Herzensbücher

Bücher, die dich nicht mehr loslassen, über die du noch lange nachdem du sie gelesen hast, nachdenken musst und dir als erstes ins Auge fallen, wenn du dein Bücherregal betrachtest – jeder Buchliebhaber kennt sie, seine persönlichen Herzensbücher. Die Bücher die herausstechen, die besonders sind, die auf ihre Art perfekt sind, weil sie eine Geschichte erzählen, die auf eine außergewöhnliche Art begeistert. Gerade habe ich ein Buch beendet, das mich zu diesem Post inspiriert hat, denn es ist genau solch ein besonderes Buch, dass mir wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Daraufhin habe ich mich in meinem Regal mal wieder etwas umgesehen und nach Büchern Ausschau gehalten, die mich genauso sehr fasziniert haben, wie dieses gerade gelesene Buch, die ich auch in meine persönliche Herzensbücher-Schublade stecken würde. Dabei sind mir einige ins Auge gestochen und daraufhin habe ich beschlossen drei meiner Herzensbücher hier vorzustellen. Sie sind nicht wirklich aktuell, eins von den dreien habe ich vor Jahren gelesen und trotzdem erinnere ich mich. Weil sie für mich besonders sind. Vielleicht bekommt hier ja auch der Ein oder Andere Lust auf eines der Bücher! 🙂


 

Das Buch, welches mich zu diesem Post inspiriert hat – Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen von Ulla Scheler. Ich bin mir sicher, vielen hier ist dieses Buch ein Begriff, denn ich bin schon oft bei anderen Buchbloggern über diesen Titel gestolpert. Immer wieder habe ich positive Rezensionen gelesen, dennoch hat mich der Klappentext nie so angesprochen, dass ich es unbedingt lesen wollte. Zum Glück habe ich es doch getan!

BUCHDETAILS:
erstausgabe erschienen im 08/2016
heyne verlag
368 seiten
14,99 euro
paperback
jugendroman

ZUM INHALT:
Wie es sich anfühlte, ihn zu sehen? Als hätte ich einen Monat lang durch einen Strohhalm geatmet.

Ben ist seit Ewigkeiten Hannas bester Freund. Er ist anders. Wild, tollkühn, ein Graffiti-Künstler, ein Geschichtenerzähler. Und keiner versteht Hanna so wie er. Nach dem Abi packen die beiden Bens klappriges Auto voll und fahren zum Meer. An einen verwunschenen Strand, um den sich eine düstere Legende rankt. Sie erzählen sich Geschichten. Bauen Lagerfeuer. Kommen einander dort nahe wie nie zuvor. Und Hanna hofft, endlich hinter das Geheimnis zu kommen, das Ben oft so unberechenbar und verzweifelt werden lässt. Doch dann passiert etwas Schreckliches …

(Quelle: randomhouse.de)

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DAS BESONDERE:
Ich habe mich in Ulla Schelers Art zu Schreiben verliebt! Selten habe ich ein Buch so sehr mit Eselsohren entstellt wie dieses, weil ich so viele hübsche Zitate entdeckt habe, die ich mir alle rausgeschrieben habe. Selten habe ich so sehr mit der Protagonistin mitgefühlt. Es ist eine wunderschöne Geschichte über die Jugendliebe und Ben und Hanna haben sich in mein Herz geschlichen. Ihre Geschichte hat mich bis zur letzten Sekunde in ihren Bann gezogen.

„Die Fragezeichen sind angsteinflößend, sie zerquetschen dein Herz. Mit den Punkten kannst du rechnen, sie tragen dein Leben, du kannst sie zu einem Einfamilienhaus aufeinanderschichten oder zu einer Familie. Was bleibt von den Fragezeichen? Eine Liebe, die dich auffrisst.“ s.352


Zu dem nächsten Buch habe ich auch den Film gesehen und ich muss sagen, der hat mir nicht so gut gefallen, was aber daran lag, dass ich mir den Protagonisten ganz anders vorgestellt habe. Nach dem Buch hat dieser Schauspieler meiner Meinung nach einfach nicht gepasst, aber das ändert ja nichts an dem tollen Buch! Es handelt sich bei diesem Herzensbuch um Zwei an einem Tag von David Nicholls.

BUCHDETAILS:
erstausgabe erschienen im 07/2009
kein & aber verlag
544 seiten
taschenbuch
liebesroman

ZUM INHALT:

»Gerade stelle ich mir dich mit 40 vor!« Es ist der 15. Juli 1988, und Emma und Dexter, beide zwanzig, haben sich gerade bei der Abschlussfeier kennengelernt und die Nacht zusammen durchgemacht. Am nächsten Morgen gehen beide ihrer Wege. Wo werden Sie an genau diesem Tag ein Jahr später stehen? Und wo in den zwanzig darauffolgenden Jahren? Werden sich die beiden, die einander niemals vergessen können, weiterhin immer gerade knapp verpassen?

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DAS BESONDERE:
Hier war es vor allem die Geschichte, die mich überzeugt hat. Die ganze Zeit fiebert man mit den tollen Hauptcharakteren mit, die doch eigentlich füreinander bestimmt sind, aber immer kommt irgendetwas dazwischen. Die Geschichte ist so abwechslungsreich und süß erzählt, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Einfach ein wunderschöner Liebesroman.


Mein drittes Herzensbuch habe ich von meiner Mama aus dem Bücherregal geklaut – Lauf, Jane, Lauf! Von Joy Fielding. Dementsprechend ist das Buch auch schon einige Jährchen alt. Ein Thriller ganz nach meinem Geschmack.

BUCHDETAILS:
erstausgabe erschienen im 01/1992
goldmann verlag
448 seiten
taschenbuch
thriller

ZUM INHALT:
„An einem Nachmittag im Frühsommer ging Jane Whittaker zum Einkaufen und vergaß, wer sie war…“

So beginnt der Alptraum einer Frau, die sich plötzlich blutbefleckt, die Taschen voller Geld und ohne Erinnerungsvermögen auf den Straßen Bostons wiederfindet. Wer ist dieser Mann, den man ihr als ihren Ehemann vorstellt? Was sind das für Medikamente, die ihr angeblich helfen sollen? Und warum fühlt sie sich als Gefangene im eigenen Haus? Verzweifelt kämpft Jane von nun an um ihr Gedächtnis – es wird ein Kampf auf Leben und Tod … (Quelle:randomhouse.de)

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DAS BESONDERE:
Ich habe mitgefiebert bis zum Schluss! Einfach ein perfekter Thriller, der mich in jeder Hinsicht überzeugen konnte und bis zum Ende in den Bann zog. Ich glaube hier lag es vor allem daran, dass mir zu keiner Zeit langweilig war und das habe ich oft bei Thrillern, an manchen Stellen, bevor es dann richtig los geht.


Rezension: Babydoll – Hollie Overton

BUCHDETAILS:
paperback
15 euro
352 seiten
erschienen im 05/2017
goldmann

INHALT:
Lily Risers neues Leben beginnt an einem kalten Winterabend: Nur mit einem dünnen Schlafanzug bekleidet tritt sie vor die Tür, drückt ihre Tochter an sich – und rennt los. Weg von dem Haus im Wald, weg von dem Mann, der sie acht Jahre lang gefangen hielt. Dem Vater ihrer Tochter Sky, dem Mann, der an diesem Abend zum ersten Mal einen Fehler machte, als er vergaß, die Tür zu verriegeln. Doch schnell wird klar, dass es für Lily kein Zurück zur Normalität gibt. Zu viel ist geschehen, zu tief sind die Wunden, die sie und ihre Familie durch die Entführung davongetragen haben. Schritt für Schritt tasten sie sich in eine mögliche Zukunft, ohne zu ahnen, dass die dramatischste Bewährungsprobe noch vor ihnen liegt. Denn selbst im Gefängnis plant Lilys Entführer bereits, wie er sie, seine Babydoll, für ihren Ungehorsam bestrafen wird …
(Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Babydoll beginnt dort, wo die meisten Thriller enden, nämlich mit der Flucht eines Opfers, das 8 Jahre lang gefangen gehalten wurde. Lily wurde als Teenager entführt und festgehalten, sie wurde misshandelt und dabei wurde ihre Tochter Sky gezeugt, mit der sie nun flüchtet. Ihr Entführer Rick hat in all den Jahren keinen Fehler begangen. Deswegen hält Lily es anfangs auch für eine Falle, als sie bemerkt, dass die Tür zu ihrem „Verlies“ nicht abgeschlossen ist.

Die Autorin setzt den Schwerpunkt des Plots auf den psychologischen Effekt der Entführung bei den Opfern und den Familienangehörigen. Zusätzlich bekommt man als Leser Einblicke in die kranken Gedankengänge des Entführers. Die Perspektiven wechseln von Kapitel zu Kapitel zwischen der Protagonistin Lily, ihrer Zwillingsschwester Abby, ihrer Mutter Eve und dem Antagonisten Rick. So bekommt man als Leser einen perfekten Einblick in das Gefühlsleben der beteiligten Personen und hat die Möglichkeit sich in sie hineinzuversetzen.

Am emotionalsten waren dabei die Passagen des Opfers Lily. Sie erzählt von den Misshandlungen und Gräueltaten, die Rick ihr angetan hat. Durch Zeitsprünge erfährt man immer wieder etwas über ihr Leben vor der Entführung und den Verlust, der dadurch entstanden ist. Im ersten Kapitel wurden Lilys Gefühle besonders gut übermittelt, ihre Angst erwischt zu werden war sehr greifbar. Ich habe förmlich mitgefiebert. Dann natürlich auch das Ausatmen nach der gelungen Flucht und der Festnahme des Täters. Schnell kehrt aber wieder Spannung ein, denn Ricks Ziel ist es, Lily für ihren Ungehorsam zu bestrafen und sich an der Familie zu rächen. Die Spannung, ob er seine Pläne in die Tat umsetzen könnte, blieb bis zum Schluss. Besonders verstörend waren seine Gedankengänge. Er fühlt sich vollkommen im Recht und behauptet immer wieder Lily zu lieben und ihr etwas Gutes getan zu haben. Ich habe einen sehr guten Einblick in sein skrupelloses Wesen und seine abscheulichen Gedanken bekommen, die teilweise sehr schockierend waren. Zeitweise wurde ich richtig wütend.

Das hat natürlich auch sehr zum Nachdenken angeregt, denn man erfährt viel über Ricks Doppelleben. Er ist nämlich kein abgeschotteter Psychopath, der im Wald lebt, wie man sich das vielleicht vorstellt, sondern ein verheirateter Mann, angesehener Lehrer einer Schule und mitfühlender, besorgter Bürger, der sich selbstverständlich an den Suchaktionen nach Lilys Entführung beteiligte. Keinem ist irgendetwas aufgefallen, zu perfekt war seine Tarnung.

Mit Eve und Abby erschafft die Autorin zwei weitere, interessante Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Beide sind natürlich überglücklich Lily wieder zu haben. Auch hier klären Zeitsprünge über die vergangenen Jahre auf und lassen einblicken in die tiefen Wunden, welche die Entführung auch hier hinterlassen hat. Vor allem Abby, Lilys Zwillingsschwester, hat es besonders schwer getroffen und innerlich zerstört. Die enge Bindung der Schwestern war sehr schön ausgearbeitet und die tiefen Wunden, die durch das Auseinanderreißen der Beiden entstanden sind, waren sehr emotional geschildert. Ihre Mutter Eve ist eine sehr starke Persönlichkeit und unterstützt ihre Töchter und Enkeltochter wo sie kann. Auch sie war ein eindrucksvoller Charakter, trotz allen Rückschlägen konnte sie sehr gut mit der Situation umgehen.

Somit ist es der Autorin gelungen unterschiedliche Charaktere zu entwerfen und ihnen verschiedene Persönlichkeiten zu verleihen. Das alles hat sehr authentisch gewirkt und konnte mich überzeugen.

Als weniger gelungen empfand ich das Ende. Die Wende am Schluss konnte mich zwar ein wenig überraschen, der Ausgang war jedoch etwas zu gewollt. Hier wäre weniger einfach mehr gewesen. Somit war die Idee des Plots bestimmt sehr gut, allerdings nicht ganz perfekt umgesetzt. Zwischendurch hat es auch ein wenig an Spannung gefehlt. Diese ist dann eher an den Stellen entstanden, an denen Rick zu Wort kam und man seine gestörten Pläne verfolgen konnte. Komplett konnte mich das Buch deshalb nicht vom Hocker reißen, auch wenn die Charaktere sehr gelungen waren, fehlte es doch ein wenig dann in der Story.

Trotzdem bin ich förmlich durch das Buch geflogen, was vor allem dem Schreibstil der Autorin und der angenehmen Kapitellänge zu verdanken ist. Auch die wechselnden Perspektiven haben dazu beigetragen, da man so auch viel über die verschiedenen Charaktere erfahren konnte.

FAZIT:
An manchen Stellen hätte es schon ein bisschen mehr Spannung sein dürfen! Trotzdem ein gelungenes Buch, perfekte Unterhaltung, auch wenn das Ende doch eher dürftig ausfiel. Weiterempfehlen würde ich es dennoch, auch auf einen weiteren Roman der Autorin freue ich mich.

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Vielen Dank an goldmann für das Rezensionsexemplar!

ZUR AUTORIN:
Hollie Overton wuchs zusammen mit ihrer Zwillingsschwester bei ihrer Mutter auf. Erst spät erfuhr sie, dass ihr Vater ein Mitglied der kriminellen Overton Gang war, die in den 1960ern in Texas zu zweifelhaftem Ruhm gelangte, und dass er sogar mehrere Jahre wegen Totschlags im Gefängnis saß. Die Erfahrungen ihrer Kindheit und Jugend haben sie stark geprägt und sind auch in ihren Debütroman »Babydoll« eingeflossen. Als Drehbuchschreiberin war Hollie Overton an erfolgreichen TV-Formaten wie zum Beispiel »Cold Case« beteiligt. Hollie Overton lebt mit ihrem Mann in Los Angeles und schreibt bereits an ihrem nächsten Roman. (Quelle: randomhouse.de)

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Rezension: Lemon Summer – Kody Keplinger

BUCHDETAILS:
taschenbuch
9,99 Euro
348 seiten
erschienen im 05/2017
cbt

INHALT:

Die Liebe findet dich, wo du auch steckst

Seit ihre Eltern geschieden sind, verbringt Whitley die Sommerferien bei ihrem Dad. Doch was für sie sonst die beste Zeit des Jahres war, entpuppt sich diesmal als reinster Albtraum. Denn ihr Dad – Überraschung! – hat eine neue Verlobte. Und die hat einen Sohn. Der sich ausgerechnet als Whitleys One-Night-Stand entpuppt. Weil Gefühle aber so gar nicht ihr Ding sind, lenkt Whitley sich ab: Party bis zum Umfallen. Dabei übersieht sie fast die guten Dinge direkt vor ihrer Nase. Wie den Jungen, dem wirklich etwas an ihr liegt … (Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Das Buch wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Whitley erzählt. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, insgesamt liest sich das Buch flüssig und wirkt sehr frisch. Whitley beschreibt gewitzt und teilweise auch sehr jugendsprachlich, was hier auch absolut authentisch wirkt und deswegen schon einen großen Pluspunkt bekommt. Es gibt nichts Schlimmeres als aufgesetzte, „coole Jugendsprache“! Hier war das aber glücklicherweise nicht der Fall.

Der Klappentext verrät schon das Wesentliche der Geschichte. Whitley verbringt die Sommerferien wie immer bei ihrem Dad, denn ihre Eltern sind geschieden und sie lebt bei ihrer Mutter. Zu dieser pflegt sie ein eher schwieriges Verhältnis, sie würde viel lieber bei ihrem Vater leben. Diesen verbindet sie nämlich mit Spaß, bei ihm ist alles viel lockerer und ungezwungener. Zu ihrem großen Bruder hat sie ein inniges Verhältnis, allerdings hat dieser nur wenig Zeit für sie, da er selbst eine kleine Familie hat, um die er sich kümmern muss. Whitley stellt sich selbst als Einzelgängerin dar, die ihr eigenes Ding macht und keine Freunde braucht um glücklich zu sein. Dass dies allerdings mehr Schein als Sein ist, kann man sich als Leser schon recht schnell denken.

Whitley wird wie immer von ihrem Vater abgeholt um den Sommer bei ihm zu verbringen. Dass sie eine böse Überraschung erwartet, ahnt sie zu Beginn natürlich nicht. Nicht genug, dass ihr Vater das geliebte Apartment am See aufgegeben hat um in ein schickes, großes Haus zu ziehen, da wird sie bei ihrer Ankunft auch mit seiner neuen Familie konfrontiert; seine Verlobte und ihre beiden Kinder Nathan und Bailey. Zu allem Übel stellt sich Nathan zudem als Whitleys One-Night-Stand in der Nacht ihrer High-School-Abschlussfeier heraus, den sie doch eigentlich nie wieder sehen wollte. Nachdem sie den ersten Schock überwunden hat, beschließt sie, dass sie absolut keine Lust auf diese neue Familie hat. Whitleys Rebellion beginnt, sie flüchtet in Partys, Alkohol und Vergnügen mit irgendwelchen Jungs. Zunächst wirkt das Ganze wie das typische Verhalten eines Teenagers, allerdings wurde diese „rebellische Phase“ meiner Meinung nach, ein klein wenig übertrieben dargestellt.

Die Darstellung der Protagonistin Whitley war an manchen Stellen schlichtweg zu heftig. Es ist ja wirklich ganz normal als Teenager mal ein bisschen zu viel zu trinken, aber welcher Teenager hat denn seine Flasche Notfall-Tequila dabei und gönnt sich mal eben ein Fläschchen alleine in seinem Zimmer? Um sich aufzumuntern? Auch die „Sexbesessenheit“ und das ständige Ringen um Aufmerksamkeit von irgendwelchen dahergelaufenen Kerlen waren extrem. Außerdem ist mir die Protagonistin ein kleines bisschen zu sehr von sich selbst überzeugt. Gegen ein gesundes Selbstbewusstsein sollte nichts einzuwenden sein, allerdings gerät Whitley nahezu ins Schwärmen für sich selbst. So ein paar kleine Selbstzweifel hätten die Geschichte noch ein wenig authentischer erscheinen lassen.

Die Nebencharaktere haben mich mehr überzeugt. Sylvia, die neue Frau ihres Vaters, war mir sehr sympathisch, einfühlsam und aufmerksam, auch wenn Whitley sich zunächst gegen diese Tatsache gewehrt hat. Auch ihre jüngere Stiefschwester Bailey ist liebenswert und herzlich, sie hat es sogar geschafft sich am schnellsten in Whitleys Herz zu schleichen. Ihr Stiefbruder und One-Night-Stand Nathan übernimmt die Rolle des verantwortungsbewussten Strebers, allerdings auch auf eine sympathische Art und Weise. Immer wieder versucht er, Whitley von sich zu überzeugen und hält zu ihr, egal was sie schon wieder verbockt hat. Lange kann sich Whitley dem Charme ihrer neuen Familie nicht entziehen.

Whitleys Eltern haben mich sehr wütend gemacht. Sie zeigen nicht gerade viel Interesse an ihrem Kind. Teilweise konnte ich dieses Verhalten so gar nicht nachvollziehen, was aber auch eine Erklärung für Whitleys Rebellion darstellte. Mein liebster Charakter war Harrison, Whitleys neuer bester Freund, den sie kennenlernt, weil sie sich zuerst einmal an ihn heran macht. Zu ihrem Bedauern stellt sich heraus, dass Harrison sich nicht für Mädchen interessiert. Trotzdem entwickelt sich zwischen den beiden eine wundervolle Freundschaft.

Im Laufe der Geschichte kommt es zum Wandel von Whitley, sie lässt hinter ihre arrogante Fassade blicken und auch die Gründe für ihr Fehlverhalten werden aufgedeckt. Diesen Wandel empfand ich als nachvollziehbar und auch gelungen, denn trotzdem wird sie nicht zu einem komplett anderen Menschen.

FAZIT:
Die Charaktere der Geschichte waren teils gut, teils weniger gut. Wie schon erwähnt, hat mich die übertriebene Darstellung der Protagonistin genervt. Das war mir einfach zu unrealistisch. Den Schreibstil empfand ich als sehr gelungen und authentisch, ich habe absolut geglaubt, dass eine Jugendliche spricht. Whitleys Entwicklung war auch positiv und glaubhaft dargestellt. Die Geschichte war im Großen und Ganzen nicht sehr tiefsinnig, dennoch unterhaltsam.

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Vielen Dank an cbt für das Leseexemplar!

ZUR AUTORIN:
Kody Keplinger ist in Kentucky geboren und aufgewachsen. Ihren Debütroman, den New-York-Times-Bestseller „Von wegen Liebe“, schrieb sie mit 17, als sie selbst noch auf die Highschool ging. Inzwischen hat sie bereits mehrere Romane in den USA veröffentlicht. Mit „Lemon Summer“ erscheint jetzt ihr zweites Buch bei cbt.

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Rezension: Die Schule der Nacht – Ann A. MacDonald

Heute eine Rezension zu einem wirklich tollen Buch, endlich mal wieder eins, das mich komplett überzeugen konnte! Vielen Dank für diesen Lesegenuss an penhaligon, ich habe mich sehr gefreut. Es handelt sich um Die Schule der Nacht von Ann A. MacDonald.

BUCHDETAILS:
hardcover
19,99 Euro
442 seiten
erschienen im 05/2017
penhaligon

 

ZUM INHALT:
»Du kannst dich nicht für immer vor der Wahrheit verstecken. Bitte komm zurück, und bring alles zu einem guten Ende.« Diese Nachricht erhält die Amerikanerin Cassandra Blackwell in einem mysteriösen Päckchen, zusammen mit einem alten Foto ihrer verstorbenen Mutter, gekleidet in die schwarze Robe der Oxford Universität. Kurzerhand beschließt sie, nach England zu reisen, um mehr über die geheimnisvolle Vergangenheit ihrer Mutter zu erfahren. Dort entdeckt Cassie eine Welt voller Traditionen und Privilegien und merkt schnell, dass hier eine dunkle Macht am Werk ist – verbunden mit einer geheimen Gesellschaft, die sich Die Schule der Nacht nennt … (Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Geheimnisse, die Suche nach sich selbst, eine Geheimgesellschaft und ein klein wenig Mystik sind die Schlagwörter, die die Geschichte rund um „Die Schule der Nacht“ wohl am besten beschreiben. Somit hält dieses Buch genug für spannungsgeladene Stunden bereit. Nach dem Klappentext musste ich dieses Buch unbedingt lesen und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

Zunächst einmal steigt die Geschichte mit Cassandra Blackwells Ankunft am Raleigh College in England ein. Sie beginnt ihr Auslandssemester, denn ursprünglich studiert sie in Amerika. Aber nicht des Colleges wegen hat Cassandra sich für diesen Schritt entschieden, sondern aufgrund einer geheimnisvollen Nachricht die sie erreicht hat. Sie solle wieder ans College zurückkehren, dabei hat sie anfangs keinerlei Verbindung nach England, die diese Nachricht begründen würde. Die Neugier siegt, denn Cassandra möchte mehr über das Leben ihrer Mutter und ihres Vaters, den sie nie kennengelernt hat, erfahren.

Der Leser taucht ein in die Welt einer alten Universität mit vielen alten Geheimnissen, die es aufzudecken gilt. Allen voran ist das Geheimnis um die sogenannte Schule der Nacht, eine angebliche Geheimgesellschaft, die Cassandras Weg auf der Spurensuche nach ihrer Mutter kreuzt. Das Raleigh College wird so eindrucksvoll beschrieben, dass es erscheint wie eine Traumwelt, mit wunderschönen Bauten und beeindruckenden Persönlichkeiten, die alle der Bildungselite von England angehören. Bei der Spurensuche treten immer weitere, ungeklärte Fragen auf, die die Geschichte am Leben erhalten und die Spannung ankurbeln. So ist es MacDonald gelungen mich an das Buch zu fesseln, ich konnte es kaum aus der Hand legen. Cassandras Ungeduld, das Geheimnis um die Schule der Nacht zu lüften und damit vielleicht auch ihre eigene Herkunft zu klären, wird immer größer und das hat sich auch auf mich übertragen.

Zu Beginn lernt man Cassandra als Einzelgängerin kennen, die lieber für sich bleibt. Verständlich, denn ihr einziges Ziel ihres Auslandssemesters war es, Licht in die Dunkelheit um ihre Herkunft und die Vergangenheit ihrer Mutter, oder Eltern zu bringen. Im Laufe der Geschichte kommt sie aber immer mehr aus sich heraus und lässt den Kontakt zu anderen Menschen zu. Somit wirkt die Protagonistin anfangs zawr distanziert, aber dennoch sympathisch. Das liegt vor allem an den Einblicken in Cassies schwere Kindheit mit einer depressiven Mutter, die ihre Verhaltensweise zumindest erklärt. Zuflucht hat sie im Aneignen von Wissen in ganz verschiedenen Bereichen gefunden. Besonders gefiel mir die Tatsache, dass es sich hier keineswegs um das nette Mädchen von nebenan handelt, sondern durchaus um einen Charakter mit Ecken und Kanten. Ihre Vergangenheit ist geprägt von Drogen, oder auch kriminellen Tätigkeiten. Nicht dass das sympathisch wäre, aber die positive Entwicklung einer starken Persönlichkeit, ist das, was mir bei Cassie besonders aufgefallen ist.

Die Nebencharaktere waren zwar nicht sehr detailreich beschrieben, aber das hatte den Effekt, dass ich als Leser stets rätseln konnte, wer von ihnen denn zu den „Guten“ und wer zu den „Bösen“ gehört.  Da gibt es zum Beispiel Evie, Cassies Mitbewohnerin, immer fröhlich und liebevoll, bis es dann zu einem Wandel kommt, den sich Cassie nicht erklären kann. Auch diesem Geheimnis geht sie auf den Grund. Hugo und Olivia, die Oberschichtkids, spielen auch eine große Rolle. Trotz ihres hohen Standes sind sie herzlich und freundlich und besonders zwischen Hugo und Cassie kommt es immer wieder zu Spannungen, die erahnen lassen, dass da etwas dahinterstecken könnte.

Cassie erstarrte. Sie merkte, wie sie unter der Berührung erschauerte, spürte, wie seine Haut auf ihrer Haut brannte, aber vor allem erkannte sie in seinen Augen jene dunkle Einsamkeit, die sie selbst jeden einzelnen Tag empfand. Einen Hunger, der sie beinahe verschlang. (MacDonald, s. 272)

Dinnerabende mit der hohen Gesellschaft Englands folgen damit für Cassie. Besonders aufgefallen ist auch der Charakter des Professor Tremain, der Cassie aus irgendeinem Grund scheint loswerden zu wollen. Es treten noch einige weitere, spannende Charaktere auf, aber an dieser Stelle will ich ja nicht zu viel verraten.

Anfangs geht die Geschichte etwas schleppend voran, aber mit jedem neuen kleinen Fünkchen Information, wächst der Drang, das Geheimnis endlich aufzudecken. In der Mitte des Buches etwa, kommt der Umschwung, welcher der Autorin sehr gut gelungen ist. Die Ereignisse überschlagen sich förmlich. Sie hat es geschafft eine düstere, mystische Atmosphäre zu schaffen, welche am Ende ihren Höhepunkt erreicht. Bis zum Ende, wusste ich nicht, welchem der Charaktere zu trauen ist. Deswegen konnte mich auch das Ende überzeugen, als endlich alles aufgeklärt wurde. Fasziniert war ich vor allen Dingen vom Aufbau der Geschichte, wie doch alles miteinander zusammenhängt, was auf den ersten Blick nicht so scheint, die Einblicke in die fiktive Universität waren sehr eindrücklich und alle Charaktere waren gut gezeichnet. Durch die bildhaften Beschreibungen hatte ich auch immer ein deutliches Bild vor Augen.

FAZIT:
Ich empfehle dieses Buch ganz klar weiter. Auch wenn Mystery nicht zu meiner liebsten Thematik gehört, hat mich dieses Buch überzeugt. Vielleicht deswegen, weil es zum größten Teil eher einem Krimi ähnelt und die mystischen Passagen erst am Ende auftreten. Es hält viele Rätsel und spannende Wendungen parat, die mich immer wieder überraschen konnten. Mit jedem neuen Kapitel wächst der Drang, das Geheimnis rund um Die Schule der Nacht aufzuklären. Gut geschrieben und gut aufgebaut, ich habe nichts zu bemängeln. Deswegen vergebe ich hier die volle Punktzahl.

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ZUR AUTORIN:
Ann A. McDonald wurde in Sussex geboren, studierte Philosophie, Politik und Wirtschaft in Oxford, um anschließend als Musikjournalistin und Unterhaltungskritikerin zu arbeiten. Heute lebt sie in Los Angeles und schreibt hauptberuflich Romane und Drehbücher. (Quelle: randomhouse.de)

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Rezension: Diane Chamberlain – Der Tag, an dem wir dich vergaßen

Viel zu lange wartet meine Rezension schon darauf veröffentlicht zu werden. Zuerst einmal vielen Dank an harpercollins für mein Rezensionsexemplar, ich habe mich sehr darüber gefreut. Nun aber zum Buch, es handelt sich hierbei um Der Tag, an dem wir dich vergaßen von Diane Chamberlain. Von der Autorin habe ich vorher noch nichts gelesen, deswegen habe ich völlig ohne Erwartungshaltung mit dem Lesen begonnen.

BUCHDETAILS:
taschenbuch
12,00 euro
480 seiten
erschienen im 05/2017
harpercollins

ZUM INHALT:
Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Riley MacPherson nach North Carolina zurück. Jahrelang hat sie diesen Ort gemieden – zu zerrüttet war ihre Familie seit dem Selbstmord ihrer Schwester vor über 20 Jahren. Als Riley ihr Elternhaus ausräumt, findet sie eine Schachtel mit alten Zeitungsartikeln und macht eine schockierende Entdeckung: Lebt ihre totgeglaubte Schwester etwa noch?  Was ist damals geschehen? Doch bei ihren Nachforschungen stößt Riley auf eine undurchdringliche Mauer des Schweigens …

„Ein absoluter Pageturner und ein Muss für alle Mystery-Fans!“
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(Quelle: harpercollins.de)

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MEINE MEINUNG:
Das Buch beginnt mit einem Epilog aus dem Jahr 1990, der zu Beginn direkt schon die Neugier weckt. Als Leser möchte man natürlich wissen, was dahinter steckt. Danach wechselt der Roman zur Gegenwart und in die Ich-Perspektive der Protagonistin Riley. Zu Beginn erfährt man, dass sie vor kurzem ihren Vater verloren hat und nur noch ihr Bruder Danny am Leben ist. Auch ihre Mutter und Schwester Lisa sind gestorben, Letztere beging Selbstmord als Riley noch ein Kleinkind war. Sie liebt ihren Bruder abgöttisch, jedoch lässt dieser sie nicht wirklich an ihn heran. Zu tief sitzen die traumatischen Erlebnisse des Krieges, in dem als Soldat gekämpft hat. Dennoch schließt man auch Danny ins Herz und fühlt mit Riley mit, die sich nichts mehr wünscht als ein normales und glückliches Leben für ihren großen Bruder.

Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil kümmert sich Riley um den Nachlass ihres Vaters, wobei sie auf Ungereimtheiten in der Vergangenheit stößt. Sie setzt alles daran diese aufzuklären und beginnt nachzuforschen. Im zweiten Teil kommt es zu Zeitsprüngen, denn nun wird die Geschichte von Lisa, Rileys Schwester erzählt. Sie war ein begnadetes, musikalisches Talent und Riley ist fasziniert von den Videoaufnahmen ihrer Schwester mit ihrer Violine, die sie in den Sachen ihres Vaters entdeckt. Das führt dazu, dass sie mehr über ihre Schwester erfahren will, vor allem was sie zum Suizid getrieben hat. Außerdem kommt dadurch die Frage auf, ob Lisa ihren Selbstmord nur vorgetäuscht hatte. Durch die Zeitsprünge erfährt der Leser viel über Lisas Charakter, wird mit ihren Ängsten konfrontiert und kann sehr gut mifühlen.

Im dritten Teil begibt sich Riley auf die Suche nach ihrer Schwester und enthüllt immer größere und schwerwiegendere Geheimnisse.

Es gibt viele Wendungen und Enthüllungen in der Geschichte, die allerdings so gut gewählt sind, dass die Geschichte stets realistisch und nachvollziehbar bleibt. Sie fesselt den Leser an das Buch, denn die Neugier lässt nicht nach. Es wird auf keinen Fall langweilig! Auch die Zeitsprünge sind gut platziert und bringen keinerlei Verwirrung, das hat die Autorin wirklich gut umgesetzt. Das ganze Buch ist sehr emotional und gegen Ende wird die Geschichte immer dramatischer.

Die Autorin hat sehr realistische Charaktere mit Ecken und Kanten geschaffen, vor allem die Protagonistin Riley war mir sehr sympathisch. Auch Lisas Geschichte war höchst emotional und ergreifend. Stück für Stück kommt der Leser hinter das lang gehütete Geheimnis der Familie und wird immer wieder aufs Neue überrascht.

Ein weiterer, großer Pluspunkt war auf jeden Fall der Schreibstil der Autorin. Alles wurde sehr bildhaft beschrieben, was das Kopfkino angeregt hat. Ich hatte immer den Ort des Geschehens vor Augen und konnte mir auch die Charaktere sehr gut ausmalen.

Einzig und allein das Ende hat mich etwas gestört, das hätte meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr ausgebaut werden können. Eine winzige Kleinigkeit hat mir noch gefehlt, aber das ist wohl Geschmackssache und schlecht war es trotzdem keineswegs.

FAZIT:
Es handelt sich hier um eine höchst emotionale Familiengeschichte, keine Spur von Mystery, wie hinten auf dem Buchrücken beworben. Das hat mich nicht gestört, trotzdem finde ich es nicht ganz passend. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und auch der Schreibstil ist mir positiv aufgefallen. Klare Leseempfehlung, denn ich habe in keinem Moment Langeweile empfunden und wurde immer wieder überrascht.

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ZUR AUTORIN:
Diane Chamberlain ist in Plainfield, New Jersey, geboren und aufgewachsen. Vor ihrer Karriere als Schriftstellerin arbeitete sie als medizinische Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin. Bisher sind 16 Romane von ihr erschienen, die mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurden. Diane Chamberlain hat drei erwachsene Stieftöchter, einen Enkelsohn und zwei Shelties, die immer dann mit ihr spielen wollen, wenn ihr gerade eine großartige Idee für ein neues Buch gekommen ist. (Quelle: harpercollins.de)

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Neuerscheinungen im Juli 2017 THRILLER

Uns erwartet bereits der siebte Monat dieses Jahres, ein weiterer Monat voller vielversprechender Neuerscheinungen. Beim Stöbern bin ich dabei vor allem auf Thriller und Krimis gestoßen, weshalb ich mich in diesem Beitrag auf dieses Genre beschränken möchte. Vielleicht bring ich euch ja auch auf den Geschmack! Ich freue mich schon auf einen mörderischen Sommermonat.


Totenkalt
von Stuart MacBride (17.Juli 2017)

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Martin Milne wird bereits seit drei Tagen vermisst, als Sergeant Logan McRae und sein Team eine Leiche finden. Der Tote liegt nackt, gefesselt und mit einer Plastiktüte über dem Kopf in einem Wald nahe der schottischen Küste. Doch es ist nicht Milne – es ist dessen Geschäftspartner. Ganz in der Nähe hatte man kurz zuvor die Studentin Emily Benton erschlagen aufgefunden. Hängen die Fälle womöglich zusammen? Die Ermittlungen leitet DCI Roberta Steel, die mit ihren Leuten aus Aberdeen in das Küstenstädtchen Banff kommt. Steel war früher McRaes Vorgesetzte, und das Verhältnis der beiden ist äußerst angespannt. Nun müssen sie sich zusammenraufen, um die beiden Morde aufzuklären. Oder sind es längst drei Morde? Von Martin Milne fehlt nämlich noch immer jedes Lebenszeichen … (Quelle: randomhouse.de)

Dieser Thriller verspricht vor allem einige Rätsel die gelöst werden müssen. Mein Rezensionsexemplar hat mich bereits heute erreicht, worüber ich mich sehr freue, und ich muss sagen, es ist ziemlich dick mit seinen 635 Seiten. Deswegen erwarte ich hier auch eine sehr gut ausgebaute Geschichte mit vielen Details. Ich bin gespannt, die Rezension folgt dann im Juli!


Solange du atmest
von Joy Fielding (24. Juli 2017)

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Als Psychotherapeutin und mit eigener verkorkster Familiengeschichte glaubt Robin, alle menschlichen Abgründe zu kennen. Doch dann erhält sie eines Tages während einer Sitzung einen Anruf, der sie völlig aus der Fassung bringt. Ihre Schwester Melanie, zu der sie jahrelang keinen Kontakt hatte, teilt ihr mit, dass jemand brutal auf ihren Vater, seine neue Frau Tara und deren zwölfjährige Tochter geschossen hat. Tara erliegt kurz darauf ihren Verletzungen. Obwohl Robin zweifelt, dass es das Richtige ist, sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen, macht sie sich auf den Weg in ihren Heimatort. Ihr ist klar, dass es viele Menschen gibt, die einen Grund hätten, ihren Vater zu hassen – allen voran ihre eigene Familie. Aber was für ein Monster schießt auf eine Zwölfjährige? (Quelle: randomhouse.de)

Auf diesen Roman bin ich wegen der Autorin aufmerksam geworden. Meine Mama ist ein großer Fan und dadurch habe ich auch schon einige Bücher von Joy Fielding gelesen. Ich erinnere mich da besonders an den Roman Lauf, Jane, Lauf aus dem Jahr 1991, das mich wochenlang nicht mehr losgelassen hat. 😀 Ich wurde bis jetzt noch nicht enttäuscht und werde es auch hoffentlich nicht bei diesem Buch. Der Klappentext verspricht auf jeden Fall schon mal eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack.


Nummer 25
von Frank Kodiak (03. Juli 2017)

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Psychopath gegen Psychopath: ein nervenzerrender Thriller, ein unerbittliches Duell auf Leben und Tod.

Der Schriftsteller Andreas Zordan ist Dauergast auf den Bestsellerlisten. Die riesige Fangemeinde kann nicht genug kriegen von seinen Thrillern. Nichts bereitet Zordan mehr Freude als das detailgenaue Beschreiben ausgefallener Tötungsmethoden. Das gelingt dem Einzelgänger nur, weil er sich selbst für einen Psychopathen hält. Er ist kontaktscheu, meidet andere Menschen und lebt einsam in einem ehemaligen Forsthaus im Wald. Er weiß: Würde er nicht in seinen Büchern töten, müsste er auf die Realität ausweichen.
Als er eines Morgens im Garten die übel zugerichtete Leiche eines Mädchens im Teenageralter findet, meldet er es nicht der Polizei, sondern lässt sich auf ein Psychoduell mit einem Mörder ein, der ihn offenbar herausfordert. Und muss erkennen, dass er selbst weit entfernt ist von dessen kaltblütiger Grausamkeit.
(Quelle: droemer-knaur.de)

Von Frank Kodiak habe ich bis jetzt noch nichts gelesen, aber der Klappentext klingt schon mal sehr reizvoll. Hier geht es wahrscheinlich schon in Richtung Psychothriller – der Protagonist sieht sich selbst als Psychopathen und duelliert mit einem kaltblütigen Mörder, der ein grausames Spiel treibt.


Fashion Victim
von Corrie Jackson (03. Juli 2017)

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»Rose Hotel. Zimmer 538. Sie ist tot.« Als Sophie Kent, eine junge, aufstrebende Journalistin eines Nachts diese anonyme SMS bekommt, ist ihr sofort klar: Das könnte die Story ihres Lebens sein. Doch als sie die übel zugerichtete Frauenleiche in Zimmer 538 sieht, ist Sophie erschüttert. Das Opfer ist Natalia, ihre Informantin und Model der Londoner Fashion Week. Sophie beginnt zu recherchieren. Nach und nach deckt sie grausame Abgründe der Mode-Industrie auf – und riskiert für die Wahrheit schließlich ihr eigenes Leben. (Quelle: piper.de)

Ein Thriller der etwas anderen Art. Hier ermittelt kein FBI-Agent, sondern eine Journalistin und auch das Milieu ist ungewöhnlich – die Modelbranche, die Modeindustrie. Deswegen hab ich auch dieses Buch in meinen Beitrag aufgenommen und freue mich schon sehr, es zu lesen.


Sooo. Das waren auch schon meine Favoriten im nächsten Monat, vielleicht gefällt euch ja auch eines davon. Ich wünsche schon mal allen ein schönes Wochenende! 🙂

Rezension: Paula Hawkins – Into the water

Jetzt war ich wieder eine Zeit lang nicht mehr aktiv hier, die Uni lässt es momentan nicht wirklich zu. Zum Glück habe ich aber trotzdem noch ein kleines bisschen Zeit zum lesen. Dafür leider viel zu wenig Schlaf, aber man muss nun mal Prioritäten setzen! 😀 Zuletzt habe ich Lemon Summer  von Kody Kepllinger, DerTag, an dem wir dich vergaßen von Diane Chamberlain und Into the water von Paula Hawkins gelesen und jetzt beginne ich mal mit meiner Rezension zu Hawkins‘ neuestem Spannungsroman. Die nächste Rezension folgt dann auch bald. Vielen Dank an blanvalet für das Rezensionsexemplar! (Zur Info: der volle Titel des Romans ist Into the water – Traue keinem. Auch nicht dir selbst. Das jedes Mal auszuschreiben ist mir aber zu lästig, deswegen nur die Kurzversion.)

BUCHDETAILS:
paperback
14,99 €
476 seiten
erschienen im 05/2017
blanvalet

ZUM INHALT:
»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …« In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …
(Quelle: randomhouse.de)

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MEINE MEINUNG:
Into the water – das Buch, an dem momentan wirklich niemand vorbeikommt, sobald er eine Buchhandlung betritt. Überall wird dieses Buch fett beworben, aber ist es das auch wirklich wert? Mit Into the water hat Hawkins einen weiteren Spannungsroman nach Girl on the train geschrieben und da mich das schon schwer begeistert hat, habe ich mich umso mehr auf ihr neues Buch gefreut. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch, allerdings konnten diese nicht erfüllt werden. Im Großen und Ganzen dreht sich die Geschichte um den Drowning Pool, einem Fluss, der schon viele Opfer gefordert hat. Das Neueste ist Danielle Abbott, Fotografin und sehr fasziniert von dem Fluss und seiner Geschichte. Deswegen stellte sie Nachforschungen an und untersuchte die mysteriösen Todesfälle der Frauen, die in diesem Fluss schon ums Leben gekommen sind. Das hat einigen Dorfbewohnern nicht wirklich in den Kram gepasst und so hatte Nel viele Feinde, die nicht unglücklich darüber waren, als auch sie im Drowning Pool zu Tode kam. Nel hinterlässt ihre Schwester, zu der sie jahrelang keinen Kontakt hatte und eine fünfzehnjährige Tochter, Lena. Sie glauben beide nicht an einen Selbstmord und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Die Geschichte beginnt mir Julia, genannt Jules. Sie erzählt in der Ich-Perspektive und richtet sich dabei an eine noch unbekannte Person. Es wird klar, dass sie ein sehr schwieriges Verhältnis zu dieser Person hat und schnell wird auch deutlich, dass es sich dabei um ihre Schwester Nel handelt. Das Ganze spielt  im Jahr 2015. Insgesamt lässt Hawkins elf Personen in ihrer Geschichte zu Wort kommen. Meiner Meinung nach, hätte man hier auch durchaus etwas sparen können, zumal es einige Zeit dauert, bis man jede der Personen genau zuordnen kann. Alle Charaktere sind dabei Bekannte des Opfers, Bewohner des Dorfs rund um den Drowning Pool. Somit sind sie alle Nachbarn, jeder kennt jeden und doch niemanden tatsächlich. Die Perspektiven wechseln hier, mal wird aus der Ich-Perspektive erzählt, mal in der dritten Person. Ein Pluspunkt, da ich die Erzählweise der Autorin als sehr spannend und abwechslungsreich empfand. Man erfährt viel über die einzelnen Charaktere, aber gleichzeitig auch zu wenig, da alle Charaktere scheinbar ihr eigenes, kleines Geheimnis hüten. Dadurch verfügt die gesamte Story über sehr viele kleinere Handlungsstränge, was mit der Zeit einfach zu viel war. Das Buch wirkte einfach überladen, irgendwie hat mir die Konzentration auf das Wesentliche gefehlt. Die Geschichte plätschert vor sich hin, was wirklich sehr schade ist, denn ich habe immer auf etwas „Krasses“ gewartet, das sicherlich bald passieren würde. Ich wurde enttäuscht, mir scheint, als wäre wirklich rein gar nichts passiert. Das Positive daran, war dann natürlich, dass sich das Buch sehr schnell gelesen hat, immer in Erwartung der Überraschung, dem Schockmoment. Das mag auch am Schreibstil der Autorin gelegen haben, dieser konnte mich, im Gegensatz zur Geschichte an sich, wieder vollkommen überzeugen. Paula Hawkins schafft es, allein durch Worte eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen und Spannung aufzubauen. Sie hat eine ganz eigene, unkonventionelle Art zu Erzählen, was mich auch schon bei Girl on the train mitreißen konnte. Aber das war nun mal leider nicht genug.

Durch die hohe Personenanzahl war es wohl leider nicht möglich, die einzelnen Charaktere näher kennen zu lernen. Sogar die Protagonistin Jules war mir immer ein Rätsel und obwohl sie wiederholt von ihrer schweren Zeit als Jugendliche erzählt, wie sie unter ihrer großen Schwester litt, konnte ich nicht wirklich mitfühlen. Jeder Charakter blieb auf Distanz. Sympathisch erschien tatsächlich keiner von ihnen, bis auf Lena, Nels Tochter, die sich als eine starke, kämpfersiche Persönlichkeit erwies. Ich hatte das Gefühl, nur diese eine Person wirklich kennenlernen zu können, was bei einer Anzahl von etwa 475 Seiten doch eher ernüchternd ist.

Sehr gut haben mir die Passagen um den Drowning Pool gefallen, eine Einsicht in die Recherchen Nel Abbotts. Sie haben einen Einblick in die Vergangenheit geliefert und von den Frauen berichtet, die im Fluss ihr Leben ließen.

Einen Schritt nach dem anderen, bis sie aus dem Gehölz kam, einen Schritt nach dem anderen, vom Weg ab, leicht stolpernd die Uferböschung hinab, und dann, einen Schritt nach dem anderen, ins Wasser. (Hawkins, S. 220)

Das Ende war sehr unbefriedigend. Vielleicht auch deshalb, weil ich mit mehr gerechnet habe. Jede Person ist irgendwie mal verdächtig und man kann auch miträtseln, was das Ende wohl bringen mag – es gibt verschiedene Möglichkeiten, aber keine davon wäre wirklich überraschend. Deswegen hatte ich bis zum Schluss mit einem anderen Ausgang gerechnet.

FAZIT:
Ich finde nicht, dass hier ein Spannungsroman im Sinne von „spannender Roman“ vorliegt. Es ist mir schlichtweg einfach zu wenig passiert! Das Ende ist vorhersehbar, obwohl ich mir die ganze Zeit doch etwas anderes vorgestellt habe. So einfach würde Hawkins das doch nicht stehen lassen. Aber sie hat es so stehen lassen. Vielleicht waren meine Erwartungen auch zu hoch. Ihre Art zu schreiben muss ich aber dennoch loben, sie konnte mich zumindest damit an das Buch binden und deshalb würde ich auch ein weiteres Buch von Hawkins lesen. Die Bewertung ist mir hier wirklich nicht leicht gefallen, aber ich kann Into the water leider nur als mittelmäßig bewerten.

3-herzen

ZUR AUTORIN:
Paula Hawkins wuchs in Simbabwe auf. 1989 zog sie nach London, wo sie bis heute lebt. Sie arbeitete fünfzehn Jahre lang als Journalistin, bevor sie mit dem Schreiben von Romanen begann. Ihr erster Spannungsroman Girl on the Train wurde zu einem internationalen Phänomen. Der Roman wurde in über 40 Sprachen übersetzt, eroberte weltweit die Bestsellerlisten und wurde 2016 mit Emily Blunt in der Hauptrolle verfilmt. Paula Hawkins‘ zweiter Spannungsroman Into the Water erscheint im Mai 2017.
(Quelle: randomhouse.de)