Rezension: Sommer der Wahrheit von Nele Löwenberg

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Buchinfos:

Sommer der Wahrheit von Nele Löwenberg

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Inhalt:

 Der Roman von Nele Löwenberg handelt von der 14-jährigen Sheridan Grant, die Anfang der neunziger Jahre mit ihren Adoptiveltern Rachel und Vernon Grant und ihren 4 Brüdern in Nebraska auf einer Farm lebt. Das Leben dort erweist sich als eintönig, was dem jungen Mädchen sichtlich zu Schaffen macht, weshalb sie nach und nach beginnt, auszubrechen. Zudem kommt noch, dass ihre boshaft dargestellte Adoptivmutter, Sheridan das Leben erschwert und keine Möglichkeit auslässt, sie zu schikanieren. Eines Sommers geschieht jedoch die Wende, als Sheridan beginnt, ihre eigene Sexualität zu entdecken und sie außerdem auf das Tagebuch von Carolyn stößt, dessen Geheimnis es zu lüften gilt.

Meine Meinung:

Leider muss ich sagen, dass meine erste Frage nach dem Lesen dieses Romans lautete, weshalb ich dieses Buch zu Ende gelesen habe. Denn der Leser bekommt meiner Meinung nach etwas komplett anderes geliefert, als er durch den Klappentext und ungefähr den ersten dreißig Seiten erwartet.

Nach einem Vorfall zu Beginn des Romans wird die Protagonistin von ihren Eltern mit Hausarrest bestraft und ich persönlich hatte den Eindruck, dass dies den Grundstein zu Sheridans Aufbegehren legt. Ein weiteres wichtiges Ereignis für die Handlung, ist der Umzug von Sheridans Tante Isabella in die Nachbarschaft. Bei ihr fühlt sich das Mädchen geborgen und hier kann sie ihr musikalisches Talent ausleben. Außerdem stößt sie in der Bibliothek des Hauses auf erotische Romane, die sie ihre eigene Sexualität entdecken lassen. Zunächst einmal nichts Ungewöhnliches, jedoch kommt es ab diesem Punkt zu einer Wende, die ich nicht nachvollziehen kann und die meiner Erwartung vollkommen widerspricht.

Sheridan stürzt sich von einer Affäre in die Nächste, ihre Persönlichkeit, welche man zu Beginn des Romans kennen lernen durfte, verändert sich komplett. Sie versucht sich stets als große Verführerin, es scheint, als fühlt sie sich zu jedem Mann, der ihr über den Weg läuft, hingezogen. Dazu kommt noch, dass diese meist wesentlich älter sind als sie selbst. Das erschien mir persönlich doch sehr weit hergeholt. Es scheint, als erliege jedes männliche Wesen, welches sich in ihre Nähe begibt, ihrem Charme. Auch das war für mich doch ziemlich unglaubwürdig. Alles dreht sich hauptsächlich um die sexuellen Eskapaden der Protagonistin.

Ein weiterer negativer Punkt ist die übertriebene Selbstdarstellung der Protagonisin. Mich hat es ziemlich gestört, wie Sheridan sich selbst immer wieder als Wunderkind darstellt, so viel Eigenlob hat mir die Protagonistin dann doch unsympathisch gemacht. Das hat mein eigenes Lesevergnügen sehr gehemmt.

Der Klappentext lockt außerdem mit einem schwerwiegenden Ereignis in einer Halloween-Nacht. Zu Beginn wartet man als Leser auf genau diese Nacht und fragt sich, was dieses schlimme Ereignis sein könnte. Das war auch der Grund, weshalb ich persönlich so lange an diesem Roman dran geblieben bin. Umso größer war dann auch die Enttäuschung, als das besagte Ereignis, in etwa der Mitte des Romans, dann auf ein paar wenigen Seiten von Sheridan geschildert, weggesteckt und beiseite geschoben wird.

Fazit:

Dieser Roman ist eine Anhäufung von Ereignissen und Vorfällen, die man auch gut in drei Romane hätte packen können. Es war einfach viel zu viel des Guten. Schade, denn der Grundgedanke ist nicht verkehrt, allerdings hätte ich persönlich gut auf die sexuellen Ausfälle Sheridans verzichten können, da diese auch einfach zu oft wiederholt wurden und aus diesem Grund ganz einfach nicht glaubwürdig waren. Der Anfang war interessant, der Schreibstil war okay, aber die Hauptfigur war mir leider unsympathisch. Wieso habe ich dieses Buch zu Ende gelesen? Ich muss ehrlich sagen, aus dem einfachen Grund, weil ich wissen wollte, ob es denn tatsächlich noch absurder werden kann. Zumindest in dieser Hinsicht wurde ich nicht enttäuscht. Aus diesen Gründen kann ich nur einen von fünf Sternen vergeben.

1-herz

Eure D.

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3 Gedanken zu “Rezension: Sommer der Wahrheit von Nele Löwenberg

  1. Lustigerweise klingt die Protagonistin nach der aus „Straße nach Nirgendwo“, welches die Autorin ebenfalls unter dem Pseudonym rausgebracht hat. Das war bislang auch mein erster und letzter Löwenberg. Aber, ich will ihren Krimis/Thrillern noch eine Chance geben. 🙂

    Gefällt 1 Person

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