallen, weil es die Persönlichkeiten der Charaktere, die Verschlossenheit der Figuren, perfekt unterstreicht.

Auch die Nebencharaktere, die Geschichte um Paul und Leigh hat mir gut gefallen, auch diese waren gut ausgearbeitet. Sie wohnen mit Luke zusammen und unterstützen ihn bei der Entfaltung seines Schreibtalents, werden somit zu seiner neuen Familie und geben ihm damit den Halt und die Zuneigung, die er nie hatte. Mit dem Kennenlernen von Nina beginnt das Ganze allerdings auseinander zu brechen. Luke setzt neue Prioritäten und das Theater, die gemeinsame Leidenschaft der drei Freunde, rückt für ihn in den Hintergrund.

Relativ gegen Ende kommt es dann zu einer überraschenden Wendung, die die Autorin fast vollkommen unkommentiert stehen lässt. Was das Buch vor allem interessant gemacht hat, war die Frage, ob es denn zu einem Happy End kommt oder nicht. Der Ausgang des Buches hat mir überraschenderweise sehr gut gefallen, auch wenn ich mit etwas anderem gerechnet habe.

FAZIT:
Ich muss sagen, dass ich am Anfang Schwierigkeiten hatte, in das Buch reinzufinden. Das lag vor allem an dem etwas ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin, der mir aber mit der Zeit immer besser gefiel und im Endeffekt, haben diese distanzierten Beschreibungen sehr gut gepasst und die Ausarbeitung der Charaktere gefördert. Die Geschichte konnte mich fesseln und überraschen, obwohl nicht allzu viel passiert ist. Im Großen und Ganzen finde ich den Roman von Sadie Jones sehr gelungen und würde ihn weiterempfehlen.

5-herzen

ZUR AUTORIN:
Sadie Jones, 1967 in London geboren, arbeitete als Drehbuchautorin, unter anderem für die BBC. 2005 verfilmte John Irvin ihr Drehbuch „The Fine Art of Love“ mit Jacqueline Bisset in der Hauptrolle. Ihr preisgekröntes Romandebüt „Der Außenseiter“ (2008) wurde in Großbritannien auf Anhieb ein Nr.-1-Bestseller und war auch in Deutschland ein großer Presse- und Publikumserfolg. 2012 erschien bei der DVA „Der ungeladene Gast“. „Jahre wie diese“ ist ihr vierter Roman.

»Sadie Jones hat eine ungemein elegante Art des Erzählens, die Fans bereits zu Vergleichen mit Hemingway und Ian McEwan hinreißen ließ. Sadie Jones hat Stil.«

Bayerischer Rundfunk
(Quelle: randomhouse.de)

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Versatile Blogger Award

Zuerst einmal bedanke ich mich bei der lieben Natalie für die Nominierung zu diesem Award!

Hier noch einmal kurz die Regeln:

  1. Danke dem Blogger, der dich nominiert hat
  2. Verrate 7 Fakten über dich
  3. Nominiere andere Blogger

Bitteschön, hier sind meine 7 Fakten über mich selbst:) :

  1. Wie ich ja schon oftmals erwähnt habe, studiere ich Germanistik im Hauptfach, weshalb sich bei mir so ziemlich alles um Literatur und Sprachwissenschaft dreht. Meine Freizeit besteht aus Büchern (klar, nicht nur aus Büchern), mein Studium ebenfalls, sowie aus Texten und der Untersuchung von Wörtern, Gesprächen oder auch den kleinsten Lauten bis ins winzigste Detail. Später würde ich deswegen gerne bei einem Verlag arbeiten, als Lektorin vielleicht oder auch in Richtung Journalismus gehen. Hauptsache es dreht sich dabei um das geschriebene Wort, das ist es, was mich glücklich machen würde.
  2. Ich liebe Musik, wollte immer Musikwissenschaft studieren und dann in den Musikjournalismus einsteigen. Allerdings habe ich nach einem Semester Musikwissenschaft ( na gut okay, ich habe eigentlich nur zwei Vorlesungen besucht :D) festgestellt, dass ich in der Musiktheorie doch eine ziemliche Niete bin und war froh, dass ich mich dann für das Deutschstudium entschieden habe. Trotzdem liebe ich es in meiner Freizeit Gitarre zu spielen, dazu zu singen und wenn es mein Zeitplan zulässt, setze ich mich bei meinen Eltern zu Hause auch gerne mal an mein Klavier.
  3. Ich wohne mit meiner besten Freundin zusammen in einer WG. Irgendwie haben wir uns vor gut einem halben Jahr diese Idee zusammengesponnen und nun hat es tatsächlich geklappt. Es ist toll, jeden Tag die beste Freundin zu sehen, auch wenn wir noch nicht perfekt damit klar kommen ohne unsere Mamis und Papis zu leben.
  4. Ich hätte gerne einen Mops. Ich finde diese Rasse so unglaublich süß und würde mich so gerne eine Mopsmama nennen. Allerdings schaffe ich es nicht einmal unsere Basilikumpflanze am Leben zu erhalten, weshalb ich denke, dass die Möpse dieser Welt besser ohne mich klar kommen.
  5. Ich bin der unsportlichste Mensch dieser Welt. Ganz ehrlich, ich wohne im vierten Stock und jedes Mal wenn ich die Treppen hochlaufe, frage ich mich, ob es das wirklich wert war in diese Wohnung zu ziehen… Ich bin seit drei Jahren in einem Fitnesscentervertrag und das einzige, was mir das gebracht hat, sind Unmengen an verschwendetem Geld, die ich so viel besser hätte investieren können. Aber ja, damals mit 18 habe ich fest daran geglaubt, nach dem Abi werd ich so richtig sportlich, da hat man ja auch jede Menge Zeit. Ja klar.
  6. Ich habe ein Lieblingscafé und mein Lieblingsgetränk dort ist Latte Macchiato mit Zimt. Dort bin ich oft mit meiner besten Freundin und die trinkt immer Latte Macchiato mit Karamell. Wenn der Chef des Cafés da ist, müssen wir nicht einmal bestellen, weil er inzwischen weiß was wir trinken und meistens gibt’s dazu noch ne Ladung Kekse, die bekommt man eigentlich nur zu normalem Kaffee serviert!
  7. Ich bin nagellacksüchtig, ich habe Unmengen an Nagellack und kaufe mir immer wieder neuen, dabei hab ich nur selten lackierte Fingernägel. Ich weiß nicht einmal, wieso das so ist, aber trotzdem ist es so.

So, das waren meine 7 Fakten, ich danke nochmal frau nat , das hat wirklich Spaß gemacht! Allerdings werde ich jetzt einfach mal rebellisch sein, die Regeln brechen und keine weiteren Nominierungen aussprechen.

Ich wünsche euch allen ein tolles Wochenende! ♥

Rezension: Molly McAdams – Letting go – Wenn ich falle

Heute eine Rezension zu Letting go – Wenn ich falle von Molly McAdams, welches ich von netgalley.de als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen habe! Vielen Danke auch an den Mira Taschenbuch Verlag.

BUCHDETAILS:
ebook, taschenbuch
9,99€
352 Seiten
erschienen im 12/2016
mira taschenbuch verlag

ZUM INHALT:
Schon mit dreizehn Jahren wusste Grey, dass Ben der Eine ist. Sie war so sicher, dass sie für immer mit ihm zusammen sein würde. Aber drei Tage vor der Hochzeit stirbt er an einem unerkannten Herzfehler. Ihr gemeinsamer bester Freund Jagger ist der Einzige, der Grey durch die schreckliche Trauer und vielleicht zurück ins Leben helfen kann. Sie vertraut ihm bedingungslos und könnte vielleicht mehr für ihn empfinden. Doch würde sie damit nicht ihre Liebe zu Ben verraten? (Quelle: harpercollins.de)

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MEINE MEINUNG:
Das große Thema in Molly McAdams Roman ist der Kampf Greys zurück ins Leben, nachdem ihr Verlobter, die Liebe ihres Lebens, kurz vor der Hochzeit an einem unentdeckten Herzfehler stirbt. Zu Beginn bekommt der Leser einen kleinen Rückblick geliefert, ein paar Tage vor der Hochzeit, an dem Tag, an dem Ben einfach umfällt und nicht mehr aufsteht. Die eigentliche Geschichte beginnt dann genau zwei Jahre später und dreht sich um Grey und Jagger, Bens Verlobte und sein bester Freund.

Was mich ziemlich überrascht hat, war die Tatsache, dass die gedachte Auflösung des Klappentextes ziemlich schnell erfolgt. Ich habe nach dem Lesen des Klappentextes schon eine Ahnung gehabt und mir einen ganz anderen Verlauf des Themas vorgestellt. Trotzdem war ich nicht enttäuscht und habe mich auf den weiteren Verlauf voller Spannung und ohne spezielle Erwartungshaltung eingelassen.

Teilweise war die Geschichte ganz schön kitschig – klar, es ging hauptsächlich um die große Liebe und ganz große Gefühle und die Beschreibung dieser, ist der Autorin auch wirklich gut gelungen. Dennoch bin ich der Meinung, dass es zu viel des Guten war, denn rückblickend kommt es mir vor, als ginge es NUR um Gefühle. Mir kam es vor, als würde die ganze Stadt nur Grey und Jagger als Thema haben, denn jeder Charakter des Buches hatte irgendwas dazu zu sagen und alle waren nur damit beschäftigt sich um ihre Beziehung zu kümmern. Das war mir definitiv zu übertrieben!

Ebenfalls gestört haben mich die Konflikte, die dargestellt wurden. Es kam mir vor, als würde ein großer Konflikt den nächsten jagen und das kam mir alles sehr unrealistisch vor. Zum Einen war da die nervige Exfreundin, Jaggers schwieriges Verhältnis zu seiner intriganten Mutter und seine kleine Schwester, die ihm Probleme bereitet. Mir kam es vor, als wären all diese Konflikte und auch ihre Lösungen, nur leicht angeschnitten und auch schnell wieder beseitigt worden, schließlich konnten die Charaktere sich gegenseitig nicht böse sein, egal wie schwerwiegend die begangene Tat war.

Ein weiterer Kritikpunkt war die kurze Zeitspanne, in der das alles vorfällt. Die Protagonisten bauen sich etwas auf, wofür normale Menschen Jahre brauchen. Zumindest aus meiner Sicht. Das hat mir das Ganze einfach total unrealistisch erscheinen lassen.

Erzählt wurde aus den beiden Perspektiven der Protagonisten Grey und Jagger, immer abwechselnd aus der Ich-Perspektive. Die ermöglichte sehr anschaulich das Nachvollziehen der Gefühle und Gedankengänge und auch eine gewisse Nähe zu den Charakteren wurde dadurch aufgebaut. Trotzdem hat mir nur der Protagonist Jagger gut gefallen, Grey war mir einfach viel zu sehr „Gutmensch“. Auch ihre Eltern und Bruder waren sehr überzogen dargestellt, viel zu überdreht war vor allem auch Greys Mutter, die sie behandelt hat, als wäre sie ein Kind. Das hat es mir sehr schwer gemacht die Geschichte ernst zu nehmen.

Natürlich gab es auch positive Dinge, wie zum Beispiel der Schreibstil der Autorin, der es mir ermöglichte das Buch sehr schnell zu lesen. Auch das Ende hat mir gut gefallen. Ich konnte das ganze Buch über miträtseln und zum Schluss gab es eine überraschende Wendung, die ich eigentlich ganz gelungen fand. Der Hauptgedanke war auch ein ziemlich Guter, einzig und allein das Drumherum hat gestört und die Geschichte überladen. Hier wurde viel Potenzial verschenkt.

FAZIT:
Die Geschichte, zumindest der Grundgedanke, haben mir gut gefallen. Ich mochte auch den Schreibstil der Autorin, vor allem die großen Gefühle wurden, meiner Meinung nach, gut dargestellt. Leider wirkte alles zu überladen und zu rosarot, weshalb ich die Geschichte nicht wirklich ernst nehmen und auch nicht mitfühlen konnte. Weiterempfehlen würde ich die Geschichte nicht unbedingt, sie ist ganz nett, aber es sind leider zu viele Störfaktoren vorhanden!

3-herzen

ZUR AUTORIN:
Molly McAdams wuchs in Kalifornien auf. Heute lebt sie mit ihrem Ehemann und ihren vierbeinigen Hausgenossen in Texas. Wenn sie nicht gerade an ihren erfolgreichen New-Adult-Romanen schreibt, kuschelt sie sich am liebsten daheim auf die Couch und schaut Filme. Sie hat eine besondere Schwäche für frittierte saure Gurken (eine Spezialität im Süden der USA!) und weiche Schmusedecken. (Quelle: hapercollins.de)

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Rezension: Anne Jacobs – Das Erbe der Tuchvilla

Zuallererst bedanke ich mich bei dem blanvalet Verlag  für das Rezensionsexemplar Das Erbe der Tuchvilla von Anne Jacobs!

BUCHDETAILS:
taschenbuch
9,99€
670 Seiten
erschienen im 12/2016
blanvalet

ZUM INHALT:
Das Schicksal einer Familie in einer bewegten Zeit. Und eine Liebe, die alles überwindet.

Augsburg, 1920. In der Tuchvilla blickt man voller Optimismus in die Zukunft. Paul Melzer ist aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und übernimmt die Leitung der Tuchfabrik, um der Firma wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Seine Schwester Elisabeth zieht mit einer neuen Liebe wieder im Herrenhaus der Familie ein. Und Pauls junge Frau Marie will sich einen lang gehegten Traum erfüllen: ihr eigenes Modeatelier. Ihre Modelle haben großen Erfolg, doch es kommt immer wieder zu Streitigkeiten mit Paul – bis Marie schließlich die Tuchvilla mit den Kindern verlässt … (Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Bei Das Erbe der Tuchvilla von Anne Jacobs handelt es sich um den dritten Teil der Tuchvilla-Reihe. Ich habe ja ein Händchen dafür, solche Buchreihen immer wieder mit dem weiterführenden Teil einer Reihe zu beginnen. Das war mir zu Beginn, als ich es aussuchte, nämlich nicht bewusst, von dieser Reihe hatte ich noch nichts gehört. Trotzdem hatte ich keine Probleme damit, in die Geschichte reinzukommen, denn die jeweiligen Details, die für den Verlauf der Geschichte relevant sind, wurden nacherzählt und ich hatte nicht das Gefühl, irgendetwas nicht zu verstehen.

Zum Einstieg lernt man die Protagonisten und somit die Familie Melzer kennen, die ganz besonders im Mittelpunkt steht. Man stößt hier auf viele Namen und Charaktere, weswegen ich zu Beginn etwas Schwierigkeiten hatte, mitzukommen. Nach einiger Zeit habe ich mich dann aber daran gewöhnt und gut in die Geschichte hinein gefunden.

Was mir besonders gut an dem Erzähl-Stil der Autorin gefallen hat, war die Abwechslung in den verschiedenen Kapiteln, jedes neue Kapitel wirft das Licht auf eine andere Personengruppe. So gibt es Kapitel, die von Paul und Marie, dem Liebespaar, um welches es hauptsächlich geht, handeln, sowie Kapitel über ihre Kinder, oder ihre Angestellten. Sehr interessant ist auch zu beobachten, dass es Unterschiede in der Sprache gibt, je nachdem welche Personengruppe gerade im Mittelpunkt steht. Sind gerade die Angestellten die Protagonisten, so wird die Sprache dialektal und „bäurisch“. Stehen die Kinder im Vordergrund, bekommt der Erzähler ebenso eine naive und infantile Art zu beschreiben. Es gab auch Kapitel über Pauls Schwestern Lisa und Kitty, welche mir auch sehr gut gefallen haben. In den Kapiteln über die Angestellten geht es vor allem um die Geldprobleme welche die Inflation vor allem im Jahr 1923 beschert und um den Zusammenhalt, gegenüber der verhassten Serafina von Dobern, die eingestellt wurde, um sich um Maries und Pauls Kinder zu kümmern, da Marie nun ihr eigenes Mode-Atelier hat und dies viel Zeit verschlingt. Schnell stellt sich heraus, dass Serafina als Hauptquelle allen Übels gilt und keine Gelegenheit auslässt, gegen Marie und Pauls Schwester Kitty zu sticheln, da diese sich fortschreitend entwickeln und emanzipieren, was sich für eine Frau hohen Standes selbstverständlich so gar nicht gehört. Da kommt es Serafina natürlich gerade Recht, dass Alicia Melzer, Pauls Mutter, komplett auf ihrer Seite steht und ihre Ansichten teilt, dabei nicht erkennt, welche Intrigen die Gouvernante spinnt. Stehen die Kinder im Mittelpunkt, so geht es hauptsächlich darum, dass beide Kinder den Ansprüchen ihres Vater nicht gerecht werden. Leo spielt nämlich leidenschaftlich gerne Klavier und Dodo interessiert sich sehr für Flugzeuge und Maschinenbau.

Über ihnen der Himmel, unter ihnen die Hölle, und mitten dazwischen schwebten sie auf Mozarts Flügeln. Das war verrückt. Aber es war das Schönste, was es auf der Welt gab. (Jacobs, s.605f)

Andersrum hätte der Vater sich das gewünscht. Damit hat jede Personengruppe seine eigene Handlung, in welche man abwechselnd Einblicke bekommt. Das ist auch der Grund dafür, dass keine Langeweile aufkommt und man nicht das Gefühl hat, das Buch sei langatmig.

Gewöhnungsbedürftig war vor allem die Sprache, allerdings muss man bedenken, dass das Buch etwa um 1925 spielt und damals auch anders gesprochen wurde als heute. Dadurch wirkt die Geschichte aber auch authentisch und gut vorstellbar und nach einer Weile kam ich damit auch sehr gut klar.

Hauptthema der Geschichte ist – wie der Klappentext bereits verrät – die Ehekrise von Paul und Marie und der damit verbundene Auszug Maries aus der Tuchvilla. Die ganze Geschichte zieht sich meiner Meinung nach viel zu lange hin und ich habe schnell die Lust an diesem Thema verloren. Zum Glück gab es noch spannendere Dinge, die in dem Buch passiert sind. Im Großen und Ganzen handelt es sich bei der Geschichte um einen Bericht, über das Zusammenleben einer Familie mit ihren Höhen und Tiefen über Monate, Jahre hinweg. Klar, dass hier viel passiert, aber bei vielem hatte ich das Gefühl, dass es nicht viel zum Vorankommen der eigentlichen Geschichte beigetragen hat. Bei vielen Geschehnissen, die passiert sind, habe ich mir die Frage gestellt, wieso das denn passiert ist, wo es doch überhaupt keinen Zusammenhang mit dem eigentlichen Thema gibt.

!ACHTUNG SPOILER!

Das war zum Beispiel bei dem Mord an Maria Jordan so… Das ist alles so plötzlich passiert und wurde dann wieder unter den Teppich gekehrt und ich habe mich einfach gefragt: WIESO ? Warum ist das jetzt passiert ? Was mich auch sehr gestört hat, war das plötzliche Kündigen der Gouvernante. Ich hätte Serafina von Dobern eine ordentliche Abreibung und das Aufdecken ihrer bösen Spielchen gegönnt.

SPOILER ENDE.

Das Ende empfand ich als schön, aber nichts besonderes, irgendwie war es vorhersehbar. Trotzdem gab es noch eine kleine Überraschung am Ende, die mir sehr gut gefallen hat.

FAZIT:
Ich war nicht begeistert, muss ich leider sagen, auch wenn die Geschichte gut erzählt war. Sie war leider nicht mehr als ganz nett, ich hatte nicht das Gefühl, ich müsste unbedingt weiterlesen, weil es so spannend war. Deswegen bekommt das Buch eine mittelmäßige Empfehlung, weil es dennoch nicht schlecht war und ich auch nicht das Gefühl hatte, mich zu langweilen.3/5 Herzen!

3-herzen

ZUR AUTORIN:
Anne Jacobs veröffentlichte unter anderem Namen bereits erfolgreich historische Romane und exotische Sagas. Mit Die Tuchvilla erfüllt sie sich einen lange gehegten Wunsch und gestaltet ein Familienschicksal vor dem spannenden Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte. (Quelle: randomhouse.de)

Hier geht’s zum Buch!

Rezension: Susan Abulhawa – Als die Sonne im Meer verschwand

Zunächst einmal möchte ich mich bei dem Diana Verlag für dieses Rezensionsexemplar bedanken! Es handelt sich hierbei um Als die Sonne im Meer verschwand von Susan Abulhawa.

BUCHDETAILS:
taschenbuch
9,99€
400 Seiten
erschienen im 10/2016
diana verlag

ZUM INHALT:
In Amerika aufgewachsen, kennt die Palästinenserin Nur die malerischen Dörfer ihrer Heimat bloß aus den Erzählungen ihres Großvaters. Doch dann trifft sie Jamal, der als Arzt in Gaza arbeitet und sie dorthin einlädt. Zum ersten Mal reist Nur zu ihrer Familie und erlebt, wie eng deren Geschichte mit der Israels und Palästinas verflochten ist. Sie ist überwältigt von den Eindrücken, erfährt aber auch eine bittere Wahrheit über Jamal. Stehen lediglich die strengen Regeln seiner Kultur zwischen ihnen? Nur muss herausfinden, wohin sie und ihre Liebe gehören. (Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Zunächst einmal muss ich den Schreibstil der Autorin loben – wow! Die Sprache, die sie verwendet, wirkt sehr poetisch. Susan Abulhawa hat mich vor allem durch die Art zu Schreiben gefesselt und fasziniert, ihre Schilderungen wirken wie aus einer anderen Welt und regen zum Träumen an. Sie schafft es, einen Ort zu beschreiben, den man nicht wirklich greifen kann und bringt dem Leser damit eigentlich Fernes, nah. Allein für diesen wunderbaren Schreibstil würde ich ihr gerne die volle Anzahl an Punkten geben, allerdings kommen dazu schließlich noch einige andere Aspekte.

„Meine Teta Nazmiyya hängte jeden Morgen den Himmel auf; er war wie ein saphirblaues Laken, das im Luftzug an der Wäscheleine tanzte.“ (Susan Abulhawa in Als die Sonne im Meer verschwand, Diana)

Die ganze Geschichte rund um die Familie Baraka hat stets etwas Sehnsuchtsvolles. Zu Beginn, hat mich das Geschehen wirklich sehr gefesselt und zum Nachdenken gebracht. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und war ergriffen von all den Schicksalsschlägen und Grausamkeiten, die die Familie leiden ließen. Ich habe mitgefühlt und die Familie der Geschwister Nazmiyyah, Mariam und Mamduh kennengelernt. Anfangs bekommt der Leser einen Einblick in die Familienbeziehungen und diese Einführung hat mir sehr gut gefallen. Es war nicht leicht, die Namen der Protagonisten waren mir natürlich nicht geläufig und da viele Personen eine Rolle spielen, waren auch die Verwandtschaftsverhältnisse nicht gerade einfach zu durchschauen. Auch die Verwendung von arabischen Wörtern erschwerte den Einstig in die Geschichte, aber dafür befand sich am Ende des Buches ein Glossar mit den verwendeten Ausdrücken und auch ein Familienstammbaum, den man immer wieder nachschlagen muss, befand sich im Buch. Das hat das Lesen natürlich erleichtert und nach einiger Zeit musste ich auch nicht mehr Nachschlagen. Die Geschichte beginnt etwa um 1948 und schildert die Angriffe der Juden auf die Araber. Natürlich schildert die Autorin diesen Krieg aus der Sicht einer palästinensischen Familie und geht dabei nicht auf die andere Seite und deren Ansicht ein, weswegen die Autorin auch schon einiges an Kritik einstecken musste. Mich persönlich stört das allerdings nicht, da es sich hierbei um einen fiktiven Text handelt und die Protagonisten allesamt der palästinensischen Seite angehören. Da wäre alles andere doch schwachsinnig. Der Autorin gelingt es dabei einwandfrei diese Sicht zu schildern.

Der Klappentext des Buches führt, meiner Meinung nach, etwas in die Irre. Als ich das Buch noch nicht kannte, hatte ich erwartet, eine Liebesgeschichte zu lesen. Diese kommt zwar auch vor, nimmt aber nur einen sehr geringen Raum in der Geschichte ein. Den Klappentext hätte man also durchaus anders formulieren müssen.

Die Geschichte, die erzählt wird, ist teilweise sehr grausam und wirklich. Die Autorin schildert viele Unmenschlichkeiten und bereitet damit dem Leser eine Gänsehaut. Zugleich ist das Buch realitätsfern und verfügt über eine gewisse Menge an Mystik. Von Geistern und Dschinns wird erzählt, mitten in der realen Welt des Krieges. Das ganze Buch hindurch ist die Geschichte äußerst emotionsgeladen und ergreifend. Allerdings muss ich sagen, was wahnsinnig packend und voller Spannung begonnen hat, lässt mit der Zeit nach und geht im letzten Abschnitt völlig verloren. Zu Beginn begleitet man die palästinensische Familie Baraka, gegen Ende liegt das Hauptaugenmerk dann aber nur auf zwei Familienmitgliedern, nämlich auf Nur und Khaled. Leider war mir die Protagonistin Nur eher unsympathisch. Sie muss einige Schicksalsschläge erleben, womit auch ihre Lebensfreude mit der Zeit verloren geht. Verständlich, dennoch schade, da der Rest der Familie trotz vieler schlimmer Ereignisse nach vorne schauen kann. Dieser Charakter hat mich sehr gestört. Das hatte zur Folge, dass ich mich immer weiter von dem Geschehen distanziert habe.

Meiner Meinung nach, ist das Buch auch etwas zu überladen. Es passiert sehr viel, wobei es vielleicht besser gewesen wäre, die Geschichte auf ein paar Ereignisse weniger zu beschränken und diese dann detaillierter auszuarbeiten.

Fazit:
Ich habe Susan Abulhawas Schreibstil wirklich sehr genossen, dieser verdient meiner Ansicht nach, die vollen Punkte. Allerdings hat sich die Spannung und die Emotionalität, die zu Beginn der Geschichte noch vorhanden war, mit dem Verlauf des Buchs verloren, was wirklich sehr schade war. Das Mystische und Unrealistische haben die Geschichte nicht gestört. Eher war es das Überhäufen mit Ereignissen und auch das Fehlen eines roten Fadens. Nach dem Lesen dieses Buchs konnte ich nicht genau sagen, was denn jetzt dieses eine große Thema wäre, dieses eine einschneidende Ereignis, das die Geschichte wirklich prägt. Das war ein bisschen schade, trotzdem würde ich wieder zu einem Buch von Susan Abulhawa greifen, da sie wirklich schön schreibt und mich damit auch fesseln konnte. Deswegen war ich hin- und hergerissen, was die Bewertung anbelangt und gebe dem Buch eine mittlere Note. 3/5 Herzen!

3-herzen

ZUR AUTORIN:
Geboren als Kind palästinensischer Flüchtlinge wuchs Susan Abulhawa in Kuwait, Jordanien und Jerusalem auf. Als Teenager ging sie in die USA, wo sie heute gemeinsam mit ihrer Tochter lebt. Die Autorin engagiert sich aktiv für die Menschenrechte und die Lebensumstände von palästinensischen Kindern in besetzten Gebieten. Ihre Romane »Während die Welt schlief« und »Als die Sonne im Meer verschwand« sind internationale Bestseller. (Quelle: randomhouse.de)

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