Rezension: Die Mondschwester – Lucinda Riley

Bleibe mit den Füßen auf dem frischen Teppich der Erde, mit dem Geist jedoch erhebe dich zu den Fenstern des Universums. (Riley, 2018 S. 95)

Mit Die Mondschwester erschien 2018 der fünfte Teile Lucinda Rileys Die sieben Schwestern-Reihe. Protagonistin ist in dieser Geschichte Tiggy D’Apliése, die sich nach dem Tod ihres Vaters Pa Salt auf die Suche nach ihren Wurzeln begibt. Sie ist nämlich eine von sechs Adoptivkindern, welche alle nach dem Tod ihres geliebten Adoptivvaters einen Brief erhalten haben, der sie auf die Spuren ihrer Vergangenheit und ihrer leiblichen Familie schickt. Als großer Fan der Sieben Schwestern, musste ich natürlich schnell auch den neuesten Teil lesen, allerdings konnte dieser mich nicht ganz überzeugen.

BUCHDETAILS:
hardcover
19,99 euro
erschienen im 11/2018
665 seiten
goldmann

ZUM INHALT:
Tiggy d’Aplièse hat sich schon als Kind mit Hingabe um kranke Tiere gekümmert. Auch jetzt, als junge Zoologin, ist die Beschäftigung mit Tieren ihre Erfüllung. Als sie das Angebot erhält, auf einem weitläufigen Anwesen in den schottischen Highlands Wildkatzen zu betreuen, zögert sie nicht lange. Dort trifft sie auf Chilly, einen weisen, alten Zigeuner aus Andalusien. Es ist eine schicksalhafte Begegnung, denn er hilft Tiggy, die ein Adoptivkind ist, das Geheimnis ihrer Herkunft zu lüften. Sie reist nach Granada, wo sie dem ebenso glamourösen wie dramatischen Lebensweg ihrer Großmutter Lucia folgt, der berühmtesten Flamenco-Tänzerin ihrer Zeit. Und Tiggy versteht endlich, welch großes Geschenk ihr zur Stunde ihrer Geburt zuteil wurde … (Quelle: randomhouse.de)

 

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MEINE MEINUNG:
Leider konnte mich dieses Buch nicht ganz so sehr überzeugen, weshalb es von mir nur eine mittlere Bewertung bekommt. Im Grunde war es nicht schlecht, ich hatte wirklich auch Spaß beim Lesen, habe aber immer gehofft, dass bald etwas passieren würde. In dieser Hinsicht wurde ich leider enttäuscht.

Die Einführung findet in dem idyllischen Schottland statt, wo Tiggy auf einem großen Anwesen eines schottischen Lairds mit Wildtieren, in diesem Fall besonders mit Wildkatzen, arbeitet. Sie liebt Tiere und möchte dies auch in ihrem Beruf ausüben. Tiggy darf auf Kinnaird, dem Anwesen, in einem kleinen Cottage wohnen, zusammen mit Cal, der sich zu meinem Lieblingscharakter entpuppte. Cal arbeitet ebenfalls für Charlie, den Laird und wirkt auf den ersten Blick grob und ein wenig verwildert, je näher man ihn aber kennenlernt, desto weicher und liebenswerter wird er. Ich habe ihn richtig ins Herz schließen können. Auch die anderen Charaktere haben mir wunderbar gefallen und auf knapp 700 Seiten, ist auch genug Platz um diese alle kennenzulernen. Hier hat die Autorin wieder einmal großartige Arbeit geleistet, ich hatte nichts zu meckern. Gleich zu Beginn erkennt man auch einen Konflikt, der sich anzubahnen scheint, denn um die Weihnachtszeit rum, nachdem Tiggy etwa einen Monat schon auf Kinnaird arbeitet, taucht Fraser auf. Die Bewohner des Anwesens sind alles andere als begeistert über seine Ankunft und so entsteht natürlich auch große Neugier, was es damit wohl auf sich hat.

In der Hälfte des Buches nimmt die Geschichte dann etwas an Fahrt auf. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, jedenfalls lernt Tiggy in Schottland den gitano Chilly kennen und erfährt etwas über ihre Herkunft. Durch einige Zwischenfälle macht sie sich dann auf, um mehr darüber zu erfahren und reist nach Sacromonte in Spanien. So beginnt die charakteristische Familiengeschichte, die in Lucinda Rileys Schwestern-Romanen den Hauptteil bilden. In der Einführung der Vergangenheitsgeschichte bekommt der Leser tolle Einblicke in die Kultur der gitanos und lernt viel über das Leben der Ärmsten in Spanien vor etwa hundert Jahren. Das empfand ich als sehr interessant zu verfolgen.

Was mir nicht so gut gefiel, war aber beispielsweise, dass Tiggy meiner Meinung nach viel zu einfach zu ihrem Ziel gelangte. Das hätte ruhig etwas steiniger ablaufen dürfen, aber das sollte wohl nicht im Mittelpunkt stehen. Dagegen erfährt man hauptsächlich etwas über Tiggys Großmutter Lucía, die sich zu ihrer Zeit, zu der berühmtesten Flamenco-Tänzerin Spaniens entwickelte. Dieser Teil machte einen Großteil des Romans aus, der für mich aber sehr langatmig und etwas träge wirkte. Ich habe immer darauf gewartet, dass noch etwas Spannendes passiert, meine Erwartungen wurden allerdings nicht erfüllt. Außerdem hat mir auch Lucías Charakter an sich nicht gefallen, sie hat mich teilweise sogar genervt. Sie war viel zu sehr von sich selbst überzeugt und egoistisch, was sie mir einfach sehr unsympathisch machte.

Viel interessanter fand ich dieses Mal die Geschichte der Gegenwart. Teilweise hatte ich große Lust, die Familiengeschichte zu überspringen und in die Gegenwart zurückzukehren. Leider kam dieser Teil für mich etwas zu kurz. Auch die Liebesgeschichte, die sich anbahnt, von der ich aber auch nicht zu viel verraten möchte, hätte meiner Meinung nach mehr Raum des Romans einnehmen dürfen. Trotz allem war ich sehr schnell durch mit diesem dicken Buch, denn Lucinda Rileys Schreibstil und tolle Schilderungen, die dem Leser immer das perfekte Bild vor Augen führen, haben mich an die Geschichte gefesselt. Schade, dass die Geschichte nicht ganz überzeugen konnte.

FAZIT:
Lucinda Riley überzeugt wie immer mit ihrem wunderbaren Schreibstil und der Art, wie sie Geschichten erzählt und lebendig werden lässt. Die Geschichte der gitanos und die Gegenwart der Protagonistin haben mir viel Spaß gemacht und konnten mich überzeugen. Leider hat mich Tiggys Lebensgeschichte kalt gelassen und teilweise gelangweilt. Mit der Spannung war es deshalb eher ein Auf und Ab.

3-herzen

*Werbung: Rezensionsexemplar. Dies hat meine Meinung in keinster Weise beeinflusst. Herzlichen Dank an Goldmann und das bloggerportal!

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