Rezension: Ich weiß, wo sie ist – S. B. Caves

Bei Thrillern habe ich immer das Problem, dass es nur wenige Thriller-Autoren gibt, die mich wirklich begeistern können. Da wären zum Beispiel Cody McFadyen oder Joy Fielding. Ich lese wirklich gerne Thriller, aber oft beschränkt sich meine Auswahl dabei nur auf eine geringe Anzahl von Autoren. S.B. Caves konnte mich mit seinem Debütroman Ich weiß, wo sie ist aber tatsächlich so sehr überzeugen, dass ich mich schon darauf freue, mehr von ihm zu lesen.

BUCHDETAILS:
klappenbroschur
14,99 euro
erschienen im 12/2018
352 seiten
harpercollins

ZUM INHALT:
Zehn Jahre nach dem Verschwinden ihrer Tochter Autumn bekommt Francine einen Zettel durch den Briefschlitz geschoben, auf dem steht: Ich weiß, wo sie ist. Am nächsten Tag steht ein junges Mädchen vor ihr und behauptet, den Brief geschrieben zu haben. Francine hält es für einen grausamen Scherz. Doch das Mädchen weiß erschreckend viel über ihre Tochter. Ist Autumn noch am Leben? Oder ist es bereits zu spät? (Quelle: harpercollins.de)

MEINE MEINUNG:
Der Einstieg in die Haupthandlung startet rasant und ohne großartige Einführung. Die Hintergründe werden immer wieder eingestreut, was mir sehr gut gefallen hat, da es direkt losgeht und die Spannung ab Seite Eins sofort einsetzt. Wir lernen Francine kennen, welche vor zehn Jahren ihre Tochter durch eine Entführung verloren hat. Die Ermittlungen führten zu nichts und keiner weiß, ob Autumn überhaupt noch am Leben ist. Nur Francine weiß es, sie spürt einfach, dass ihre Tochter noch lebt. Als sie einen Zettel in ihrem Briefkasten findet, mit der Nachricht Ich weiß, wo sie ist, verstärkt sich dieses Gefühl und sie ist fest davon überzeugt, dass sie ihre Tochter nach all den Jahren finden kann. Kurz darauf taucht ein Mädchen auf, das behauptet, die Verfasserin des Briefes zu sein. Trotz einiger Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Mädchens, vertraut Francine ihr und versucht verzweifelt, mehr Informationen zu erhalten. Genauso verzweifelt versucht sie, ihren Ex-Mann, Autumns Vater, davon zu überzeugen, die Suche wiederaufzunehmen. Dieser schenkt dem Ganzen allerdings keinen Glauben und so ist Francine vollkommen auf sich alleine gestellt.

Die Ereignisse des Geschehens folgen Schlag auf Schlag, jedes Kapitel bringt neue, interessante Wendungen. Die Spannung war damit durchweg gegeben. Einerseits verfolgt der Leser das Geschehen aus Francines Sicht – somit war ich auch emotional gefesselt, was das Lesen dieses Buches umso schwerer machte. Die andere Seite erzählt nämlich aus Autumns Sicht – eine grausame, beinahe nüchterne Schilderung, all derer Brutalitäten, die sie erfahren musste. Die Szenarien, die geschildert werden, sind dabei so furchtbar, dass man sie sich eigentlich nicht ausmalen möchte. Trotzdem fesselt das Buch unglaublich, auch wenn ich während des Lesens ein sehr beklemmendes Gefühl hatte.

Der Schreibstil des Autors war sehr angenehm. Wie bereits erwähnt, war der Stil sehr nüchtern und sachlich gehalten und dennoch, konnte ich die Angst und die Verzweiflung spüren. Wie grausam muss es für eine Mutter sein, nicht zu wissen, wo ihre Tochter ist und was mit ihr passiert ist? S.B. Caves bringt diese Gefühle sehr gut rüber, gestaltet seine Protagonistin menschlich und beschreibt sie mit ihren Schwächen – Francine hat nämlich ein Alkoholproblem und kann selbst bei ihrer Suche nicht davon lassen. Irgendwo verständlich unter den gegebenen Umständen, trotzdem musste man immer befürchten, dass sie sich selbst sabotiert. Am liebsten wollte ich ihr zurufen, sie solle doch bitte den Wodka stehenlassen.

So wunderbar ich diesen Thriller auch fand, ein wenig muss ich an dieser Stelle dann doch das Ende kritisieren. Meiner Meinung nach wurde das Ganze doch ein wenig zu schnell aufgelöst, auch erschien mir die Vorgehensweise ein bisschen unrealistisch. An dieser Stelle will ich nicht zu viel verraten, aber diejenigen, die das Buch auch gelesen haben, können vielleicht nachvollziehen, was ich meine. Ich fragte mich, ob das was am Ende geschieht, tatsächlich so hätte stattfinden können und wahrscheinlich ist das eher nicht der Fall.

FAZIT:
Ein unglaublich gelungenes Romandebüt. Ein Thriller, der mich den Atem anhalten ließ, versehen mit fürchterlichen Grausamkeiten und einer Spannung, die von der ersten bis zur letzten Seite gegeben ist. Trotz dem etwas realitätsfernen Ausgang, möchte ich diesen Thriller unbedingt weiterempfehlen, da er mir die perfekte Unterhaltung bot und mich auf alle Fälle mitreißen konnte. Das Lesen verursacht ein mulmiges Gefühl und starke Nerven sind hier definitiv von Vorteil. Aber das ist genau das, was einen gelungenen Thriller für mich ausmacht.


*Werbung: Vielen Dank an HarperCollins für dieses wunderbare Leseexemplar! Ich habe mich dadurch in meiner Meinung nicht beeinflussen lassen.

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2 Gedanken zu “Rezension: Ich weiß, wo sie ist – S. B. Caves

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