Rezension: Still broken – April Dawson

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse war der Lyx-Stand wohl einer meiner liebsten. Nicht nur weil er ein Genre bedient, das zu meinen Favoriten gehört, sondern auch weil er mit so viel Liebe wunderschön hergerichtet wurde. Selbstverständlich war der Lyx-Stand nicht der Einzige der bei mir punkten konnte, aber allein von der Optik her, gefällt mir so gut wie jedes Buch, das dieser Verlag zu bieten hat. So habe ich mich natürlich auch sehr lange dort aufgehalten und dabei fiel mir Still broken von April Dawson in die Hände. Das Cover hat mich umgehauen mit seiner Schlichtheit, die trotzdem irgendwie besonders wirkt. Auch der Klappentext konnte mich überzeugen, so wanderte der Titel schließlich direkt auf meine Wunschliste. Da in meinem Geldbeutel nach der Frankfurter Buchmesse leider gähnende Leere vorherrschte, habe ich das Buch als e-Book bei netgalley angefragt und ich hatte Glück – das beeinflusst meine Meinung trotzdem in keiner Weise.

„Max nickte und drehte sich um. Wie immer ließ er mir den Vortritt. Entweder hatte er gute Manieren, oder er genoss es, mir auf den Arsch zu starren. Ich tippe auf Zweiteres.“ (Pos. 595)

BUCHDETAILS:
taschenbuch
10,00 euro
315 seiten
erschienen im 10/2018
lyx

ZUM INHALT:
Eine Liebe, die jede Träne wert ist …
Als Norah sich am College in den unnahbaren Max verliebt, beginnt die aufregendste Zeit ihres Lebens. Die Gefühle zwischen ihnen sind leidenschaftlich, echt und so völlig anders, als alles, was sie zuvor erlebt hat – auch wenn alle sie vor Max gewarnt haben. Je näher sie sich kommen, desto deutlicher spürt Norah allerdings, dass Max etwas vor ihr verbirgt – aber auch, dass ihre Liebe jeden Kampf wert ist, selbst wenn Max’ Geheimnis ihr Leben für immer auf den Kopf stellen könnte … (Quelle: luebbe.de)

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MEINE MEINUNG:
Ich habe problemlos und sehr schnell in das Buch hineingefunden, was dem tollen Schreibstil der Autorin zuschulden kommt. Erzählt wird aus Sicht der Protagonistin Norah, die mir auf Anhieb sympathisch war. Ab und zu wechselt die Perspektive zu Max, das kam aber nicht oft vor. Hauptsächlich geht es um Norahs Geschichte, was gut gewählt war, denn wie der Klappentext verrät, birgt Max‘ Vergangenheit ein großes Geheimnis. Aus Norahs Sicht ließ sich die Geschichte beinahe schon wie ein Krimi lesen, denn Max‘ Geheimnis hat es in sich und Norah kommt erst Stück für Stück dahinter. Langweilig wurde es tatsächlich nie. Ich hatte das Gefühl, dass ein Ereignis das Nächste jagte. An manchen Stellen empfand ich die Geschichte dementsprechend auch etwas überladen. Bei mir stellte sich irgendwann das Gefühl ein, dass es nun ein wenig zu viel des Guten ist. Es war zwar sehr spannend zu verfolgen und hat definitiv den Lesefluss gefördert, trotzdem kam mir das Ganze immer realitätsferner vor. Wer das Buch schon gelesen hat, kann eine Meinung eventuell nachvollziehen.  

Natürlich steht hier eine Liebesgeschichte im Vordergrund. Norah und Max verlieben sich ineinander, Max‘ Vergangenheit steht ihnen allerdings im Weg. Er verbirgt etwas, das er Norah nicht anvertrauen kann und schließlich kommt die Beziehung an einen Punkt, der sie unmöglich erscheinen lässt. Hier wird natürlich wieder mit Klischees gearbeitet, was mich allerdings nicht weiter stört. Damit muss man einfach rechnen, wenn man zu einem New-Adult Buch greift. Bei den Charakteren war es schließlich nicht anders. Norah, das brave Mädchen, die kleine Streberin, die auf Anhieb das Herz des schlimmen Bad-Boys Max erobert, der Frauen normalerweise nur für ein paar Stunden benutzt. Was ich hier sehr schön fand, war dass Norah nicht ganz so schüchtern ist, wie sie vielleicht auf den ersten Blick wirkt. Sie kann Max auch die Stirn bieten und lässt sich von seinem anfänglichen Verhalten nicht abschrecken.

Was mich sehr gestört hat, war leider die Gestaltung der Beziehung der beiden. Mir war es einfach viel zu viel Kitsch. Die Gefühle und Emotionen waren meiner Meinung nach so übertrieben dargestellt, dass ich an manchen Stellen die Stirn runzelte, weil mir dieses „Getue“ so unglaubwürdig erschien und ein wenig auf den Keks ging.

An dieser Stelle muss ich jetzt eine große SPOILERWARNUNG aussprechen. Ich möchte gerne meine Meinung zu einigen Dingen im Buch sagen, die man ohne Spoiler allerdings nicht aufführen kann. Wer das Buch also gerne noch lesen will, sollte hier wohl aufhören. :D

Der Anfang hat mir echt super gut gefallen, doch dann kam Brookes Tod, mit dem man nun wirklich nicht rechnet. Ich habe mich lange gefragt, was genau das jetzt mit der Handlung an sich zu tun hat, aber ich denke hier wollte die Autorin die Protagonistin extrem leiden lassen. Meiner Meinung nach hätte Max‘ Verschwinden auch gereicht… Das kam ja wirklich direkt im Anschluss. Was mich auch ziemlich gestört hat, war dann das Wiedertreffen nach drei Jahren, das viel zu schnell abgehandelt wurde. Sie recherchiert mal eben kurz, trifft eine Frau, die ihr den entscheidenden Tipp gibt und trifft ihn direkt am nächsten Tag wieder? Und dann steigt sie selbstverständlich mit ihm ins Auto und brennt mit ihm durch… Also das war wirklich seeehr unglaubwürdig. Vor allem nach dem dann auf gefühlt jeder Seite drei Mal erwähnt wird, wie schlimm zerbrochen Norah doch war, die ganzen Jahre über. Da ist ihre Reaktion, ihm sofort zu verzeihen und alles für ihn hinzuschmeißen selbstverständlich und überhaupt nicht abwegig. Klar. Was für mich aber das Sahnehäubchen auf der Torte des Unglaubwürdigen war, war dann letztendlich Norahs Reaktion, als Max ihr in einem Brief erklärt, dass er sich seiner Vergangenheit stellen wird und dies vermutlich nicht überleben wird. Sie rastet zuerst aus, findet dann ein Buch und fängt erstmal an, darin zu lesen? Klar, das Buch war wichtig für die Handlung, aber das ist doch wirklich ziemlich abwegig, oder? …

FAZIT:
Ich war wirklich hin- und hergerissen. Der Anfang hat mit recht gut gefallen und auch, dass immer eine gewisse Spannung vorhanden ist. Allerdings waren mir die Emotionen ein bisschen zu viel des Guten. Wer also auf eine große Portion Kitsch steht, der ist hier an der richtigen Adresse. Aber auch der Verlauf der Handlung hat für mich Züge angenommen, die ich einfach nicht glauben konnte. Ich konnte nicht mehr mitfühlen und Alles in Allem wurde es einfach unrealistisch. Schade, denn April Dawsons Art zu erzählen hat mir richtig gut gefallen.

3-herzen

*Werbung: Rezensionsexemplar. Vielen Dank an netgalley.de und Bastei Lübbe für die Bereitstellung eines Leseexemplars. Ich habe mich sehr gefreut, was meine Meinung allerdings nicht beeinflusst hat. 

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